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Die Wittenburger Klosterkirche - erleuchtet wie von Kerzen und Öllampen

Studierende der HAWK-Fakultät Gestaltung entwickeln Licht-Konzept

Ein bernsteinfarbenes Streiflicht hebt während der Beleuchtungsprobe zwei Stützen des gotischen Sakralbaus hervor. (Aufn.: Nikolas Seulberger)

Gerd Janßen, empfängt Dipl.-Ing. Norbert Wasserfurth mit seinen Studenten im Westflügel der 1497 erbauten Kirche. (Aufn.: Nikolas Seulberger )

Praktisches erstes Semester Lighting Design an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim: Ein Team von 13 Studentinnen und Studenten der Fakultät Gestaltung in Hildesheim hat im Rahmen des Grundlagenstudiums einen Entwurf für die Lichtgestaltung des Laienschiffs der Wittenburger Klosterkirche vorgelegt.

Ziel des Dozenten und Projektleiters, Dipl.-Ing. Norbert Wasserfurth, war es, die theoretischen Kursinhalte in der Praxis erfahrbar zu machen. Auf dem Weg von der ersten Skizze bis zum Reinentwurf hat Norbert Wasserfurth die Kommilitoninnen und Kommilitonen an elementare Tätigkeiten eines Lighting Designers herangeführt: Sichtung der Planunterlagen, fotografische Bauaufnahme, Erarbeitung eines gestalterischen Konzeptes, Recherche nach passenden Leuchten, Beleuchtungsprobe am Objekt und Erstellung einer Präsentation. Im Rahmen dieser Präsentation, einer offiziellen Veranstaltung, bei der Pastor Anselm Stuckenberg, Ortsvorsteherin von Wittenburg und Kirchenvorstand Carmen Vogel, die Gemeinde sowie der Vorstand des Vereins „Verein Freunde der Wittenburger Kirche e. V.“ anwesend waren, haben die Studierenden schließlich ihren Entwurf überreicht.

Gemäß dem Grundsatz des adressatenorientierten Konzepts entstand laut Vereinsvorsitzendem Gerd Janssen ein „moderner, ansprechender aber nicht dominanter“   Beleuchtungsplan für den Innenraum der 1497 im gotischen Stil erbauten Westkirche, die von der Gemeinde als Kultur- und Veranstaltungsraum genutzt wird.

Nicht das Erscheinungsbild der Leuchte, sondern das Gestalten mit Licht steht bei dem Entwurf im Vordergrund. Die Allgemeinbeleuchtung wird durch Anstrahlung des Deckengewölbes erreicht, wodurch ein freundliches, indirektes Licht entsteht. Um die gotischen Elemente des Raumes erlebbar zu machen, werden die acht Bögen des Kirchenschiffs, von denen vier mit Fenstern versehen sind, mit Licht nachgezeichnet (siehe Bild). Die Farbe des Lichts orientiert sich an der Lichtfarbe derjenigen Lichtquellen, die zur Bauzeit der Kirche vorhanden waren: Kerzen und Öllampen. Alle Scheinwerfer sollen gemäß Entwurf in den Boden eingelassen werden, auf diese Weise bleibt die Architektur ungestört. Es kommen modernste Leuchten und Leuchtmittel zum Einsatz.  Eine Besonderheit stellen lineare Scheinwerfer für Leuchtdioden dar, die es durch ihre kompakte Bauweise und ihre speziellen Optiken erst ermöglichen, einer Stütze ein Streiflicht bis in vierzehn Metern Höhe zu geben.

In das Projekt konnten umfassende Erfahrungen einfließen: Die beteiligten Kommilitoninnen und Kommilitonen studieren in den Kompetenzfeldern Innenarchitektur, Farbdesign und Lighting Design. Zusätzlich wurde das Team durch drei Architektur-Studentinnen aus Polen bereichert. Der Verein „Verein Freunde der Wittenburger Kirche e. V.“ und die Gemeinde sind von dem Konzept der Beleuchtung der Kirche so überzeugt, dass jetzt auch mit der Unterstützung der HAWK nach Möglichkeiten der Realisierung gesucht wird.    

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