Berichte
Lernen ist doof? Nein - mit MindMaps macht es Spaß!
Veranstaltung von Katrin Bringmann am 19. Juni 2008 in Hildesheim
Wir leben in der Informationsgesellschaft. Das heißt, lebenslanges Lernen ist wichtiger denn je. Jeder kennt es von sich selbst. Im Beruf wie im Privaten sieht man sich mehr denn je neuen Herausforderungen gestellt, die in immer kürzeren Zeiträumen bewältigt werden müssen. Um die tägliche Flut an Information zu meistern, gilt es, gekonnt das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. Im Rahmen von „HAWK for kids!“ hat jetzt Katrin Bringmann Acht- bis Zwölfjährigen eine Methode beigebracht, wie sie sich schnell, einfach und unkompliziert komplexer Themen annehmen können – die „Mind Map“.
Dabei nehmen sich alle ein großes Blatt Papier, auf dessen Mitte das Thema geschrieben wird, das zu bearbeiten ist. Dann werden die einzelnen Unterpunkte herausgesucht. Mit so genannten Ästen werden sie mit dem Oberbegriff verbunden. Diese teilen sich dann wiederum in verschiedene Punkte auf. Alle einzelnen Begriffe werden mit verschiedenen Farben markiert. Idealerweise malt sich jedes Kind noch ein kleines Bild dazu. Statt einer langen Merkliste entsteht ein buntes Bild, das sich auch viel einfacher einprägt. Die Kinder sind begeistert.
In insgesamt drei über das Semester verteilte Sitzungen haben sie spielerisch lernen gelernt. Begonnen haben sie ganz einfach mit einem Haus, zu dem sie alle ihre Assoziationen aufschreiben und malen sollten. Zum Abschluss wurde ihnen ein Text gegeben, dessen Inhalt sich die Kinder per Mind Map erschließen sollten. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Aber nicht nur im Seminar selbst, sondern auch in der Schule. „Ich habe früher anders gelernt. Mit Mind Maps bin ich schneller, und die Zensuren sind auch besser geworden“, berichtet Enrique stolz. Katrin Bringmann dazu: „Zuerst habe ich Mind Maps den Studierenden beigebracht. In Zusammenarbeit mit dem Gleichstellungsbüro kam dann die Idee, dieses Programm auch für Kinder anzubieten.“
Wie baut man eine Burg?
Veranstaltung von Prof. Dr. Birgit Franz und Prof. Dr. Georg Maybaum am 20. Mai 2008 in Holzminden
Ein wunderbarer Moment war es, als 25 quirlige Juniorstudenten im Alter von acht bis elf Jahren den Hörsaal im ersten Obergeschoss Haarmannplatz stürmten, um dem Vortrag »Wie baut man eine Burg« zu lauschen. Gleich bei der ersten Frage ragten alle Finger hoch in die Luft, um beredsam zu antworten. Und so blieb es die ganzen 30 Minuten. Für das Hochschulteam von der Fakultät Bauwesen war es die helle Freude. Das Juniorprogramm startete mit drei kurzen Filmsequenzen. Die Professoren Birgit Franz und Georg Maybaum hatten hierfür drei Kinder – und zwei Hasen – vor einer Burgruine zu ihrem Wissen über Burgen früher und heute befragt. Im anschließenden, kindgerechten Fachvortrag ging es um den Zweck der Errichtung von Burgen und die zugehörige Bautechnik. Das gemeinsame Frage-Antwort-Spiel darüber, was heute mit den Burgen bzw. mit Burgruinen zu tun ist, zeigte, dass hier 25 potentielle Architekten, Bauingenieure und Immobilienwirte profunde Ideen hatten. Dann ging es an das Selber-Tun im Laborbau der HAWK! Gemeinsam mit einem waschechten Master-Student, Florian Kreter, produzierten die Juniorstudenten, die für diesen Tag einen eigenen Hochschulausweis erhielten, im Grundlabor Lehmsteine, berieten sich über das Gewicht und überprüften ihre Schätzungen an der Waage. Mit großer Freude leitete Diplommineraloge Frerk Jürgens, wissenschaftlicher Mitarbeiter, die Mädchen und Jungen an, die zugehörigen Sieblinien zu erstellen. Exakt so, wie es die ‚erwachsenen’ Studenten lernen. Der Eindruck des vierköpfigen HAWK-Teams: »Das Potential dieser jungen, neugierigen Kinder ist das Kapital unserer Gesellschaft von morgen«.

