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Übergr. Lehre

Übergreifende Lehre


»Diejenigen, die sich in die Praxis ohne Wissenschaften verlieben, sind wie der Steuermann, der ohne Steuer oder Kompaß auf das Schiff steigt und nie Gewißheit hat, wohin es geht. Immer muß Praxis auf guter Theorie aufgebaut sein.«

(Leonardo da Vinci, Framenti letterari e filosofici, um 1490, zit. nach Vittorio M. Lampugnani, Architektur als Kultur; Köln 1986, S.45)


Gutes intuitives Gestalten baut auf Erlerntem auf. Das heisst, dass kompetentes theoretisches Wissen neben den praktischen Fähigkeiten vermittelt werden muss.

 

Geistiges Gestalten

Schon im Mittelhochdeutschen wird das Wort »Entwerfen« im Sinne von geistigem Gestalten verwendet, das heißt, Entwurfskompetenz entwickelt sich auf einer theoretischen Basis. Theorie und Praxis bilden daher an der Fakultät Gestaltung eine aufeinander bezogene Einheit. So werdendie Module Kunstund Kulturgeschichte, Designgeschichte, Designwissenschaften, Marketing-Grundlagen, Werbe- und Sozialpsychologie, sowie die theoretischen Grundlagen in Advertising Design, CI/CD, Farbe, Licht und Raum, Produktdesign, zeitbasierte Medien, Interaktionsdesign praxisnah vermittelt. Mit diesem Angebot wird den Studierenden nicht nur der Blick auf das Vergangene, sondern auch auf das Gegenwärtige und das Zukünftige vermittelt. Damit werden sie befähigt, für die kommenden Jahrzehnte zu gestalten.

 

Sinnfälligkeit und Qualität

Der Ausspruch »Zukunft braucht Herkunft« von Odo Marquardt hat seine Gültigkeit keineswegs verloren, weshalb ein fundiertes Lehrangebot in Kunst- und Kulturgeschichte, Designgeschichte und Designwissenschaften dazu beiträgt, sich intensiv mit unserem kulturellen Kontext auseinanderzusetzen. Durch diese umfassenden theoretischen Grundlagen lernen unsere Studierenden nicht nur gutes Gestalten, sondern dieses auch zu begründen. Das erlaubt ihnen nicht nur die Argumentation gegenüber den Auftraggebern, vor allem hinterfragen sie ihre eigene Gestaltung auf deren Sinnfälligkeit und Qualität. Die theoretischen Fächer helfen den Studierenden auch, sich einen eigenen »Gestaltungskanon« aufzubauen, auf dessen gestalterischen Rezepturen sie immer wieder zurückgreifen können.

 

Digitalität

Die digitalen Medien haben das Aufgabengebiet und die Arbeitsweisen der Designer grundlegend verändert. Gestaltung für digitale Medien heisst Gestaltung von Parametern und Schnittstellen für Interaktionen zwischen Menschen und Maschinen. Im klassischen zwei- und dreidimensionalen Design befindet sich das gestaltete Objekt im realen Raum und verändert sich in der Regel nicht mehr. Durch die Erweiterung und Kombination mit den digitalen Medien entstehen neue komplexe Prozesse der Bedienung und Nutzung. Sei es eine Internetseite, ein Mobiltelefon oder ein Navigationsgerät. Die Gestaltung dieser Prozesse bezeichnen wir als Interaktionsdesign. Es handelt von der dynamischen Beziehung zwischen Mensch, Raum und Objekt. Gutes Interaktionsdesign braucht die kompetente Zusammenarbeit der verschiedenen Kompetenzfelder. Umgekehrt kann es dadurch die Moderation im gemeinsamen Gestaltungsprozess und der übergreifenden Lehre anbieten.

Bei der typografischen und fotografischen Gestaltung mithilfe digitaler Medien haben sich die Entwurfs- und Abwicklunsgprozesse stark verändert und beschleunigt. Grafik- und Produktdesign in all seinen Facetten ist ohne die Unterstützung des Computers kaum noch denkbar. Der Austausch von Daten über elektronische Netzwerke ist eine Notwendigkeit im gemeinsamen Design- und Produktionsablauf. Die vielfältigen und umfangreich ausgestatteten Medienwerkstätten erlauben eine kompetente Ausbildung und ein effektives Studieren an der Fakultät Gestaltung.


 

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