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Bauen und Erhalten

Kunstgeschichte erleben: Besuch in Dürers Werkstatt

Studierende der Konservierung und Restaurierung reisen nach Nürnberg

Wo könnte man die deutsche Kunstgeschichte der Spätgotik und Renaissance besser studieren als in Nürnberg, an den zahlreichen Originalen in Kirchen und Museen?

Professorin Dr. Ursula Schädler-Saub fuhr mit Studierenden des ersten Semesters im BA-Studiengang Konservierung und Restaurierung für drei Tage nach Nürnberg, um die Kunst- und Kulturgeschichte von Sakral- und Profanbauten, von Gemälden, Skulpturen und Druckgraphik direkt vor Ort zu erläutern und mit Fragen der Restaurierungsethik zu verbinden.

Viel einprägsamer als durch eine Powerpoint-Präsentation, lässt sich vor dem Original erfahren, dass Bauwerke und Kunstwerke eine lange Geschichte von Veränderungen, Uminterpretationen und historischen Restaurierungen hinter sich haben.
Können wir die ursprüngliche Aussage noch erkennen? Wie ist sie im Laufe der Jahrhunderte wahrgenommen und verändert worden und wie gehen wir heute mit solchen vielschichtigen Geschichtszeugnissen um?

Die Studierenden besuchten die großen Kirchen St. Lorenz, St. Sebald und die Frauenkirche, um dort trotz winterlicher Temperaturen die Architektur und die Kunstwerke zu betrachten, darunter berühmte Skulpturen von Veit Stoß und Adam Kraft, ebenso weniger bekannte aber nicht minder interessante Gemälde und Altarretabel. Ein Tag war den umfangreichen Sammlungen des Germanischen Nationalmuseums gewidmet, mit einem Schwerpunkt auf der Malerei der Spätgotik und Renaissance, sowie der Druckgraphik, vor allem Albrecht Dürers Holzschnitten und Kupferstichen.

Am letzten Tag wurden das Fembo-Haus und Albrecht Dürers Wohnhaus am Tiergärtner Tor besucht. Sie zählen zu den wenigen Profanbauten in Nürnberg, welche den Krieg weitgehend unbeschadet überstanden haben.

Im Fembo-Haus mit seinen prächtigen Wandvertäfelungen, Kassettendecken und Stuckdekorationen lässt sich eindrucksvoll die Wohnkultur der Nürnberger Patrizier im 16. und 17. Jahrhundert studieren.

Dürers Wohnhaus vermittelt in neuer musealer Präsentation, wie der große, Europaweit berühmte Künstler lebte und arbeitete. Nach Besichtigung der Wohnräume – besonders eindrucksvoll waren die Bohlenstuben mit ihrer Neo-Renaissance-Ausstattung von Friedrich Wanderer – ging es zum Abschluss in „Dürers Werkstatt“ im obersten Geschoss.

Die Künstlerin Sofia Fränkl, die den Besuchern dort die historischen künstlerischen Techniken des 15.-16. Jahrhunderts vermittelt, zeigte den Hildesheimer Studierenden sehr anschaulich die Technik des Kupferstiches.

Erscheinungsdatum: 10.02.2014