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Aktuelles aus der Hochschule

Startschuss für "Plasma for Life"

Auftakttreffen für 6,5-Millionen-Euro-Projekt mit südniedersächsischen Unternehmen (die Tagesthemen haben berichtet)

Alltägliche Plasma-Anwendungen wie Handgeräte, um Wunden besser zu heilen oder der Plasma-Läusekamm können in den nächsten Jahren zur Selbstverständlichkeit in Haushalt und Handwerk werden: Der FH-Impuls-Cluster "Plasmatechnologien aus Südniedersachsen –  Impulse für ein gesundes Leben", kurz "Plasma for Life", will hierfür sorgen. Dabei handelt es sich um eine Forschungs- und Innovationspartnerschaft. Sie besteht aus dreizehn Projektpartnerunternehmen (davon acht aus Südniedersachsen) und der HAWK. Sie wird innerhalb der nächsten Jahre Technologien und Forschung gemeinsam bündeln.

Zur Kick-Off-Veranstaltung am Dienstag, 15. August 2017, haben unter anderem die Tagesthemen über Plasma for Life berichtet (Beitragsbeginn ab Zeitindex 00:16:57).


Ziel ist es, Laser- und Plasmatechnologie durch transfer- und umsetzungsorientierte Forschung für die Life Sciences, also Wissenschaften rund um biologisches Leben, nutzbar zu machen. Dazu forschen die Verantwortlichen in denProjektgebieten Medizin- und Wirkstofftechnik, Bildgebende Diagnostik, Hygiene und Therapie.

"Insbesondere 'Plasma for Life' gibt uns die Möglichkeit, international den Anschluss zu halten und vielleicht in dem einem oder anderen Gebiet die Weltspitze wieder zu übernehmen – und das ist für eine Fachhochschule eine großartige Chance", so Projektleiter und Vizepräsident der HAWK Prof. apl. Prof. Dr. Wolfgang Viöl während des Auftakttreffens mit den Partnerfirmen und weiteren Projektbeteiligten an der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik in Göttingen.

Während der Kick-Off-Veranstaltung stellten sich auch die Partnerfirmen Sartorius, Otto Bock, Gerresheimer, Mahr, Qioptiq, Kappa, Trumpf, Pro4, O+E, NSF Erdmann, IBA, Cinogy sowie LEA Medtech vor und tauschten sich informell und fachlich untereinander aus.

Clustermanager Dr. Bernd Schieche stellte Aufbau und Struktur des FH-Impuls-Clusters "Plasma for Life" vor und erläuterte die Einbettung der Partnerschaft in ein ganzheitliches strategisches Konzept der HAWK: Neben dem Projektbereich soll es auch eine Verknüpfung mit der Lehre des neuen Gesundheitscampus geben, es werde aber auch ein Medizintechnik-Forschungsneubau anvisiert, darunter eine neue Stiftungsprofessur "Life Sciences" sowie ein Forschungs- und Graduiertenkolleg. Auch sind neue Studiengänge konzipiert worden: Laser- und Plasmatechnik sowie in Kürze Medizin-Ingenieurwesen. "Ziel muss es sein, alle dreizehn Partnerunternehmen mit ihren Bedarfen zufriedenzustellen und auch zu schauen, wie man das regionale Cluster mit weiteren, neuen Partnern sukzessive mit Augenmaß aufbaut."

Im vergangenen Jahr hat die HAWK als einzige niedersächsische Hochschule aus zehn teilnehmenden Fachhochschulen bundesweit beim Wettbewerb "Starke Fachhochschulen – Impuls für die Region" gewonnen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert damit die HAWK-Forschungs- und Innovationspartnerschaft "Plasmatechnologien aus Südniedersachsen –  Impulse für ein gesundes Leben" (Plasma for Life) innerhalb der nächsten drei Jahre mit einer Fördersumme von 5,47 Millionen Euro.  Zusätzlich  stellt die Industrie 1,06 Millionen Euro zur Verfügung.

"Sie sind sehr gut an den Startblock gekommen", sagte BMBF-Referatsleiterin Sabine ten Hagen-Knauer in ihrem Grußwort. Die Förderung durch FH-Impuls sei deshalb so wichtig, weil man zum ersten Mal die Fachhochschule als Institution anspreche: "Wir möchten, dass sich die Professoren innerhalb der Fachhochschule zu einem bestimmten Themengebiet in ihrem Forschungsschwerpunkt zusammensetzen, um mit Partnerunternehmen aus der Region ein Netzwerk zu stricken – vorrangig mit mittleren und kleineren Firmen -  damit auch Impulse in die Region gehen." Viele Chancen würden sich daraus ergeben, dass sehr viele Unternehmen regional eingebunden werden, diese sich bereits untereinander kennen und auf einem gut abgesteckten Themenfeld vertrauensvoll zusammenarbeiten – dies halte das Konstrukt tragfähig.

Prof. Dr. Gerd Litfin, vom Förderverein gewählter Partnerschaftssprecher ergänzte, mit dem FH-Impuls-Projekt werde viel Kooperation zwischen Fachhochschule und Industrie gefördert und vorangetrieben. Dies habe auch das Resultat, dass aller Voraussicht nach nicht nur neue Produkte dabei herauskommen werden sondern vielleicht auch das eine oder andere Unternehmen gegründet wird. "Von solchen Forschungsaktivitäten profitiert die Industrie in besonderer Weise, zumal es eine Aktivität zwischen Industrie und Fachhochschule ist."

Stephan Gais, geschäftsführender Gesellschafter der Mahr GmbH und der Vorsitzende des Fördervereins Fachhochschule Göttingen, sagte, dass der wesentliche Aspekt die Vernetzung der verschiedenen Institutionen der Wissenschaft und auch den unterschiedlichen mittelständischen Unternehmen in der Region Südniedersachen sei: “Wir stellen immer wieder fest, dass verschiedene Ansätze der Grundlagen, übergreifend über die unterschiedlichen technologischen Felder und Branchen hinaus, durchaus Synergien erbringen.“ Man könne sich sehr effizient austauschen, da man keinen Wettbewerb untereinander habe.  Als Ziel der Zusammenarbeit stelle er sich umsetzbare Produktideen vor, die man marktreif zu den Kunden bringen könne. Die HAWK sei für die Firma Mahr eine der wesentlichen Bezugsquellen für Nachwuchs-Ingenieure, permanent würden zwischen drei und fünf HAWK-Absolventen als neue Mitarbeiter ausgebildet.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler betonte in seinem Grußwort, es gebe in Göttingen viel Nähe zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Man bräuchte sowohl Grundlagen- als auch Anwendungsforschung. Alle profitierten von 'Plasma for Life', so Köhler, und lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Förderverein: Plasmatechnologie und HAWK seien mittlerweile eine sehr enge und vielversprechende Verbindung und Köhler bezeichnete "Plasma for Life" als weiteres Leuchtturmprojekt in Göttingen.

Durch den Erfolg bei FH-Impuls und mit dem Start des FH-Impuls-Clusters "Plasma for Life" erweist sich die HAWK als eine der zehn forschungsstärksten Fachhochschulen in Deutschland. Die HAWK-Forschung ist auf dem Weg, Volkskrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte mit Hilfe von Plasma-Behandlungen signifikant zu lindern.

Mit FH-Impuls, dem Fraunhofer Anwendungszentrum und dem Gesundheitscampus zeigt sich die Hochschule als echter Innovationsmotor für die Region Südniedersachsen und darüber hinaus. Bei positiver Zwischenevaluation wird die Förderung um weitere vier Jahre verlängert.

Erscheinungsdatum: 16.08.2017