Institut Baudenkmalpflege
"Bauhütte - Schauhütte" : Studierende erproben Baukunst des Mittelalters neben St. Michael
Programm:
17.– 22. Mai 2010
Montag 17.05. Hüttentag
10–12 Uhr Hütteneinrichtung
14–16 Uhr Eröffnungsfeier
Dienstag 18.05. Messtag
10–12 Uhr Zeichnungen und Pläne
14–16 Uhr Grundriss abstecken
Mittwoch 19.05. Steintag
10–12 Uhr Quader herstellen
14–16 Uhr Wolfs- Zangenlöcher schlagen
Donnerstag 20.05. Metztag
10–12 Uhr Würfelkapitell
14–16 Uhr Schriftzüge meißeln
Freitag 21.05. Schmiedetag 1
10–12 Uhr Steinzange schmieden
14–16 Uhr Bauklammern/ Nägel schmieden
Samstag 22.05. Holztag
10–12 Uhr Baumstamm besäumen
14–16 Uhr Holzverbindungen/ Gerüstbau
25.– 29. Mai 2010
Dienstag 25.05. Schmiedetag 2
10–12 Uhr Wolf schmieden
14–16 Uhr Meißel schmieden
Mittwoch 26.05. Glastag
10–12 Uhr Verglasungstechnik
14–16 Uhr Farbiges Glas
Donnerstag 27.05. Kalktag
10–12 Uhr Kalk löschen
14–16 Uhr Mörtel herstellen
Freitag 28.05. Mauertag
10–12 Uhr Mauerbau
14–16 Uhr Mauerbau mit einem Kran
Samstag 29.05. Farbentag
10–12 Uhr Pigmente und Bindemittel
14–16 Uhr Anstrich
„Bauhütte – Schauhütte“ ist der Titel einer öffentlichen HAWK-Lehrveranstaltung der ganz besonderen Art: Im Rahmen des Festjahres „1000 Jahre St. Michaelis Hildesheim“ werden 14 Studierende des HAWK-Master-Studienganges Baudenkmalpflege vom 17. bis 29. Mai bauen wie im Mittelalter.
Auf der Freifläche neben dem Westchor von St. Michaelis wird eine so genannte Bauhütte entstehen – die Organisationsform für mittelalterliche Großbaustellen. Ausgenommen an den Pfingstfeiertagen werden die Studierenden täglich in Aktionsblöcken von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr mittelalterliches Handwerk erlernen und selbst ausprobieren.
Natürlich geht es dabei um diejenigen Gewerke, die am Bau der Michaeliskirche beteiligt waren. So startet die Lehrveranstaltung mit der Einrichtung der Bauhütte. Darauf folgen der Messtag, ein Steintag und ein Metztag. Vorgesehen sind weiterhin Holz-, Schmiede-, Glas-, Kalk-, Mauer-, und Farbentage. An der Baustelle wird auf einem Plakat täglich das aktuelle Thema zu lesen sein.
Die Studierenden haben im Vorfeld der Aktion in der Fachliteratur recherchiert, historische Baubetriebsdarstellungen gesichtet und Details der jeweiligen Handwerkskünste aufgespürt. Damit auch alles angemessen umgesetzt werden kann, haben sie sich mit historischem Werkzeug ausgestattet und zum Teil Schnellkurse absolviert. Ziel ist es, möglichst nur mit den Techniken zu arbeiten, die die damalige Zeit kannte.
„Wir wollen den Blick auf die Komplexität der mittelalterlichen Baustelle von St. Michael lenken, indem wir praktisch und anschaulich wirklich die Steine behauen oder Kalk löschen“, beschreibt HAWK-Professor Dr. Christoph Gerlach das Projekt. Gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Martin Thumm und Verwaltungsprofessor Dr. Tillman Kohnert vom Institut für Baudenkmalpflege an der Fakultät Erhaltung von Kulturgut sowie Dipl.-Ing. Robert Lindner als Praxisbetreuer hat Gerlach die theoretische Vorarbeit und Recherche der Studierenden begleitet.
„Die gesamte Veranstaltung wird in Bild und Text dokumentiert, so dass deutlich wird, welche Werkstoffe und Techniken bei einem solchen Bau eine Rolle gespielt haben“, sagt Verw.-Prof. Kohnert.“
