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Aktuelles aus der Hochschule

Partnerschaftliche Vereinbarkeit

OECD veröffentlicht Studie zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf in Deutschland

Eine neue Studie der OECD beschäftigt sich mit der Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf in Deutschland. Die Studie "Dare to Share" untersucht die Aufteilung von unbezahlter und bezahlter Arbeit in Familien und gibt Empfehlungen, wie (familien-)politische Instrumente eine gleichmäßigere Aufteilung von Lohnarbeit und Care-Arbeit, also der Sorgearbeit, befördern können.

Partnerschaftliche Aufteilung von unbezahlter Arbeit in Familien

In Deutschland waren im Jahr 2013 rund 70 Prozent der Mütter erwerbstätig. Im Vergleich dazu liegt in Dänemark oder Schweden die Erwerbsquote von Müttern mit rund 82 Prozent deutlich höher. Die Autorinnen und Autoren der Studie stellen zudem heraus, dass in Deutschland mit 39 Prozent überdurchschnittlich viele Mütter in Teilzeit arbeiteten und ihre Wochenarbeitszeit mit durchschnittlich 20 Stunden relativ gering ist. Die hohe Teilzeitquote bei Müttern zeigt, dass eine wirklich ausgeglichene Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit innerhalb von Familien noch nicht die Regel ist. Denn gleichzeitig übernehmen Frauen nach wie vor fast zwei Drittel der Hausarbeit, der Betreuung von Kindern und anderen Familienangehörigen. Dies schwächt nicht nur die wirtschaftliche Stellung von Frauen, angesichts des demografischen Wandels bleiben so auch wirtschaftliche Potenziale ungenutzt. In Ländern, in denen Frauen in größerem Umfang arbeiten und es eine gut ausgebaute und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung wie etwa in Finnland, oder Norwegen gibt, teilen Eltern unbezahlte Arbeit dagegen ausgewogener auf. Laut den Ergebnissen der Studie teilen Paare die unbezahlte (Care-)Arbeit umso partnerschaftlicher auf, je höher der Erwerbsumfang ist.

Die Studie spricht deshalb einige Empfehlungen an die Politik aus. So sollten mehr Väter zur Inanspruchnahme von Elternzeit ermutigt werden. Außerdem sollten die Betreuungsangebote für Kleinkinder und auch für Grundschulkinder weiter ausgebaut und flexibler gestaltet werden. Durch eine Weiterentwicklung familienpolitischer Förderinstrumente könnte Eltern einen Zugang zur Erwerbstätigkeit in größerem Umfang erhalten. Im Bereich Steuern und Transfers könnte das System so angepasst werden, dass Paare zu einer partnerschaftlichen Aufteilung der Erwerbstätigkeit ermutigt werden. Damit werde auch auf eine weitere Verringerung der Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen hingewirkt.

Weitere Informationen


Kontakt
Merle Klintworth
Referentin für den Familienservice
Goschentor 1  (Raum 310)
31134 Hildesheim
Tel.:  05121/881-148  E-Mail

Erscheinungsdatum: 02.03.2017