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von der Leyen: "Sie binden die besten Köpfe"

HAWK bekommt Zertifikat "Familiengerechte Hochschule" von zwei Bundesministern in Berlin überreicht

- Zertifikatsübergabe an den Präsidenten der HAWK, Prof. Dr. Martin Thren (links) mit Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos.

Die HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/
Göttingen hat jetzt von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos in Berlin das Zertifikat „Audit Familiengerechte Hochschule“ der Hertie-Stiftung bekommen. „Familienbewusste Unternehmen
sind Vorreiter: Sie haben mehr motivierte und leistungsfähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
und sie binden die besten Köpfe, weil sie effizienter und flexibler arbeiten“, sagte von der Leyen.  Dasselbe gilt auch für Hochschulen und ihre Studierenden.


Vor drei Jahren gehörte die HAWK zu den ersten vier Hochschulen Deutschlands, die an dem Audit teilnahmen und denen das so genannte Grundzertifikat verliehen wurde. Nach der erfolgreichen Reauditierung im April dieses Jahres gehört die HAWK nun in den Kreis der ersten Zertifikatsträger.

Bundeswirtschaftsminister Glos betonte in Berlin: „Hinter einer familienfreundlichen Unternehmenspolitik stehen handfeste ökonomische Interessen. Erstens erwerben Mütter und Väter in der Familie wichtige Fähigkeiten, die dann auch den Unternehmen zu Gute kommen: Eigenverantwortung und Zuverlässigkeit, Organisationsfähigkeit, Flexibilität und Konfliktfähigkeit.
Zweitens haben Unternehmen mit einem umfassenden Angebot an familienfreundlichen Maßnahmen eine vergleichsweise niedrige Fehlzeitenquote von nur 4,7 % - im Vergleich zu 7,6 % bei Unternehmen ohne umfassendes Angebot. Und drittens kehren in sehr engagierten familienfreundlichen Unternehmen Mitarbeiter nach der Elternzeit im Durchschnitt bereits nach 19  Monaten zurück, in weniger engagierten Unternehmen erst nach 28 Monaten.“

 Insgesamt wurden 141 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen mit dem Grundzertifikat, dem Zertifikat oder der erfolgreichen Verlängerung ausgezeichnet.

Von Seiten der HAWK nahmen Präsident Prof. Dr. Martin Thren und die Projektleiterin von „HAWK-Kinder“, Ingrid Haasper, das Zertifikat entgegen. „Es gibt Momente, da werden Visionen wahr“, sagte Thren. Anfangs sei das Projekt ‚familiengerechte Hochschule’ an der HAWK noch vielfach belächelt worden. Heute ist das Thema als wesentliche Frage für die Zukunft unserer Gesellschaft anerkannt. Wir freuen uns, dass auch die Bundesregierung diesem Thema soviel Bedeutung zumisst.“

„Bei der ersten Verleihung 1999 haben acht Unternehmen das Zertifikat ‚familiengerechtes Unternehmen’ bekommen. In diesem Jahr in Berlin sind es 141“, freut sich auch die Projektleiterin der HAWK, Ingrid Haasper. Es habe einen regelrechten Schneeballeffekt gegeben und immer mehr Institutionen hätten erkannt, dass Familiengerechtigkeit ein wesentlicher Faktor für  ihre erfolgreiche Personalentwicklung sei und dass sich Anstrengungen auf diesem Sektor auch wirtschaftlich rechneten. Für die HAWK sagte Haasper: „Wir schaffen für unsere Studierenden die Rahmenbedingungen, Kinder und Studium zu vereinbaren. Und das in einem Lebensabschnitt, der nicht nur  in biologischer Hinsicht günstig ist.“

Im Rahmen der Infobörse der Zertifikatsträger stellte die HAWK unter dem Titel „Wege zur Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie“ unter anderem das bundesweit einzigartige Modellprojekt „HAWK-Kinder“ vor, eine Kombination aus Modellkrippe mit neuem pädagogischen Ansatz und einem neuen Studiengang für Erzieherinnen und Erzieher.

In Niedersachsen tragen unterdessen 16 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen das Zertifikat. Das Land gehört damit in die Gruppe der fünf aktivsten Bundesländer auf diesem Sektor.


Das audit berufundfamilie®
Das audit berufundfamilie®, entwickelt auf Initiative und im Auftrag der Hertie-Stiftung,  ist ein strategisches Managementinstrument, das Arbeitgeber darin unterstützt, Unternehmensziele und Mitarbeiterinteressen in eine tragfähige, wirtschaftlich attraktive Balance zu bringen. Einsetzbar in allen Branchen und Betriebsgrößen, erfasst das audit den Status quo der bereits angebotenen Maßnahmen zur besseren Balance von Beruf und Familie und ermittelt systematisch das betriebsindividuelle Entwicklungspotenzial. Nach erfolgreichem Abschluss dieses Prozesses erhalten die Unternehmen und Institutionen das „Grundzertifikat zum audit berufundfamilie®“. Die praktische Umsetzung der erarbeiteten Ziele und Maßnahmen überprüft die berufundfamilie gGmbH, eine Tochter der Hertie-Stiftung, jährlich. Nach drei Jahren kann das Unternehmen, im Rahmen einer Re-Auditierung weiterführende Ziele vereinbaren. Nur bei erfolgreicher Re-Auditierung erhalten die Unternehmen/Institutionen ihr eigentliches Zertifikat und dürfen das Gütesiegel des audit unverändert führen – bis zur nächsten Überprüfung nach weiteren drei Jahren.
Über die Zertifikatsvergabe entscheidet das Kuratorium der berufundfamilie gGmbH, das zweimal im Jahr zusammentritt, zuletzt im April 2006. Dem Kuratorium gehören an:
Prof. Dr. Paul Kirchhof (Vorsitzender), Universität Heidelberg
Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner (Stellvertretung), Technische Universität München
Ludwig Georg Braun, B. Braun Melsungen AG
Dr. Michael Endres, Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Jürgen F. Gallmann, Microsoft Deutschland GmbH
Petra Gerster, ZDF
Dr. Margot Käßmann, Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannover
Siegmar Mosdorf, CNC AG
Dr. Burkhard Schwenker, Roland Berger Strategy Consultants
Tillmann Todenhöfer, Robert Bosch Industrietreuhand KG
Prof. Dr. Artur Wollert, Universität Karlsruhe
Zertifikate zum audit berufundfamilie® wurden erstmals 1999 vergeben. Seit 2002 wird zudem das audit familiengerechte hochschule angeboten. Inzwischen haben mehr als 280 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen mit rund 550.000 Beschäftigten das audit durchlaufen. Dabei sind über 140 Ideen familienfreundlicher Maßnahmen zusammengetragen worden, die im Zusammenwirken die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. Sie verteilen sich auf acht Handlungsfelder: Arbeitszeit und -organisation, Arbeitsort, Informations- und Kommunikationspolitik, Führungskompetenz, Personalentwicklung, Entgeltbestandteile, geldwerte Leistungen sowie Service für Familien.
2005 hat die Hertie-Stiftung das „Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik“ (FFP) an der Universität Münster gegründet. Im Auftrag der berufundfamilie gGmbH werden dort betriebswirtschaftliche Effekte familienfreundlicher Maßnahmen in Unternehmen erstmals wissenschaftlich fundiert untersucht und quantifiziert. Ziel ist es, stichhaltige Aussagen zur Kosten-Nutzen-Relation familienbewusster Personalpolitik treffen zu können. Im Frühjahr 2006 konnte mit einer Studie unter 98 auditierten Unternehmen der Nachweis darüber erbracht werden, dass familienfreundliche Personalpolitik Krankenstand und Fluktuation reduziert, die Rekrutierung von qualifiziertem Personal verbessert und das Image des Unternehmens stärkt.
Das audit berufundfamilie® steht unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin sowie des Bundeswirtschaftsministers. Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft – BDA, BDI, DIHK und ZDH – empfehlen das audit, da es die ökonomischen und betrieblichen Vorteile einer familienbewussten Personalpolitik in den Vordergrund stellt.

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