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Aktuelles aus der Hochschule

Leuchtturmprojekte als Garant für weitere Förderphase

10. Netzwerktreffen der Qualitätsoffensive Lehre in Niedersachsen an der HAWK

„Wir können von den Erfahrungen anderer Projekte lernen und Konzepte austauschen, so entwickeln sich alle besser weiter und unterstützen sich gegenseitig“, sagt Dr. Markus Kieselhorst, der an der HAWK das Projekt LernkulTour im Rahmen des Förderprogramms „Qualitätspakt Lehre“  des Bundes verantwortet, beim 10. Netzwerktreffen der Qualitätsoffensive Lehre in Niedersachsen. Kieselhorst lobt die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Projekte. Im Laufe der Jahre habe sich ein sehr kollegialer Umgang entwickelt, der auch dabei helfe, Schwierigkeiten anzusprechen.
 



Gerade das Wort „Verstetigung“ beschäftigt die Projektverantwortlichen aus dem Netzwerk von 13 wissenschaftlichen Institutionen im hohen Maße. Seit 2011 sind ihre Projekte durch den „Qualitätspakt Lehre“ des Bundes gefördert, 2016 gelang vielen die Aufnahme in die zweite Förderphase. Daher drehte sich das Netzwerktreffen in Hildesheim jetzt im Wesentlichen um den Themenschwerpunkt „Transition –  Übergänge gestalten“, denn gerade in der zweiten Förderphase geht es darum, bereits begonnene Projekte weiter zu vertiefen.

„Lerninnovationen konkurrieren oftmals mit anderen Innovationsthemen an einer Hochschule oder einer Universität“, sagte Prof. Dr. Dieter Euler von der Universität St. Gallen bei seinem Vortrag beim Netzwerktreffen. Gerade bei der Hochschulentwicklung auf pädagogischer Ebene handele es sich oftmals um den sprichwörtlichen „Elephant in the room“, es sei klar, dass etwas verbessert werden müsse, aber dies werde gerne ignoriert. Eulers Empfehlung, wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Niedersachsen, Bremen und Hamburg ihre innovativen Projekte an ihrer Einrichtung verstetigen können: „Nehmen Sie die organisationale Energie und Kreativität auf und nutzen Sie Widerstände pro-aktiv.“

Im Rahmen einer Poster-Ausstellung im Goschentor konnten die Projektverantwortlichen über ihre Pläne für die aktuelle Übergangsphase berichten und ihre Leuchtturmprojekte vorstellen. „Wir haben im Rahmen von ‚teach4TU‘ unter anderem das ‚Innovationsprogramm Gute Lehre‘ umgesetzt. In einem internen Wettbewerbsverfahren können sich Lehrende jährlich um Mittel bewerben, die sie für die Verbesserung der eigenen Lehre einsetzen. Inzwischen haben wir über 40 Projekte bewilligt“, erzählt Karolina Bielak von der Technischen Universität (TU)Braunschweig.

„In unserem Projekt ‚voneinander Lernen lernen‘ haben wir ein herausstechendes Vorhaben, das ist die flexible Studieneingangsphase. Wir haben uns die Frage gestellt: Wie gehen wir mit dem unterschiedlichen Vorwissen in Mathematik um? Je nach Kenntnisstand können die ersten zwei Semester jetzt auf drei gestreckt werden “, so Frank Mayer von der Hochschule Osnabrück. „Damit haben wir die Abbruchquoten gesenkt und den Studienerfolg gesteigert.“

„Wir setzen das Projekt ‚Schwerpunkte zur kontinuierlichen Verbesserung der Lehre und des Lernens‘ um“, berichtet Florian Kainer von der TU Clausthal. Dabei wechsle zum Beispiel in der Strömungsmechanik der Studierende mal seine Rolle und übernehme die Dozententätigkeit. „Das kommt sehr gut an“, so Kainer.

Ulrike Stukenborg-Scholz von der Hochschule Hannover schildert: „Unser Projekt ‚MyStudy‘ begleitet und berät Studierende rund um ihr Studium. Das bringt den Studierenden vor allem mehr Klarheit über ihr Studium und über die einzelnen Lernprozesse. Sie reflektieren ihr Lernverhalten und können sich mit ihren Stärken und Kompetenzen besser einbringen.“

An der Universität Oldenburg läuft das Projekt „Forschungsbasiertes Lernen im Fokus“. „Bei uns können die Studierenden dadurch selber forschen und die Ergebnisse dann auch fachkundig präsentieren, zum Beispiel auf Studierenden-Konferenzen. Die Studierenden kommen dadurch aus der reinen Seminarperspektive heraus, weil sie wie echte Forscher arbeiten“, erzählt Maren Petersen.

Am Ende der Tagung zieht Prof. Maria Krüger-Basener vom Initiativteam des Niedersächsischen Netzwerks Bilanz der ersten Förderphase: „Am Anfang war ‚Qualitätspakt Lehre‘ etwas ganz Exotisches: Was soll das, das brauchen wir nicht. Ich denke, das hat sich grundlegend geändert. Inzwischen ist klar, dass Didaktik ein wichtiger Baustein im praktischen Leben ist. Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, Formaten und Methoden, die den Lehrenden bewusst sind und zum Teil auch unbemerkt Einzug gehalten haben. Gerade in der zweiten Phase geht es jetzt darum, dass der Impuls, der in der ersten Phase ausgesandt wurde, in den Hochschulen ankommt.“
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„Uns ist es in der ersten Phase gelungen, an allen Fakultäten passgenaue Maßnahmenpakete umzusetzen, zum Beispiel neue Studieneingangsphasen zu etablieren“, betont auch Markus Kieselhorst von der HAWK.  Stolz blickt er auf das Erreichen der zweiten Förderphase bis 2020: „Das ist ein Beleg dafür, dass wir überzeugende Arbeit geleistet haben. In der jetzt beginnenden zweiten Phase will das Projekt LernkulTour weiterhin als ein Motor für Veränderungen aktiv sein und so in enger Kooperation mit den Fakultäten Studium und Lehre an der HAWK weiter entwickeln.“

Hintergrund:

Das Konzept für „LernkulTour“  entwarf die HAWK unter der Projektleitung von Vizepräsidentin Prof. Dr. Annette Probst für das Förderprogramm „Qualitätspakt Lehre“ des Bundes und wurde 2011 - neben 187 Hochschulen aus allen Bundesländern - in die erste Förderphase bis 2016 aufgenommen. Durch die großen Fortschritte in den vier Schwerpunktbereichen Studieneingangsphase (STEP), Lehre und Prüfungen (KOOR), Selbststudium (BEST) sowie Qualitätsmanagement in Studium und Lehre (QUALI) gelang auch die Genehmigung des Folgeantrags und die Bewilligung von Fördergeldern bis 2020. Deutschlandweit stellt der Bund eine Gesamtsumme von rund zwei Milliarden Euro zur Verfügung. In der zweiten Förderphase wurden Folgeanträge von 156 Hochschulen bewilligt, darunter 71 Universitäten, 61 Fachhochschulen sowie 24 Kunst- und Musikschulen. Die jeweiligen Landesregierungen der geförderten Hochschulen stellen die Gesamtfinanzierung sicher. Bund und Länder hatten das Programm für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre (Qualitätspakt Lehre) als dritte Säule des Hochschulpakts 2020 im Juni 2010 beschlossen.

Weitere Informationen:

 

Erscheinungsdatum: 02.03.2017