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Fachhochschule beteiligt sich am PhotonicNet

Netzwerk bewirbt sich bei Bundeswettbewerb um Millionen-Förderung /Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen bildet Optikspezialisten aus und weiter

Konkurrenz belebt das Geschäft, nicht nur im Gebrauchtwagenhandel, sondern auch im Hightech-Bereich. Das 20. Jahrhundert war das Jahrhundert des Elektrons und der Elektronik, das 21. Jahrhundert wird maßgeblich von der Entwicklung der optischen Technologien geprägt sein. Die Bundesrepublik soll auf diesem Sektor ganz vorn mitmischen, deshalb hat das Ministerium für Bildung und Forschung bundesweit den Wettbewerb "Kompetenznetze optische Technologien" ausgeschrieben. Aus Niedersachsen bewirbt sich unter Federführung des Laserzentrums Hannover das "PhotonicNet", bei dem die Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen eine der tragenden Projektsäulen, nämlich die Aus- und Weiterbildung in dieser Hightech-Branche übernehmen soll. Über einen Zeitraum von fünf Jahren sollen maximal sieben Netzwerke mit jeweils rund einer Million Mark pro Jahr gefördert werden.

Ein Vorantrag des PhotonicNet ist bereits im Herbst vergangenen Jahres positiv beschieden worden. Damit flossen schon 100.000 Mark in den Aufbau des als GmbH gegründeten niedersächsischen Projekts, an dem neben dem Laserzentrum und der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen als Gesellschafter oder Partner unter anderem auch das LaserLabor Göttingen, die Max-Planck-Institute, die Universitäten Göttingen und Hannover und führende Unternehmen der optischen Industrie wie Lambda Physik, Leica Microsystems Wetzlar, Mahr, Linos, Rodenstock und Zeiss beteiligt sind. Thomas Oppermann, Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur will, dass sich sein Land an der Spitze dieser Initiative etabliert und unterstützt das PhotonicNet, das an den beiden Schwerpunktstandorten Göttingen und Hannover die Arbeit bereits aufgenommen hat. Die Entscheidung, ob auch PhotonicNet zu den ausgewählten Konzepten gehört, fällt in diesen Wochen. Die Chancen stehen jedoch nach der positiven Vorauswahl gut. Im Mai beginnt die so genannte dritte Phase des Bundeswettbewerbs: Aufbau und Betrieb der Geschäftsstellen der Kompetenznetze. PhotonicNet plant jeweils ein Geschäftslokal in Hannover und in Göttingen.

Ziel des Bundesprojektes ist, die Kompetenzen aus Forschung und Entwicklung an Forschungsinstituten und Universitäten, wirtschaftliches Know-How aus Unternehmen der optischen Industrie sowie Aus- und Weiterbildung an Fachhochschulen und Universitäten zu bündeln.

Der Anstoß für den Wettbewerb kam aus der Industrie: Der "Lenkungskreises Optische Technologien für das 21. Jahrhundert" , ein Zusammenschluss von Vertretern führender Industrieunternehmen in diesem Bereich, hatte im Mai 2000 seine Überlegungen in der "Deutschen Agenda Optische Technologien – Potenziale, Trends und Erfordernisse" veröffentlicht. Das Bundesministerium hat die Ideen konsequent aufgegriffen.

Gemeinschaftliche Innovationen sind angestrebt. Im Ausschreibungstext des Wettbewerbs heißt es: "Kompetenznetze zielen auf die Schaffung stabiler und leistungsfähiger Strukturen und dienen als Keimzellen für interdisziplinäre Kooperationen zur Entwicklung innovativer Technologien sowie deren Transfer, Anwendung und zukünftige Nutzentfaltung für die Praxis.

Die Praxis ist der Bereich für den die Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen federführend zeichnet, denn wenn die Fachleute in den Unternehmen frühzeitig und permanent auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik stehen, braucht sich der Bundeskanzler keine Gedanken um eine Greencard für Optik-Spezialisten zu machen. Dr. Markus J. Gregor, Koordinator Optische Technologien für das PhotonicNet in Göttingen, ist auch Dozent am Fachbereich Physik-, Mess- und Feinwerktechnik der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen. Er sieht den Schwerpunkt seiner Arbeit darin, die Ressourcen der Beteiligten effizient zu nutzen, indem beispielsweise gemeinsame Bildungsangebote von Fachhochschulen, Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen sowohl im Aus- als auch im Weiterbildungsbereich initiiert und umgesetzt werden.

Überdies benötigen die in der Agenda "Optische Technologien für das 21. Jahrhundert empfohlenen, innovativen Studienangebote des Fachbereichs Physik-, Mess- und Feinwerktechnik der Fachhochschule, wie der in Deutschland einzigartige Studiengang Präzisionsfertigungstechnik und der neu eingerichtete Masterstudiengang Optical Engineering/Photonics eine umfangreiche administrative Unterstützung: Partner aus Unternehmen, Kammern und der Wissenschaft müssen gewonnen werden. An Schulen sollen die Studienmöglichkeiten vorgestellt und für diese zukunftsorientierte Ausbildung geworben werden. Das PhotonicNet will sich mit seinen Partnern beispielsweise an der so genannten XLAB-Initiative beteiligen beteiligt und optische Technologien in dieses Verbundprojekt integrieren, bei dem Schüler ausgewählte praktische Versuche in professionellen Laboratorien durchführen können.

Außerdem stiftet PhotonicNet den Sonderpreis von "Jugend forscht" für interdisziplinäre Arbeiten auf dem Landeswettbewerb in Niedersachsen und plant die Ausrichtung eines Regionalwettbewerbes in Göttingen. Mit weiteren Projekten und einer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit soll der gesellschaftliche Stellenwert von Naturwissenschaften und Forschung im Bereich optischer Technologien erhöht werden.

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