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Bauen und Erhalten

Wandmalerei und Architekturoberfläche

Wandmalerei und Architekturoberfläche an der HAWK in Hildesheim

Vermittlung von wissenschaftlich begründetem Umgang mit Wandmalerei und Architekturoberfläche

Das Ausbildungsziel liegt in der Vermittlung von wissenschaftlich begründetem Umgang mit Wandmalerei und Architekturoberfläche unter Wahrung des Respekts vor dem Kulturgut. Die Studierenden lernen ein stufenartiges Vorgehen zur optimalen Erhaltung von Wandmalereien, in dem die erste und die letzte Stufe immer der präventiven Konservierung vorbehalten bleiben sollte. Dazwischen können Maßnahmen der aktiven Konservierung und Restaurierung liegen. Diese werden je nach Objekt, Wissensstand und Notwendigkeit im optimalen Fall interdisziplinär erörtert. Für alle Methoden und Techniken der Kulturpflege gemeinsam gilt die unabdingbare Forderung, dass die Malereien in ihrem unveränderten Bestand und unter Bewahrung ihrer Integrität erhalten werden sollen.

Ganzheitliche Betrachtungsweise von Bauhüllen, Einwirkungsfaktoren und Klima

Eine zwingende Voraussetzung für die Erhaltung von Wandmalereien ist das Verständnis für eine ganzheitliche Betrachtungsweise von Bauhüllen, Einwirkungsfaktoren und Klima. Denn Wandmalereien sollten immer auf das engste mit ihrem Entstehungsort verknüpft bleiben und ihre Bedeutung und ihr Verständnis werden nur in diesem Umfeld zum vollen Tragen kommen. Genau darin liegt für die praktische Umsetzung auf dem Gebiet der Wandmalereierhaltung in situ die große Herausforderung, weil die Umgebung einer Wandmalerei in situ ein komplex aufgebautes Materialsystem aus Malereiträger, in der Regel Mauerwerk, Mörtel- und Malschichten, mit und ohne hölzerne Trägerkonstruktionen sind, und damit der Zustand der Gesamtarchitektur in seiner Umgebung eine Rolle spielt. Deshalb sind sie in der Regel immobile Kunstobjekte anderen sehr komplexen Umgebungsbedingungen ausgesetzt im Vergleich zu vielen mobilen Museumsobjekten. Wesentliches Fundament der Ausbildung ist die praktische Arbeit der Studierenden am originalen Kulturgut unter Aufsicht und Verantwortung der Dozenten. Die Konservierung von Wandmalereien wird in der Regel vor Ort am Baudenkmal und auf dem Gerüst durchgeführt.

Master-Studiengang „Konservierungs- und Restaurierungswissenschaft“

Aufbauend auf dem Bachelor-Studiengang wird  im Master-Studiengang „Konservierungs- und Restaurierungswissenschaft“ eine weiterführende Ausbildung verfolgt, die über den grundlegenden Erhaltungsanspruch der Konservierung hinausgehend einen weiteren Schwerpunkt in der Entwicklung restauratorischer Lösungsansätze bei beschädigten Wandmalereikunstwerken setzt. Dazu zählen neben der methodischen Darstellung des Schadenspotentials dann auch systematische Vorgehensweisen zur ästhetischen Präsentation schadhafter Malereien.

Die erworbenen Kenntnisse werden systematisch vertieft. Hierbei übernimmt die praktische Arbeit am Objekt eine wichtige, das theoretische Gerüst ergänzende Funktion. Die angemessen zu finanzierenden Praxisprojekte verstehen sich als konstituierendes Element einer fachgerechten Ausbildung. Besonders in Kombination mit einer Master-Thesis, dem Abschluss des Master-Studiengangs, können solche oder vergleichbare Projekte innovative Merkmale durch technisch-technologische und materialspezifische sowie historische Forschungen aufweisen. 

Studierende der HAWK unterstützen die Domsanierung

Im Hildesheimer Dom St. Mariä Himmelfahrt finden von Januar 2010 bis August 2015 umfangreiche Renovierungsarbeiten statt. Die beweglichen Kunstgüter werden für diesen Zeitraum ausgelagert, dagegen müssen die drei in situ verbleibenden Kunstwerke (Tympana Nord und Süd in der Ostwand des Querhauses und der Barbaraaltar) in dieser Zeit temporär zum Schutz eingehaust werden.
Im Rahmen des Moduls Objekt- und Umfeldanalyse haben Studierende des
1. Mastersemesters der Studienrichtung Restaurierung von Wandmalerei und Architekturoberfläche der HAWK, Hildesheim, Fakultät Bauen und Erhalten, unter Leitung von Prof. Dr. Riedl den aktuellen Bestand und Zustand vor der Schutzeinhausung dokumentiert. Ziel der Untersuchung war die Beurteilung des Erhaltungszustandes der zwei Tympana im Hinblick auf eine Notsicherung vor der Einhausung und der Entwurf eines Einhausungskonzeptes. Neben der Erstellung von Zustandskartierungen und fotografischen Dokumentationen kam auch erstmalig das neue mobile und hochflexible digitale Mikroskop der Fakultät Bauen und Erhalten in situ zum Einsatz. Auf diese Weise können die Studierenden berührungsfrei die Oberfläche der Kulturobjekte erfassen und wertvolle Einblicke zum Grad der Gefährdung gewinnen. 
Auf diese Weise haben die Studierenden mit ihrer Arbeit ganz konkrete Hilfe für den Schutz der wertvollen Tympana in Hildesheim geleistet.

Werkstattleitung:
Dipl.-Rest. Anneli Ellesat M.A.
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