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Aktuelles aus der Hochschule

Abschied und eine Generationengeschichte

Holzmindener Fakultät verabschiedet Prof. Dr. Achim Rubert und Prof. Uwe Höltje in den Ruhestand

Zum Ende des Wintersemesters verabschiedet die HAWK in Holzminden zwei lang gediente Professoren in den Ruhestand. Prof. Dr. Achim Rubert und Prof. Uwe Höltje haben rund 30 Jahre an der Fakultät Management, Soziale Arbeit, Bauen gelehrt und werden ihre Spuren hinterlassen. Bei einem Blick hinter die Fakten offenbart sich sogar eine ganz besondere Familiengeschichte.

Prof. Dr. Achim Rubert: Stahlbau-Experte mit Bestnote für Vorlesungs-Skript

"Nerven wie Stahlseile" werden Prof. Dr. Achim Rubert von Studiendekanin Prof. Dr. Eva Schmieder bei seiner Verabschiedung nachgesagt – und das nicht nur mit einem Wink auf seine Professur für Stahlbau, Statik und EDV im Ingenieurbau. Seit 1988 hat Rubert an der HAWK gelehrt, die meiste Zeit davon in Holzminden, später zusätzlich als "reisender Professor" in den Hildesheimer Baustudiengängen.

Rubert ist ein "Baumensch" – ein echter Bauingenieur. Von den Rahmenbedingungen des Hochschulalltags hat er sich nicht verbiegen lassen. Er ist stark in seinem Fach und im Vertreten seiner Position, gleichzeitig aber immer umgänglich mit seinen Kollegen.

Die Liebe zum konstruktiven Ingenieurbau hat Achim Rubert während seines Studiums an der TU Berlin entdeckt. Schon damals war die Statik eines seiner Steckenpferde. Später folgte die Promotion mit einer Arbeit über das Tragverhalten von punkt- und lochrandgestützten großformatigen Fassadenplatten auf nachgiebigen Unterkonstruktionen.

Liest man seinen Lebenslauf, stechen Begriffe wie Medizintechnik und Maschinenbau ins Auge. Neben der Baubranche konnte Prof. Rubert auch hier sein Know-how einbringen und so manches Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsvorhaben in Deutschland und dem europäischen Ausland realisieren.

Als Professor an der HAWK ließ Achim Rubert die Praxis nicht aus dem Blick. Zuletzt hat er mit einigen Kollegen der Technischen Universität Budapest zusammengearbeitet. Dabei hat er sich mit modernen, in Ungarn entwickelten und bis dahin in Deutschland nicht bekannten Eurocode-konformen räumlichen Stabilitätsanalysen von 2D- und 3D-Stahlkonstruktionen befasst. All das hat er in verschiedenen Fachveröffentlichungen dokumentiert.

In seinen Jahren als Dozent hat Prof. Rubert viele Studierende begleitet. Und das durchaus erfolgreich, schließt Dekanin Prof. Dr. Alexandra Engel mit einem Blick auf die Evaluation seiner Lehrveranstaltungen: "So viel dürfen wir hier sagen: Laut Lehrevaluation haben Sie das 'beste Folienskript im Bereich Bauen' entwickelt."

Prof. Uwe Höltje: Architekt und zugewandter Lehrender mit besonderer Familiengeschichte

Holzminden, die ehemalige Baugewerkschule und heutige HAWK – beides kennt Uwe Höltje schon viele Jahre vor seiner Berufung zum Professor. Er ist, was die HAWK liebevoll als "Eigengewächs" bezeichnet. Und das in ganz besonderer Weise: In den 1930er Jahren studierte schon Vater Walter Höltje in Holzminden Architektur. Anschließend gründete er eine Familie und lebte mit ihr im Ruhrgebiet. 1962 erhielt Vater Walter den Ruf als Professor nach Holzminden, 1964 zog die Familie mit Sohn Uwe nach.

"Wir kamen aus dem Ruhrgebiet, da war viel los. Ich war erstmal nicht sonderlich begeistert", scherzt Uwe Höltje heute, wenn er sich an den Umzug erinnert. Dass es ihm dann aber doch gut gefiel ist Geschichte. 1971 entschied er sich, ebenfalls in Holzminden Architektur zu studieren. Gleich im ersten Semester freundete er sich mit einer Kommilitonin an. 1974 bekam er als bester Absolvent zusammen mit dem ganzen Semester den Haarmannpreis der Stadt Holzminden.

Anschließend zog Höltje fort, studierte weiter an der TU Braunschweig. Die Baulandschaft hat er danach vor allem als selbstständiger Architekt geprägt. Im Wohnungsbau, im Bau von medizinisch genutzten Gebäuden und mit feinfühligen Konzepten für Kulturbauten und Bauten für Kinder hat er sich einen Namen gemacht.

Schon früh hat sich Uwe Höltje mit CAD-Systemen, Datenverarbeitung und der Programmentwicklung für die Bauindustrie befasst. Genau diese Kompetenzen haben ihn 1982 wieder nach Holzminden geführt; erst als Lehrbeauftragter, seit 1987 als Professor für Baubetrieb und EDV.

In seinen 34 Jahren an der HAWK hat Prof. Höltje alle Phasen des Bauens gelehrt – von dem Entwurf über die Konstruktion, den Baubetrieb mit Spezialisierungen im Metall- und Sanierungsbau bis zum Baumanagement. Trotz EDV-Ausrichtung hat er den Bezug zum Baumaterial dabei nie verloren. Lehm, Holz und die Entwicklung gesunder Baustoffe liegen ihm am Herzen.

Uwe Höltje ist ein zugewandter, lockerer Typ. Im Grau der kalten Jahreszeit fällt er von Weitem auf mit seiner leuchtend roten Outdoor-Jacke. Manchmal hat er auch sein Hightech-Faltrad dabei; das Rot des Rahmens passend zur Jacke und im Kontrast zur schwarz gekleideten Erscheinung.

Mit großer Freude lehrt er in der Hochschule und kommt bei Studierenden wie Kollegen gut an. Bei Abschlussfeiern findet man ihn am Piano, wenn er für den voll besetzten Lichthof mit seiner Band "23" musiziert. Zuhause tauscht er dieses wahlweise gegen Akkordeon, Gitarre oder Mundharmonika und erfüllt sich scheinbar ganz nebenbei Abenteurer-Träume wie eine Alpenüberquerung mit dem roten Faltrad.

Bei der Verabschiedung sitzt Prof. Höltjes Frau neben ihm. Es ist die Kommilitonin von damals aus dem ersten Semester. Ihr gemeinsamer Sohn Jonas zählt mittlerweile ebenfalls zu den Holzmindener Absolventen. Dekanin Engels Fazit: "Wir sind gespannt, wie diese Familiengeschichte weitergeht!"

Erscheinungsdatum: 07.02.2017 

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