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Bauen und Erhalten

Mikrobiologie

Mikrobiologie im Studiengang BA Präventive Konservierung an der HAWK in Hildesheim

Einzigartiges Angebot in Deutschland

Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts wurde zunehmend eine starke Bedeutung von Mikroorganismen (also z.B. Schimmelpilzen oder Bakterien) für die Schadensmechanismen an Kunst- und Kulturgut erkannt. Folgerichtig reagierte die Hochschule Hildesheim mit der Einrichtung des Lehrgebiets „Mikrobiologie“ im Bereich der Restauratorenausbildung. Dieses Angebot ist in Deutschland einzigartig. Die Ausbildung in der Mikrobiologie erfolgt in einem vollständig eingerichteten Speziallabor, in dem maximal 16 Studierende gleichzeitig unterrichtet werden können. Ergänzt wird das Angebot durch einen Mikroskopieraum, der Arbeitsmöglichkeiten für jeweils 12 Studierende bietet. Die Betreuung ist durch die Fachprofessorin, einem Diplombiologen in der Funktion des Laborleiters (Ulrich Markus Fritz) und einer promovierten Diplombiologin mit dem Schwerpunkt Molekularbiologie (Dr. Petra Möhlenhoff) gegeben.

Inhalte des Fachgebiets Mikrobiologie für Restauratoren / Konservatoren

Den Studierenden werden zunächst die Grundlagen der Mikrobiologie vermittelt, soweit diese für das Verständnis von mikrobiellen Prozessen an Kunst- und Kulturgut erforderlich sind. Zu diesen Grundlagen gehören Kenntnisse von Lebensbedingungen und Stoffwechselleistungen der Mikroorganismen. Auch ein Grundwissen über morphologische Kriterien ist für die Erkennung und Unterscheidung von Pilzen, Bakterien und anderen Mikroorganismen wichtig. Fachspezifisch werden im Weiteren typische Besiedlungsmuster gezeigt und Möglichkeiten der Untersuchung in Theorie und Praxis eingeübt. Das Feld reicht hier von der Vorstellung verschiedener Techniken zu Probennahme, über die Bewertung von Vitalität und Aktivität der Mikroorganismen, bis hin zur Bekämpfung eines mikrobiellen Befalls. Einen Schwerpunkt in der Grundlagenvermittlung bildet Vermeidung einer möglichen Gesundheitsgefährdung beim Umgang mit keimbelastetem Kulturgut. In vertiefenden Praktika gibt es über die Grundlagen hinaus die Möglichkeit innovative Techniken und Verfahren kennenzulernen. Erwähnt seien hier molekularbiologische und immunologische Nachweisverfahren für Mikroorganismen, aber auch z.B. natürliche organische Bindemittel sowie der Einsatz biochemischer Verfahren und Mikroben zum Erhalt von Objekten.

Ausbildungsziel

Das Ziel des Unterrichts im Bereich mikrobielle Besiedlung / Zerstörung von Kunst- und Kulturgut liegt darin, den Studierenden Wissen und Werkzeuge an die Hand zu geben, Mikroorganismen und ihr Schadpotential am Objekt erkennen zu können. Darüber hinaus muss der Restaurator / die Restauratorin dazu in der Lage sein zu entscheiden, ob ein entsprechend spezialisierter Naturwissenschaftler eingebunden werden muss und wie die Fragestellung präzise zu formulieren ist. Weiterhin sollen die bei uns ausgebildeten Restauratoren vorliegende Gutachten sachgerecht beurteilen und mikrobiologische Empfehlungen umsetzen können.

Studienleitung:

Prof. Dr. Karin Petersen
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Projektbezogene Mitarbeiterinnen:
Dr.-Dipl.-Mikro Biol. Petra Möhlenhoff
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Laborleiter:
Dipl.-Biol. Ulrich-Markus Fritz
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Gerne führen und erläutern wir Interessenten unsere Werkstätten und Labore. Bitte vereinbaren Sie einen Termin mit uns!