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Studierende fertigen Großkopie einer ägyptischen Sphinx

HAWK-Fakultät Erhaltung von Kulturgut / Presse-Einladung

Der erste Guss einer Kopie der ägyptischen Sphinx

Freitag, 11. April 2008, 10 Uhr
Bismarckplatz 10/11 (Eingang links)
Werkstatt im Erdgeschoss


Im Rahmen eines internationalen Workshops an der HAWK-Fakultät Erhaltung von Kulturgut sammeln rund 20 Studentinnen und Studenten aus sechs Ländern Erfahrungen in der Herstellung von Kopien großformatiger Skulpturen. Angeleitet werden sie dabei von den beiden Fachprofessoren Prof. Jan Schubert, Steinkonservator an der HAWK, und dem Bildhauer Prof. Hartwig Ullrich. An diesem Freitag wird die Kopie einer großen ägyptischen Sphinx mit den Maßen von 70x120x40 cm (Höhe x Breite x Tiefe) gegossen. Es handelt sich um den zweiten Guss der Skulptur.


Die Studierenden haben zunächst zwei, leicht unterschiedliche Silikonkautschuk-Schichten auf die mit einem Trennmittel isolierte Gipsfigur aufgelegt. Nach dem Ausvulkanisieren der Schichten wurde die mittels eines Formkastens stabilisierte, mehrteilige Stützform aus Gips gegossen. Nach deren Abbinden wurde der Formkasten demontiert, die Teilformen abgenommen und dann kopfüber wieder zusammengefügt. Diese Teilformen wurden dann durch den Formkasten u.a. wieder fixiert und mit der erstellten Silikonform ausgekleidet. Obgleich der Prozess als „Steinguss“ bezeichnet wird, muss das Spezialgemisch aus Epoxydharz und Quarzsand schichtweise in die Form „eingestampft“ werden. Nach einer Aushärtungsphase wird die Gipsform und die Silikonhaut abgenommen und man dreht den auf dem Kopf stehenden Stein-Guss auf die Füße: eine schwere Arbeit, die bei dieser Größe nur mit einem Kran o.ä. bewerkstelligt werden kann.
Prof. Jan Schubert plant, derartige Workshops regelmäßig anzubieten: „Bislang bieten wir jährlich leider nur kleinformatiges Kopieren an, aber wir möchten auch die Großkopien fest in unsere Ausbildung integrieren, denn in der beruflichen Praxis sind Spezialisten für Abgüsse von großformatigen Figuren sehr gefragt. Aufgrund von Schädigungen durch Umwelteinflüsse oder Vandalismus werden immer mehr Originale in Museen aufbewahrt und die dann in Architektur- oder Landschafts-Ensembles entstehenden Lücken mit Abgüssen gefüllt. Außerdem bieten Kopien die Möglichkeit zur Rekonstruktion verlorener Formen oder früherer Farbigkeit.“ Aus Sorge vor Schädigungen des Originals und vor schlechten zementhaltigen Imitationsmaterialien beauftragen Eigentümer dafür sehr gerne Restauratoren.

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