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Minister Oppermann führt den Bagger

Fachhochschule und Staatliches Baumanagement laden zum 1. Spatenstich für 10,2 Millionen Euro teuren Institutsneubau in Holzminden.

Den ersten Spatenstich wird eine Baggerschaufel tun. Wissenschaftsminister Thomas Oppermann setzt das Werk per Hebel im Führerhäuschen in Gang: Am Montag, 13. Januar, um 12 Uhr ist offizieller Baubeginn für den 10,2 Millionen Euro teuren Neubau der Fachhochschule auf dem Parkplatz Billerbeck in Holzminden.

Grundlage für die Planung des Institutsneubaus mit einer Hauptnutzfläche von 2666 Quadratmetern ist der Entwurf des Karlsruher Architekten Dipl.-Ing. Rainer Diekmann, der bei dem vom Land ausgeschriebenen begrenzt offenen Realisierungswettberwerb Mitte Juni vergangenen Jahres den ersten Preis gewonnen hat. Für die Projektabwicklung ist das Staatliche Baumanagement Hildesheim zuständig.

Das Institutsgebäude wird auf dem 5687 Quadratmeter großen landeseigenen Grundstück "Billerbeck" errichtet, das getrennt durch städtische Grünanlagen und den Herrenbach südlich des bestehenden Hauptgebäudes Haarmannplatz 3 liegt. Bisher wurde das Grundstück als Parkplatz mit 140 Einstellplätzen von der Fachhochschule und Bürgern der Stadt Holzminden genutzt. Eine neue Brücke in Höhe der "Bastion" wird über das vorhandene Wegenetz den Neubau mit dem Hauptgebäude verbinden.

Der Bau, der sich harmonsich in die Umgebung einfügt, wird aus zwei Teilbaukörpern bestehen, die durch eine transparente Halle verbunden sind. Im östlichen Trakt sind im Sockelsgeschoss das Beton-/Bitumenlabor und das Labor Grundbau angeordnet. Die Räume liegen in einer großen Halle mit einer einer Raumhöhe von 4,50 Metern hintereinander und werden durch 2,50 Meter hohe Wände getrennt. Eine Krananlage fährt diese Räume insgesamt an. Ins Erdgeschoss werden das Labor Wasserbau, das Labor Bindemittel und ein Teil der Bauphysik einziehen. Die Labore Kunststoff, Baustoffkunde sowie ein weiterer Bereich der Bauphysik sind für das Obergeschoss geplant. Das Sockelgeschoss des anderen Gebäudetraktes wird die Immobilienwirtschaft nutzen mit den CAD- und PC-Arbeitsplätzen im Datenverarbeitungsbereich. Die persönlichen Arbeitsplätze der Professorinnen und Professoren und der anderen Hochschulmitrbeiter/innen sind im Erdgeschoss angesiedelt. Über das Ober- und das Dachgeschoss wird sich die Bibliothek über zwei Etagen ausdehnen können.

Das Institutsgebäude wird in einer Stahlbetonkonstruktion erstellt. Neben einem Wärmdämmverbundsystem werden auch Teilbereiche der Fassade mit hinterlüfteten Faserzentementplatten versehen. Bibliothek und Halle bekommen eine Pfosten-Riegel-Konstruktion mit Wärmeschutzverglasung.

Die reinen Baukosten veranschlagt das Staatliche Baumanagement auf rund 9,16 Millionen Euro. Die Erstausstattung wird mit rund 1,1 Millionen zu Buche schlagen. Im März 2005 soll das Gebäude nach den bisherigen Planungen fertig sein. Dann können die Arbeiten für Umnutzungen im Gebäude Haarmannplatz 3 mit einem Anbau beginnen, in dem eine neue Mensa untergebracht werden soll.

Daten Institutsneubau

Kosten des Bauwerks: 9.165.000,00 Euro
Kosten Ersteinrichtung: 1.066.000,00 Euro
Gesamtkosten: 10.231.000,00 Euro
Hauptnutzfläche: 2.666,00 Quadratmeter
Brutto-Grundfläche: 4.858,00 Quadratmeter
Geschosse: 3 bis 4
Fertigstellung: voraussichtl. März 2005 

Hintergrundinformationen

Entwicklung des FH-Standorts Holzminden

1. Fachbereiche, Studiengänge und Fakultäten

Bis zum 31. Januar 2003 gibt es in Holzminden die beiden Fachbereiche Architektur und Bauingenieurwesen.

Sie bieten die grundständigen Diplom-Studiengänge

- Architektur,
- Bauingenieurwesen,
- Bau-Chemie und
- Immobilienmanagement an,

außerdem in Lizenz und in Kooperation mit der Kingston-University (GB) den weiterbildenden Master-Studiengang

- Internationales Bauen.

Ab dem 1. Februar 2003 gibt es an der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen statt der bisherigen elf auf jeweils einen Standort begrenzten Fachbereiche sieben Fakultäten, die an allen Standorten der Hochschule tätig sein können.

Die beiden Fachbereiche in Holzminden mit allen Studiengängen außer Chemie werden Bestandteil der "Fakultät Bauwesen" mit dem Doppel-Standort Hildesheim und Holzminden.

Die Chemie wird Teil der "Fakultät Naturwissenschaften und Technik", die hauptsächlich aus dem derzeitigen Fachbereich PMF besteht und ihren größeren Standort in Göttingen hat, dazu einen kleineren Standort in Holzminden.

2. Umstrukturierung des Studienangebots

Auf Grund der Zielvereinbarung sollen die Kapazitäten in allen Bau-bezogenen Studiengängen reduziert werden.

Da in Holzminden in den nächsten sieben bis neun Jahren voraussichtlich nur ein oder zwei Professuren frei werden, in Hildesheim bei Architektur und Bauingenieurwesen jedoch mehrere Professuren frei sind oder kurzfristig frei werden, praktizieren wir folgenden "Ringtausch":

- In Holzminden werden mehrere vorhandene Professoren einen Teil ihrer Lehre künftig in Hildesheim anbieten.

- In Hildesheim können von den Studiengängen Architektur und Bauingenieurwesen deshalb mehr frei Stellen abgezogen werden, als dem dortigen Kapazitätsabbau entspricht.

- Vier von Architektur und Bauingenieurwesen in Hildesheim abgezogene Professuren und drei Professuren des Fachbereichs Sozialpädagogik in Hildesheim wurden 2002 nach Holzminden verlagert und hier für den an diesem Standort neu eingeführten Studiengang "Sozialwesen" ausgeschrieben.

Hinzu kommt eine Stelle für eine Lehrkraft für besondere Aufgaben, so dass in Holzminden für das neue Lehrangebot ab Herbst 2003 insgesamt acht Stellen für die Lehre zur Verfügung stehen und 55 Studienanfängerplätze neu angeboten werden können.

Der Studiengang Sozialwesen trifft in Holzminden und Umgebung auf eine starke Nachfrage und wird in Kooperation mit Stadt, Kreis und örtlichen Einrichtungen inhaltlich und methodisch auf die besonderen Anforderungen der Region ausgerichtet.

Ein erstes Kooperationsprojekt ist bereits angelaufen: die Mitwirkung der Fachhochschule an der Jugendhilfeplanung des Landkreises Holzminden.

Unabhängig von den Stellenumschichtungen Bauen - Sozialwesen wird das Lehrangebot Chemie begrenzt erweitert und im Rahmen eines gemeinsam mit der regionalen (nicht nur örtlichen) chemischen Industrie und der IHK Hildesheim entwickelten Konzepts teilweise in den bisher nur in Göttingen angebotenen Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen einbezogen.

Damit sind ab Herbst 2003 in Holzminden drei Fakultäten tätig:

- Fakultät Bauwesen (Hildesheim und Holzminden)
- Fakultät Naturwissenschaften und Technik (Göttingen und Holzminden)
- Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit (Hildesheim und Holzminden)

Alle bisher in Holzminden vorhandenen Studiengänge (vgl. 1.) werden weiterhin in voller fachlicher Breite angeboten und zusätzlich die beiden Studiengänge

- Sozialwesen und
- Wirtschaftsingenieurwesen/Chemie

in einer speziell auf die Region ausgerichteten Konzeption eingeführt.

Dies ist die größte fachliche Erweiterung des Studienangebots in Holzminden seit Gründung der Baugewerkschule durch Herrn Haarmann vor 172 Jahren.

3. Stellen

Insgesamt gibt es ab Herbst 2003 in Holzminden 38 Professuren,

davon 27 Fakultät Bauwesen, sieben Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit, vier Fakultät Naturwissenschaften und Technik

und etwa 33 bis 35 Stellen für wiss. Mitarb., Lehrkräfte für

bes. Aufgaben und Mitarbeiter in Technik und Verwaltung.

4. Studierende

Die Zahl der Studierenden ist seit Jahren bei etwa 860 stabil (jeweils Wintersemester).

Auf Grund der Umstrukturierung (vgl. 2.) wird die Zahl der Studierenden steigen,

- weil in dem stark nachgefragten Studiengang Sozialwesen fast doppelt so viele Studienanfängerplätze (55) angeboten wie in Architektur und Bauingenieurwesen (30) abgebaut werden,
und weil die Einbeziehung der Chemie in den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen (der bisher auf Göttingen beschränkt war) zusätzliche Interessenten anspricht.


Raumbedarf

Der Raumbedarf am Standort Holzminden nimmt zu, weil

- das neue Studienangebot Sozialwesen und das teilweise neue Studienangebot Chemie/Wirtschaftsingenieurwesen zusätzlichen Bedarf verursachen (neue bisher nicht vertretene Fächer und zusätzliche Studierende)

- und die Umschichtungen zu Lasten von Architektur und Bauingenieurwesen keine Räume frei macht.

Denn die Verlagerung jeweils kleiner Anteile der Lehrtätigkeit nach Hildesheim reduziert weder die Anzahl der Professuren noch die der Fächer. Und auch ein Professor, der in Holzminden künftig 16 statt bisher 18 Stunden lehrt, braucht sein Labor und seinen Arbeitsplatz.

Trotz der Kapazitäts-Reduzierungen werden

- Werkstätten und Labore,
- Bibliothek und
- EDV-Infrastruktur

seitens Architektur und Bauingenieurwesen weiterhin im bisher erforderlichen Umfang benötigt,
lediglich Zahl der Teilnehmer in den Lehrveranstaltungen wird etwas geringer.

Der Neu- und Umbau ist daher nach wie vor dringend erforderlich - und er reicht keineswegs aus: Die für die neuen Studienangebote (Sozialwesen, Chemie/Wirtschaftsingenieurwesen)
erforderlichen Räume stehen auch nach Fertigstellung der Neu- und Umbaumaßnahmen am Hauptstandort nicht zur Verfügung, sondern müssen zusätzlich geschaffen werden.

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