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Gewässerrenaturierung in Hildesheim

Fachhochschulstudierende informierten sich bei der Stadtverwaltung

"Der Unsinnbach bietet durch seine Rückführung in ein nahezu natürliches Gewässer einen hervorragenden Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten, die es zuvor sehr schwer gehabt haben, und er bietet Anwohnern Erholungsmöglichkeiten." Dies sagte Dipl.-Ing. Jürgen Eberhardt, Wasserbau-Ingenieur der Stadt Hildesheim. Er stellte einer Gruppe von Studierenden der Fachhochschule in Hildesheim verschiedene Planungen und ausgeführte Renaturierungsvorhaben von Gewässern im Stadtgebiet Hildesheim vor.

Die Anregung, eine Exkursion in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung durchzuführen, kam von Prof. Dr.-Ing. Axel Stödter. Er hält eine Vorlesung zum Gewässerschutz und Gewässerrückbau für Studierende des Bauingenieurwesens. Durch die neue EU-Gesetzgebung werden auch für die Hildesheimer Region in den nächsten Jahren Gewässerumgestaltungen nötig, insbesondere müssen Wehre mit sogenannten Wanderhilfen für Fische und andere Gewässerorganismen ausgestattet werden. Dies bedeutet für die Bauingenieure und Gewässerschützer in Behörden, Ingenieurbüros und Baufirmen viel Arbeit.

So setzten sich die Teilnehmer der Exkursion seit Semesterbeginn mit Lehrstoff zum Gewässer als Lebensraum, Hydraulik und der Umgestaltung von Wanderungshindernissen, also insbesondere alten Wehranlagen, auseinander. Auf der Exkursion selbst wurden diese an Innerste und Eselsgraben gemeinsam kritisch diskutiert. Herr Eberhardt konnte zudem wichtige Aspekte auch des zu gewährleistenden Hochwasserschutzes und der Unterhaltung der Gewässer beisteuern.

Am Ableitungswehr zum Eselsgraben ergänzte die Gruppe Herr Dr. Wilhelm Buerstedde, ehemaliger Oberstadtdirektor und jetzt einer der Initiatoren für den Bau eines Wasserkraftwerkes im Stadtgebiet. Er stellte vor, wie sich die Betreibergesellschaft ein Kleinwasserkraftwerk eingangs des Eselsgraben vorstellt. Das Konzept berücksichtigt wasserwirtschaftliche, städtebauliche und ökologische Aspekte und könnte bei Vorliegen der Genehmigung seitens der Unteren Wasserbehörde, die auch bei der Stadtverwaltung Hildesheim angesiedelt ist, bald umgesetzt werden. Die Studierenden interessierten sich sehr für diese wasserbauliche Perspektive für Hildesheim.

Überhaupt zeigte sich auch bei dieser Exkursion, wie breit die Ausbildung und der spätere Einsatzbereich für Bauingenieure von der Fachhochschule ist. Neben den klassischen Fächern wie Statik, Stahl-, Stahlbeton- und Holzbau werden die angehenden Bauingenieure an der FH in vielen planerischen Disziplinen wie Baubetrieb, Verkehrstechnik, Städtebau und eben auch Wasserwirtschaft ausgebildet – abgestimmt auf die Bedürfnisse der Hildesheimer Region. Die FH erhält dabei viele Impulse von außerhalb, so z. B. von der Stadtverwaltung wie bei dieser Exkursion.

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