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Das Mauerblümchen bekommt kulturhistorische Bedeutung

"Tapetenwechsel – Tapeten in Handwerker- und Bauernhäusern" - eine Ausstellung der HAWK in Kooperation mit dem Museumsverein Bad Münder in Holzminden und Hildesheim

Sylvie Katzmarczyck paust im Schusterhaus Bad Münder das Originalmuster ab.

Das älteste Tapetenfragment aus dem Schusterhaus in Bad Münder aus der Zeit 1840- 50.

Die Tapete galt lange als das Mauerblümchen unter den Werken der angewandten Kunst. Vermutlich deshalb ist die kulturhistorische Bedeutung dieses papiernen Wandkleides auch wenig erforscht.  Zu Unrecht, sagen jetzt Experten des Fachbereichs Konservierung und Restaurierung der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim und auch des Museumsvereins Bad Münder. Denn Tapeten sagen sehr viel über den Lebenswandel, die Mode und die Vermögensverhältnisse von Hausbewohnern aus. Dies zeigt nun anschaulich eine  Wanderausstellung der HAWK und des Museumsvereins, die ab 14. September an der HAWK in Holzminden und ab 11. Oktober in Hildesheim zu sehen sein wird.

Angefangen hatte es damit, dass Studierende des Fachbereichs Konservierung und Restaurierung der HAWK in Hildesheim in Handwerker- und Bauernhäusern im Weserbergland, unter anderem im so genannten Schusterhaus in Bad Münder, überraschenderweise sehr viele Tapetenstücke aus der Zeit von 1840 bis in die 1970er Jahre entdeckten.

Die Studierenden legten die Funde teilweise frei und sicherten sie, einige wurden in der Hildesheimer Restaurierungswerkstatt auch Schicht für Schicht getrennt. Kulturhistorisch sind die Entdeckungen
nicht nur  spannend, sondern auch sehr bedeutsam, denn bislang gab es praktisch keine vergleichbar gute Dokumentationen über die Tapetenfolge in Handwerker- und Bauernhäusern.

Aus diesem Grund erarbeiteten die Studierenden unter Leitung von Diplom-Restauratorin Barbara Rittmeier und in Zusammenarbeit mit dem Hornemann Institut der HAWK eine Wanderausstellung. Die Präsentation mit dem Titel „Tapetenwechsel – Tapeten in Handwerker- und Bauernhäusern“ besteht aus sehr vielen originalen Exponaten sowie zwölf Postern, auf denen vor allem die Fundstellen und das Projekt erläutert sind.
Im Frühjahr dieses Jahres war die Schau schon beim 11. Tag der Niedersächsischen Denkmalpflege in Leer zu sehen. Nun wird sie an den beiden Standorten der Fakultät Bauwesen der HAWK präsentiert:


Holzminden:

14. September bis 6. Oktober 2006
„Tapetenwechsel – Tapeten in Handwerker- und Bauernhäusern“
Holzminden, Fakultät Bauwesen, Haarmanplatz 3, Lichthof
Öffentliche Festvorträge: Freitag, 29. September, 19.00 Uhr

Hildesheim:

11. Oktober bis 10. November 2006
„Tapetenwechsel – Tapeten in Handwerker- und Bauernhäusern“
Hildesheim, Fakultät Bauwesen, Hohnsen 2,
Eröffnung: 10. Oktober, 18.00 in der Aula


Ansprechpartnerin:

Dr. Angela Weyer, Hornemann Institut der HAWK, 05121/ 408179

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