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In Nepal die Theorie - in Göttingen die Praxis

HAWK-Fakultät Ressourcenmanagement hat für drei Monate nepalesische Austauschstudierende zu Gast

Für die Forst-Studienden aus Nepal (alle mit Schutzhelm) ist die praktische Übung mit der Kettensäge an der HAWK etwas ganz Besonderes.

Für Prof. Dr. Thorsten Gaertig steht außer Frage, dass eine dauerhafte Partnerschaft mit einer nepalesischen Universität für seine Göttinger Studenten von ganz besonderer Bedeutung wäre. „Ein Forststudent sollte diese unglaubliche Pflanzen-, Tier- und Klimavielfalt einmal erlebt haben“, schwärmt der Professor an der HAWK-Fakultät Ressourcenmanagement von diesem reichen armen Entwicklungsland zwischen Indien und Tibet. Sieben nepalesische Studierende strahlen, denn selbstverständlich hat er englisch gesprochen, was die Gäste wie eine zweite Muttersprache verstehen.

Für drei Monate sind die vier jungen Männer und drei jungen Frauen in Deutschland. Diesen  Oktober wollen sieben HAWK-Studenten nach Nepal reisen. Was sie dort lernen können? „Wie die Wälder Nepals von den Nutzern eigenverantwortlich bewirtschaftet werden. Diese als ‚Community Forestry’ bezeichnete Waldbewirtschaftung wurde in Nepal konzipiert und ist heute in zahlreichen Entwicklungsländern verbreitet“, sagt Gaertig und fügt an: „Natürlich brennen in diesem Land mit den höchsten Bergen der Welt auch Fragen des Naturschutzes, des Schutzgebietmanagements oder des umweltfreundlichen Tourismus’ unter den Nägeln. Unsere Studierenden sind schon lange nicht mehr nur auf das heimische Revier ausgerichtet, sie werden auch für internationales Umwelt- und Ressourcenmanagement ausgebildet.“

Der Gewinn für die Nepalesen scheint noch klarer: hoch mechanisierte Holzernteverfahren, Verkehrs- und Transportsysteme und eine -fast komplett- Computer gesteuerte Holzwirtschaft mit unterschiedlichsten Verwertungstechnologien lernen sie in Göttingen und Umgebung kennen und können als künftige Ingenieure Ideen davon in ihr Land tragen. Die Sieben gehören zu den rund 240 Studierenden des Forstinstituts an der Tribhuvan University in Pokhara. Und noch etwas Besonderes für Nepalesen hinduistischen Glaubens lernen sie in Göttingen.

Milan Dhungana beschreibt es mit großen Gesten: „Was wir hier lernen, ist die praktische Anwendung der Theorie.“ Für die Göttinger Studierenden ist dies eine Selbstverständlichkeit, insbesondere an einer Fachhochschule. Praktische Arbeit ist für die jungen Nepalesen aber eigentlich überhaupt nicht standesgemäß. Nur die Hochschulpartnerschaft macht sie möglich. Und hier kommen die Verdienste von Manfred Mausolf zum Tragen. Mausolf  ist Forstingenieur, ein Absolvent der HAWK. Er hat im Auftrag des Deutschen Entwicklungsdienstes an der Tribhuvan University in Pokhara an der Intensivierung der Praxisanteile der Ausbildung gearbeitet. Jetzt ist sein Ziel, mehrere internationale Hochschulen mit forstlicher Ausbildung für ein Kooperationsprojekt mit Nepal unter einen Hut zu bekommen. Die HAWK soll dazu gehören.

Manfred Mausolf beteiligt sich auch an der Betreuung der nepalesischen Studenten in Göttingen. So hat er seine Schützlinge rechtzeitig vorgewarnt, dass warme Kleidung dringend vonnöten sei und als es am nächsten Tag zum Motorsägekurs geht, kümmert er sich um die Organisation von Schutzhosen. Die Schutzhelme sind schon da – und zwar als Geschenk.  Prof. Dr. Friedbert Bombosch konnte die Ettlinger Firma Aearo Technologies gewinnen, das Austauschprojekt auf diese Weise zu unterstützen. Den Schutzhelm jedenfalls dürfen die jungen Leute nicht nur mit nach Hause nehmen. Sie werden ihn allein schon bei ihren Exkursionen im Raum Göttingen öfter gebrauchen können, aber auch wenn sie ihre mehrwöchige Praxisphase durchlaufen, beispielsweise im Nationalpark Harz oder in den Forstämtern Bergland-Lichtenau in Hessen und Münden-Nienburg wird er ihnen gute Dienste leisten.

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