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Bauen und Erhalten

Forschung an der HAWK in den Studiengängen

Deutsch-ägyptisches Ausbildungsprojekt

VolkswagenStiftung fördert Kooperation zwischen Niedersachsen und Minya

Mit der Arabischen Revolution hat sich vieles in Ägypten verändert. Junge Menschen bemühen sich um eine gute Ausbildung, die ihnen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht. Auch in Deutschland suchen viele Studierende nach internationalem Austausch, um neue Erfahrungen zu sammeln. Mit einem gemeinsamen Ausbildungsprojekt für angehende Restauratorinnen und Restauratoren aus Ägypten und Deutschland können beide Ziele erreicht werden.

Bereits seit 2012 führen Nicole Riedl-Siedow (HAWK Hildesheim) und Katja Lembke (Landesmuseum Hannover) als Projektleiterinnen ein Programm durch, das aus einem Ausbildungsteil in Ägypten und einem weiteren in Deutschland besteht: Im Frühjahr kommen ägyptische Studierende nach Niedersachsen, um Konservierungs- und Managementmethoden kennenzulernen, im Herbst fahren angehende deutsche Restauratorinnen und Restauratoren nach Mittelägypten. Dort konservieren sie gemeinsam mit ihren ägyptischen Kollegen Wandmalereien in der Nekropole von Tuna al-Gebel, einem Friedhof aus der Zeit von 300 v. Chr. bis zum 4. Jh. n. Chr. „Die in diesem Projekt geförderte internationale Teamarbeit am historischen Original stärkt das Verantwortungsbewusstsein sowohl der deutschen als auch der ägyptischen Studierenden. Darüber hinaus kommt die erworbene fachliche Kompetenz in der Maßnahmenplanung und praktischen Durchführung den angehenden RestauratorInnen in beiden Ländern zu Gute“, erläutert Nicole Riedl-Siedow als Restauratorin die Kooperationsarbeit.

Die Verstorbenen wurden in dieser einmaligen Anlage in Gräbern bestattet, die Häusern ähneln und reich mit Malereien dekoriert sind. „Tuna el-Gebel ist der größte Friedhof in Ägypten, den wir aus dieser Zeit kennen. In der römischen Kaiserzeit erreichte er die Ausmaße einer Stadt. Fast zweitausend Jahre waren die Grabhäuser von Sand bedeckt, daher sind sie ungewöhnlich gut erhalten“, kommentiert Katja Lembke als Archäologin das Projekt.

Dank der Unterstützung der VolkswagenStiftung kann die Kooperation nun für drei Jahre fortgesetzt werden. Auf ägyptischer Seite ist die Universität Minya Projektpartner, die sich im April bereits mit einer internationalen Tagung für die Kooperation bedankt hat.