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Einblicke in Etappen des Projekts LernkulTour an der HAWK

06.12.2017: Kultur von Diskurs und Transparenz in der Lehre etablieren

LernkulTour gibt an den Fakultäten Workshops für Lehrende zum Thema „Lehrevaluation und Feedback“

Manche Lehrende praktizieren es schon länger, für manche ist es noch ein eher fremder Gedanke – seit diesem Semester sollen Lehrende die Evaluationsergebnisse mit ihren Studierenden besprechen. Das sieht die neue Evaluationsverordnung der HAWK vor. LernkulTour bietet an jeder Fakultät kurze Workshops für die Lehrenden an, in denen die Neuerung diskutiert und eingeordnet werden kann. Auch konkrete Werkzeuge und Vorschläge, wie so ein Gespräch zwischen Lehrenden und Studierenden ablaufen kann, hat man im Angebot. So auch am Nikolaustag in der Fakultät [r] – die Teilnehmenden hatten mehr Klarheit und fühlten sich fast ein wenig erleichtert, als sie sahen, wie die neue Regelung einzuordnen und zu praktizieren sein könnte.

„Lehrevaluation ist nützlich. Ihre volle Wirkung entfaltet sie jedoch erst, wenn Studierende und Lehrende tatsächlich darüber ins Gespräch kommen“, so Melina Denda vom Team LernkulTour. Warum dies so ist? Dazu müsse man Lehrevaluation als das verstehen, was sie tatsächlich sei und könne. Weder seien Evaluationsergebnisse objektive Wahrheiten – etliche Faktoren, etwa allein schon die Rahmenbedingungen einer Veranstaltung, stünden dem im Weg. Was eine Gruppe als hilfreich oder weniger hilfreich bewerte, könne im nächsten Semester in der gleichen Veranstaltung schon völlig anders bewertet werden. Noch stellten Evaluationsergebnisse Bewertungen der Lehrperson dar.

Vielmehr, so Dr. Dagmar Reinhold vom Team LernkulTour, seien Evaluationsergebnisse Punkte, über die mehr didaktische Transparenz entstehe: „Lehrende können den Studierenden durchaus auch einmal erklären, aus welchen didaktischen Gründen sie Dinge, die vielleicht anstrengend oder unangenehm für die Studierenden sind, dennoch so weiter führen möchten“. Zentral dabei sei: Die Begründung selbst. „Didaktische Begründungen regen mich zu Reflexionen an, weshalb ich etwas so und nicht anders vermitteln möchte. Umgekehrt folgen mir die Studierenden eher, weil sie die Gründe kennen und an diesen Entscheidungen Anteil haben“. Zudem gehöre Lehre zu den sehr komplexen Tätigkeiten, bei denen ständige Reflexion und – gern Schritt für Schritt im Kleinen – Anpassungen und Veränderungen normale Begleiterscheinung sei. Die Fremd- (nicht: Bewertungs-) Perspektive der Studierenden sei da durchaus fruchtbar, zumal man nicht in die Köpfe der Lernenden schauen könne. „Woher sollen Sie als Lehrende denn immer genau wissen, was die Studierenden gerade benötigen? Nehmen Sie sie in die Verantwortung für ihren eigenen Lernweg, indem Sie das, was Sie in der Veranstaltung vorhaben, mit ihnen diskutieren“, so Dr. Reinhold im Workshop. So entstehe langsam eine Kultur der Transparenz und Diskussion, die zu immer besserer Passung von Lehr- und Lernwegen führe. – Denn genau hierfür sei Evaluation da, so Denda.

Unnötig sei es dagegen, systematisch alle Evaluationsergebnisse mit den Studierenden zu besprechen. LernkulTour rät, vorher Punkte herauszusuchen, die dem/der Lehrenden besonders diskussionswürdig erscheinen und auch nach der Besprechung genau hinzugucken: Was möchte ich ändern, was möchte ich evtl. dennoch so beibehalten und warum?

Sollten sich Änderungswünsche entwickeln, aber die zündende Idee für eine Methodik noch fehlen – „dann gibt es ja noch LernkulTour“, so Dr. Reinhold: „Spätestens im Einzelcoaching finden wir etwas“.

An Ihrer Fakultät hat noch kein Workshop zum Thema stattgefunden? Dann melden Sie sich bitte einfach beim Projektkoordinator von LernkulTour, Herrn Dr. Markus Kieselhorst: Markus.kieselhorst@hawk.de

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