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Spitzwegs Bücherwurm besitzt jetzt einen Flachbildschirm

Bibliothek der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen zeigt die künstlerische Auseinandersetzung des Gymnasiums Himmelsthür mit dem Thema Buch.

Erfrischend respektlos hat Tobias Hartrich die Regale des berühmten Spitzweg-Gemäldes "Der Bücherwurm" einfach ausgeräumt und einen supermodernen Computer mit Flachbildschirm hineingestellt – alles per Mausklick. "Spitzweg kehrt in das Leben zurück und digitalisiert die Bibliothek" ist der Untertitel dieser Verjüngungskur, die der Zwölftklässler des Gymnasiums Himmelsthür dem Bücherwurm angedeihen ließ. Sie ist seine Anwort auf das Thema Buch, das Oberstudienrat und Kunstlehrer Werner Nolte seinen Eleven quasi als Auftragsarbeit gestellt hat.

Auftragsarbeit deshalb, weil die vielen fantasievollen Ergebnisse nicht wie so häufig hübsch in Mappen sortiert oder liebevoll im heimischen Regal präsentiert nur das Privatvergnügen der Schüler bleiben. Die Zentralbibliothek der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen, der das Buch schlechthin am Herzen liegt, stellt die Ideen und Ergebnisse vom 29. November bis zum 20. Dezember in ihrem Räumen am Goschentor aus. "Bücher sind unentbehrlich" ist die zweite Kooperation der Bibliothek mit dem Gymnasium Himmelsthür. Die Hochschule hat schon Schülerwerke zum Thema "Barrieren" vorgestellt.

Das freche Plakat zur diesjährigen Ausstellung hat Elisabeth Köhler aus der elften Klasse entworfen. "Bücher sind unentbehrlich" steht in großen Lettern darauf zu lesen. Zu sehen ist eine Gebrauchsanleitung in Form einer Fotomontage: Das Buch dient ihr als Regenschutz, als Prügel, als Ruhekissen, als Sitzgelegenheit, zum Feuern. Lesen kommt nicht vor, was natürlich nicht so ganz ernst gemeint ist.

Sehr ernsthaft hat sich dagegen eine Reihe anderer Schüler mit dem ärgsten Konkurrenten des Buches auseinandergesetzt, der digitalen Welt im Computerzeitalter. Johannes Grefe (10. Klasse) lässt beispielsweise schimmernde CDs wie Kreissägen einen betagten Karl-May-Band zerschneiden. Andere haben sich mit der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten auseinandergesetzt. Insgesamt sind viele Werke voll innerer Spannung entstanden. Die Ausstellung zeigt jedenfalls, dass Bücher Schülern keine Last sind, sondern eine höchst inspirierende Wirkung haben können.

Die Ausstellung wird am Freitag, 29. November um 17 Uhr im Foyer des Hochschulgebäudes Goschentor 1 eröffnet. Sie ist vom 2. bis 20. Dezember, montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 15 Uhr zu sehen.

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