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Bauen und Erhalten

Archäometrie und Chemie

Chemie und Archäometrie im Studiengang BA Präventive Konservierung an der HAWK in Hildesheim

Analyse des Materials

Was haben Röntgenfluoreszenzanalyse, Infrarotspektroskopie, Polarisationsmikroskopie und Dünnschichtchromatographie mit dem Studium der Konservierungs- und Restaurierungswissenschaften zu tun? Die am Anfang des Studiums schwer aussprechbaren Komposita sind ein wesentlicher Bestandteil der naturwissenschaftlichen Ausbildung an der Fakultät Bauen und Erhalten.

Wissenschaft der Materialanalytik

Archäometrie ist eine Wissenschaft der Materialanalytik, die sich mit der Untersuchung und Erforschung von Materialproben, deren Eigenschaften und Veränderungen, befasst. Die Proben werden den Kunstwerken in sehr geringen Mengen entnommen, unbemerkt vom kunstfreudigen Auge. Die Archäometrie ist interdisziplinär, denn sie nutzt Erkenntnisse der Natur-, Kunst-, Material- und Konservierungswissenschaften gleichermaßen.

Der Begriff Archäometrie wurde übrigens 1977 im Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museum in den Begleittexten zur spektakulären Ausstellung „Ägyptens Schätze unter dem Mikroskop“ erdacht.

Kooperationen mit anderen Hochschulen

Seit 1998 findet zwischen den Archäometrielaboren der Hochschule der Künste Bern und der HAWK ein Lehraustausch statt. Dieser Austausch gewährt neben einem kostenneutralen Lehrangebot auch den Erfahrungsaustausch zur Verbesserung der naturwissenschaftlichen Lehre an beiden Hochschulen bei der Umsetzung der konsekutiven Studienform BA-MA (Bachelor-Master-Ausbildung). Von Seiten der HAWK bietet Dipl. Chem. Martina Schulz den Kurs „Dünnschichtchromatographie für Restauratoren“ an, der im Austausch mit dem Kurs von Prof. Dr. Stefan Wülfert (Bern) „Polarisationsmikroskopische Bestimmung von Pigmenten“ steht. Das Mikroskopieren bereitet den Studierenden sichtlich große Freude und ergänzt in idealer Weise die Lehre an unserer Hochschule.

Seit zwei Jahren kooperiert das Archäometrie-Labor nun auch mit dem Institut für Endlagerforschung der Uni Clausthal-Zellerfeld, Prof. Dr. Kurt Mengel und Dipl. Mineraloge Dr. Karl Strauß: Für den Kurs „Polarisationsmikroskopie“ können wir nicht nur den dortigen Mikroskopiesaal nutzen, sondern auch die weltberühmte Mineraliensammlung der Universität zur Bestimmung von Pigmenten. Die Sammlung erstaunt, macht neugierig und eröffnet eine überraschend andere Sicht auf den Lehrstoff.