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Bauen und Erhalten

Exkursionen und Workshops

Wasserkraft statt Atomkraft: Schweizer Ausstieg führt zu aktuellem Workshop-Thema

Internationaler Workshop im Studiengang Bauingenieurwesen: Berner Fachhochschule (BFH) und HAWK-Fakultät Bauen und Erhalten

Gemischte Gruppen aus Hildesheim und dem BFH-Standort Burgdorf arbeiteten sich in das aktuelle Thema „Wasserkraftnutzung“ ein. Gastgeber war dieses Mal BFH-Prof. Peter Schmocker, der für die Themenfindung den für 2026 beschlossenen Abschied von den Atomkraftwerken in der Schweiz zum Anlass nahm. Bereits 56 Prozent der Stromproduktion stammen in der Schweiz aus der „Turbinierung“ von Wasser (zum Vergleich: Deutschland 4 Prozent). Die Studierenden führten die Grobplanung für ein weiteres Wasserkraftwerk durch.

Der Workshop fand in einer Jugendherberge am Thuner See bei Interlaken statt, zur Einführung gab es eine Tagesexkursion ins Berner Oberland. Dort besichtigten die Studierenden eine Baustelle zur Erweiterung eines großen Wasserkraftwerkes, machten sich mit dem komplexen Speichersystem der Wasserkraftwerke Oberhasli vertraut und erhielten Eindrücke zur Niederschlagsdynamik an einem Gletschersee.

Eigentlich waren Semesterferien, doch insgesamt 25 Studierende fanden sich um die Dozenten Peter Schmocker (BFH), Heike Giesen und Axel Stödter (beide HAWK) zusammen, um sich den folgenden Themen zu widmen:

  • Hydrologische Grundlagen
  • wasserbauliche Planung
  • Ökonomie
  • ökologische Ausgestaltung
  • Vergleich verschiedener Projekte in der Schweiz und Deutschland

Dazu kam die Bearbeitung eines gemeinsamen Projektbeispiels aus der Praxis: Die Planung eines kleinen Wasserkraftwerkes.

Interessant waren die unterschiedlichen Herangehensweisen der Studierenden. Bei den Schweizern gab es eine beträchtliche Anzahl von Teilzeitstudierenden mit eigener Berufserfahrung, die sehr schnell zu Ergebnissen kommen wollten, während die – jüngeren – Vollzeitstudierenden sich mehr mit detailliertem Hintergrundwissen beschäftigten. Genau diese Unterschiede machen jedoch die Gruppenarbeit in Workshops aus. Hier müssen sich alle praxisnah im Team und unter großer Zeitnot bewähren, denn es stand nur eine Arbeitswoche von Wissenserwerb bis zur Anwendung zur Verfügung. Dabei wurden am Ende auch Präsentationsfertigkeiten erworben.

Zudem wurde die Praxisaufgabe "Planung eines Wasserkraftwerkes" mit allen wesentlichen Einbauten innerhalb kürzester Zeit fachkundig gelöst. Die Studierenden kamen auf ähnliche Ergebnisse, wie renommierte Schweizer Planungsbüros.

Aufgrund dieser positiven Erfahrungen planen die Verantwortlichen den nächsten Workshop fest ein, dann wieder mit dem Gastgeber HAWK.


 

Erscheinungsdatum: 27.09.2013