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HAWK-Angebote für Flüchtlinge

Im Tandem deutsch und arabisch lernen

Flüchtlinge können als Gasthörer/innen Kurse bei HAWK plus besuchen und Credits bescheinigt bekommen  

HAWK plus lädt Asylbewerberinnen und Asylbewerber als Gasthörer in die Kurse der Bereiche Sprachen sowie Individuelles Profilstudium ein: Menschen mit Abitur oder vergleichbarer Qualifikation beziehungsweise mit einem angefangenen oder sogar schon abgeschlossenen Studium in ihren Heimatländern können die Kurse besuchen und bekommen bei erfolgreichem Abschluss einen Nachweis über die entsprechende Anzahl der Credits. Die Gebühren für die Gasthörerschaft werden derzeit von einem Spendenfonds des ev. Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt finanziert, vermittelt durch die Evangelische Studierendengemeinde.

In diesem Sommersemester 2015 sind fünf Asylbewerberinnen und Asylbewerber in diesem Status eingeschrieben. Vier davon sprechen Arabisch als Muttersprache. „Unser Ziel war unter anderem, ihre Expertise als so genannte native speaker in der Fremdsprache Arabisch zugunsten unserer Arabischlerner einzusetzen und umgekehrt“, sagt M. Cristina Fronterotta, Leiterin des HAWK Sprachenzentrums.

Seit dem Sommersemester 2015 wird am Sprachenzentrum der HAWK Arabisch angeboten. Die Einführung dieser neuen Sprache ist von den Studierenden sehr begrüßt worden. Eine tolle Chance also, um einerseits für Arabisch Lernende eine Vertiefung in sprachlicher sowie (inter)kultureller Hinsicht anzubieten und für die Asylbewerberinnen und Asylbewerber andererseits eine ebenso optimale Gelegenheit, das Deutsche zu vertiefen und zu üben. Cristina Fronterotta ist sicher: „Im Austausch mit ihren Peers können sie, bewusst, aber auch unbewusst, interkulturelle Situationen besprechen und bewältigen und nicht zuletzt dadurch große Schritte in Richtung Integration gehen. Diese Lernform, das Lernen im Tandem, schien uns also das ideale Angebot für die Bedürfnisse beider Zielgruppen.“

Sprachenlernen im Tandem bedeutet, dass zwei Menschen mit zwei unterschiedlichen Muttersprachen zusammen arbeiten, um die Sprache des anderen zu lernen, mehr über Kultur und Länder zu erfahren und in einem authentischen Austausch den eigenen Interessen nachzugehen. Autonomie und Gegenseitigkeit sind die zwei Prinzipien, die dieser Lernform zugrunde liegen. Einerseits ist jeder für das eigene Lernen verantwortlich, andererseits soll die Tandempartnerin oder der Tandempartner dies unterstützen sofern der oder die andere den Wunsch äußert. Das Ganze ist von einer Sprachlernberatung begleitet, die dazu dient, Lernziele zu definieren und darüber hinaus Lernende darin zu unterstützen, ihre eigenen Lernstrategien sowie neue Lerntechniken zu entdecken und anzuwenden.

Da es sich in diesem Fall um Deutschlernende mit Vorkenntnissen und Arabischlernende fast ohne Vorkenntnisse handelt, musste für dieses Tandem ein anderes Format als das „klassische“ überlegt werden. Aus diesem Grund wurde ein noch stärkerer Akzent auf die interkulturelle Komponente gesetzt. Die Aufgabenstellung für beide Gruppen ist also sehr unterschiedlich.

Am Standort Göttingen sind ähnliche Lösungen ab dem kommenden Wintersemester 2015/2016 geplant. Dieses Konzept soll zudem weiter entwickelt werden. Im Rahmen von team teaching sollen sowohl Experten und Expertinnen aus der Sprachvermittlung als auch der interkulturellen Kommunikation die Kurse leiten.  „Denn unsere Überzeugung ist: Kultureller Austausch und fundierte Sprachkenntnisse bauen Berührungsängste ab und sind die Schlüssel zur Integration“, betont Fronterotta aus Erfahrung.

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Erscheinungsdatum: 17.06.2015