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Ehemaliger HAWK-Professor Heinrich Leitner gestorben

Experte für Konservierung und Restaurierung von Wandmalerei lehrte von 1994 bis 1997 in Hildesheim

Heinrich Leitner

Am  8. Oktober 2007 ist in Dresden der ehemalige HAWK-Verwaltungsprofessor Heinrich Leitner M.A. im Alter von 54 Jahren an Krebs gestorben. Leitner verwaltete von 1994 bis 1997 am Fachbereich Konservierung und Restaurierung die Professur für Konservierung/Restaurierung von Wandmalerei. Er war Vorgänger von Professor Dr. Ivo Hammer, der die Professur seit 1997 mit der Denomination Wandmalerei/Architekturoberfläche innehat. In Dresden lehrte Leitner bis jetzt an der Hochschule für Bildende Künste das gleiche Fachgebiet.

 

Ein Nachruf von Prof. Dr. Ivo Hammer:


Heinrich Leitner gehört zu den Pionieren für die Etablierung des akademischen Berufsbilds des Restaurators für Wandmalerei allgemein, für einen umfassenden Kulturbegriff und für die entsprechende  Erweiterung des Berufsbildes des Restaurators für Wandmalerei auf die gesamte Architekturoberfläche. Mit seinem weiten, auf internationale Vorgänge und Kenntnisse gerichteten Blick und seinem untrüglichen Gespür für fachliche Qualität hat er entscheidend zur methodischen und technischen  Weiterentwicklung der Konservierung und Restaurierung von Wandmalerei beigetragen.
Seine besondere Nähe zu Italien und seine intensive Verbindung mit der Florentiner Schule der Konservierung und Restaurierung von Wandmalerei hat ihn nicht nur mit der international fortgeschrittensten Methodik der Konservierung vertraut gemacht, er war auch an der Verbreitung dieser Kenntnisse in den übrigen europäischen Ländern sehr aktiv beteiligt. Ich kenne Heinrich Leitner seit dem Beginn seiner Arbeit an der Konservierung/Restaurierung des Beethovenfrieses von Gustav Klimt in den Restaurierungswerkstätten des Österreichischen Bundesdenkmalamts seit 30 Jahren als überlegten, kraftvollen, erfinderischen und durchaus nicht immer pflegeleichten Kollegen und Freund. Er hat auch hier als Dozent an unserer Hochschule in Hildesheim in den Köpfen und Herzen der ehemaligen Studierenden unvergessliche Spuren hinterlassen, und in schwierigen Zeiten die fachliche Ausbildung der Restauratoren an unserer Hochschule weiter entwickelt. Unsere Begegnung als Hochschullehrer war besonders intensiv bei gemeinsamen Lehrveranstaltungen in Sachsen-Anhalt, die sich mit den Grundlagen der Kenntnisse und auch der Konservierungsmöglichkeiten der Architekturoberfläche beschäftigten.
Die internationale Fachwelt hat einen großen Restaurator verloren, einen Kämpfer und einen Neuerer, dessen Werke Bestand haben und dessen Lehre in den Köpfen und Herzen weiterlebt.

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