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Arbeiterkind

Studienfinanzierung ist immer ein wichtiges Thema

Arbeiterkind.de klärt über Stipendien und Fördermöglichkeiten auf

Anika Werner läuft auch schon einmal potentiellen Interessent/inn/en hinterher, wenn sich nicht sofort ein Gespräch entwickelt. „Hast Du schon ein Stipendium ? Wenn nein, warum nicht?“ Sie stellt die Frage direkt und zwar vor der Mensa. Dort ist an diesem Tag der Stipendien-Infostand von Arbeiterkind.de aufgebaut. Zur Mittagszeit, wenn am meisten los ist. Viele eilen hungrig hinein und gesättigt wieder hinaus und wenn Werner Interesse beim Vorrübergehen spürt, bleibt sie dran. Sie kennt die HAWK, denn sie ist die Regionalkoordinatorin für Arbeiterkind.de in Niedersachsen, dessen Landesvertretung in der Hochschule am Goschentor zu finden ist.

Am Stand werden nicht nur ein besonderes Stipendium oder Förderwerk vorgestellt, sondern es geht um die große Übersicht: vielfältige und auch verwirrende Möglichkeiten, die die rund dreizehn Förderwerke und mittlerweile sehr vielen kleinen Stipendiengeber/innen den Studierenden als eine externe finanzielle Unterstützungsmöglichkeit anbieten.

 

Jeff Hollweg von der Arbeiterkind-Ortsgruppe Hannover hat einige Flyer in der Hand und spricht gerade zwei Studentinnen an, denen er nahelegt, sich doch einmal zu bewerben. „Am Stand habe ich heute gemerkt, wie wenig eigentlich über Stipendien bekannt ist, dafür aber umso mehr Klischees: Zum Beispiel, dass man eine 1,0 haben muss, um überhaupt eine Förderung zu erhalten. Oder dass nur Hochbegabte ein Stipendium bekommen“, sagt Jeff, der im vierten Semester Sozial- und Organisationspädagogik studiert und sich bei Arbeiterkind.de ehrenamtlich engagiert.


„Heute an der HAWK ist mir aufgefallen, dass bei den Fachhochschulen die Stipendien noch nicht so unbedingt vertreten sind“, stellt er fest und lädt noch ein paar weitere interessierte Kommilitonen dazu ein, nachher unbedingt zu dem ausführlichen Infogespräch ins Gebäude am Goschentor zu kommen. Alles völlig unverbindlich. Da werde ausführlicher erklärt, wozu am Stand keine Zeit ist. Und dass man durchaus gute Chancen haben kann, eine Förderung zu erhalten, wenn man sich zum Beispiel sozial und ehrenamtlich engagiert. „Studienfinanzierung ist eigentlich immer ein Thema, denn Studieren ist trotz allem teuer“, findet Jeff, der sich selber derzeit bei einer großen Stiftung für ein Stipendium bewirbt.

 

An diesem Tag sind auch Wolf Dermann sowie die Gründerin von Arbeiterkind.de, Katja Urbatsch, aus Berlin gekommen. Sie stehen ebenfalls mit am Stand. „Ich bin die erste in meiner Familie, die studiert hat, und deshalb wollen wir mit Arbeiterkind.de alle unterstützen und ermutigen, die als erste in ihrer Familie studieren oder es vorhaben“, bringt Katja Urbatsch ihre Organisation Arbeiterkind.de auf den Punkt. „Gerade für diejenigen ist die Frage nach der Studienfinanzierung besonders wichtig“, sagt sie. Ihr Kollege Wolf Dermann erläutert als Stipendienexperte einigen Interessierten die Fördertopflandschaft.

 

Später bei der Infostunde befragt sie bei der Präsentation Jeff zu seinem Lebenslauf, und warum es sich für ihn ihrer Meinung nach lohne, ein Studien-Stipendium ins Auge zu fassen. Jeff kann bereits eine beachtliches Spektrum an sozialem Engagement vorweisen, er war Jugendbürgermeister in seinem Dorf und hat sich ehrenamtlich bei der UNESCO eingesetzt. Urbatsch erläutert auch den Unterschied zwischen der finanziellen Förderung und der ideellen, bei der ein Netzwerk aufgebaut wird und es auch Weiterbildungsseminare mit Experten gebe.

 

Dermann schlägt später für die rund zwei dutzend Zuhörer/innen eine Schneise durch den dichten Stipendiendschungel: Er erklärt, dass es dreizehn vom Bund mitfinanzierte Begabtenförderwerke gibt, dazu kommen politische Stipendien, religionsnahe sowie gewerkschafts- und unternehmensnahe Stipendiengeber und auch die überparteiliche Studienstiftung des Deutschen Volkes. Die vielen kleinen Fördertöpfe lassen sich am besten im Internet recherchieren. Alle haben ihre Besonderheiten, erklärt er, und dass man nicht unbedingt in einer Partei sein muss, wenn man sich irgendwo bewirbt. „Hundertprozentig kann man sich nie sicher sein, allenfalls nur dann, wenn man sich gar nicht bewirbt“, ermutigen die Vertreter/innen von Arbeiterkind.de.

 

„Als zweite große Säule hat sich inzwischen das Deutschlandstipendium etabliert, da kann man sich direkt an den Hochschulen bewerben“, empfiehlt Dermann. Cindy Stanke, Referentin des Präsidiums der HAWK, die dieses besondere Stipendium an der HAWK betreut, erläutert das Verfahren. Bei positivem Ausgang winken nämlich 300 Euro im Monat, finanziert von regionalen Unternehmen und dem Bund.

 

„Generell muss man über sich und seinen Weg, den man gehen möchte, selbst reflektieren“, erklärt Anika Werner das Vorgehen, wenn man sich ein Stipendium suchen und sich bewerben möchte: „Wohin will ich, was bin ich bereit, im nächsten Semester zu leisten?“ Und auch: Wie engagiere ich mich?  „Viele erkennen ihr soziales Engagement als solches zunächst gar nicht. Denn auch, wenn man sonntags jemandem im Altersheim die Zeitung vorliest, auch das ist soziales Engagement.“

 

Arbeiterkind.de

Anika Werner
Projektkoordination Niedersachsen

ArbeiterKind.de Niedersachsen-Büro
c/o HAWK Hildesheim
Goschentor 1 (Raum 219)
31134 Hildesheim
Telefon: +49 (0)5121-881565

Erscheinungsdatum: 03.06.2014 

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