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Aktuelles aus der Hochschule

Neues Image für die Nordseeküste

Zwei HAWK-Absolventinnen wollen junge Menschen mit einer Imagekampagne an die Nordseeküste locken

Junge Erwachsene lieben spontanes Reisen, Backpacking und Abenteuer. Mit Nordseeurlaub hat das alles nicht viel zu tun. Zumindest in den Köpfen der meisten Menschen. Zwei Absolventinnen der HAWK-Fakultät Gestaltung aus Hildesheim wollen das ändern. Kara Pekrun und Philine Ernstorfer sind beide an der Küste aufgewachsen und haben sich während ihres Masterstudiums an der HAWK kennengelernt.

Nun haben sie ihr Studium abgeschlossen - mit einer Abschlussarbeit die helfen soll, die Urlaubsregion Nordseeküste für junge Menschen attraktiv zu machen. „Oft versuchen Tourismusverbände, alle Zielgruppen gleichzeitig anzusprechen“, erklärt Pekrun. „Allerdings ist es meist schwierig, alle Reisenden gleichermaßen zu erreichen. Junge Menschen, Familien oder Senioren haben verschiedene Wünsche und Bedürfnisse, wenn es um das Reisen geht.“ Eine Kommunikation, die auf Bedürfnisse junger Erwachsener eingeht, gibt es bisher nicht. So kommt es dazu, dass der Altersdurchschnitt der Nordseeurlauber momentan bei 55 plus liegt.
Um das zu ändern, wollen Pekrun und Ernstorfer das Image der Nordseeküste auffrischen - mit einer übergreifenden Dachmarke für die Region. Was zunächst nur als Abschlussarbeit geplant war, wurde für die beiden heimatverbundenen Frauen bald zu einer echten Herzensangelegenheit. Darum war eines ihrer Hauptanliegen, die Arbeit so zu gestalten, dass sie tatsächlich umsetzbar wäre und mithelfen könnte, die Nordseeküste auch für junge Menschen wieder attraktiv zu machen.

So entwickelten sie, mithilfe von sogenannten Designresearch Methoden und intensiver Recherche vor Ort, eine übergreifende Imagekampagne unter dem Titel „Moin Nordsee“. Insbesondere ging es darum, junge Erwachsene auf unterschiedlichen Wegen zu erreichen und anzusprechen. Dazu wurde eine Webseite entwickelt, die als Informations- und Austauschplattform für junge Reisende dient. Neben einer Reihe von Plakaten und Werbeartikeln, wie Aufklebern, Postkarten und Buttons zum Anstecken, wurden auch Angebote konzipiert, die junge Menschen an der Nordseeküste wahrnehmen können. Emotional, jung und humorvoll soll die Nordseeküste in neuem Glanz erscheinen. Dafür nutzten die beiden viele großflächige Fotos, um Emotionen transportieren zu können. Surfer, norddeutsche Tiere und natürlich das typische Schietwetter haben die beiden für ihre Kampagne vor Ort abgelichtet.

Auch die direkte Ansprache spielt auf ihren Werbemitteln und der Plattform eine große Rolle – natürlich auf Plattdeutsch. Wörter aus der norddeutsche Sprache zu verwenden, sei eine bewusste Entscheidung gewesen, erklärt Ernstorfer: „Das kommt bei jungen Leuten gut an, sogar in Süddeutschland.“ Und so heißt es auf der Webseite auch nicht „Nimm deinen Rucksack“ sondern „Nimm deinen Büddel und lauf los!“ Die beiden haben sich zu ihrer Kampagne nämlich auch gleich ein passendes Angebot für junge Touristen ausgedacht: Nordseetouren zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem VW-Bulli – ganz flexibel und spontan, wie es junge Menschen mögen. „Unsere Generation möchte möglichst viele Optionen haben und sich nicht im Vorhinein festlegen“, berichtet Ernstorfer. Bisher sei das in den Küstenregionen eher schwierig umzusetzen. Damit das nicht so bleibt, hoffen die beiden Absolventinnen auf Kooperationspartner, mit denen sie ihre Ideen umsetzen können. Zum Beispiel sei eine Zusammenarbeit mit den norddeutschen Bundesländern, Tourismusverbänden und den einzelnen Regionen denkbar. „Was sich daraus entwickeln wird, wissen wir noch nicht. Manchmal sind es ja auch nur Ansätze, die in die Realität umgesetzt werden“, überlegt Ernstorfer und Pekrun ergänzt: „Wir hoffen einfach, dass unsere Arbeit nicht nur in der Schublade landet.“ Eines ist für die beiden aber klar: „Im Herzen zieht es uns an die Nordsee zurück. Mit oder ohne ‚Moin Nordsee‘.“
Auf www.moinkueste.jimdo.com haben die beiden ihre Arbeit in einem Blog dokumentiert.

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Erscheinungsdatum: 28.02.2017 

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