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Intarsie aus Licht innerhalb des Spiels der Linien

Licht - Farb - Rauminstallationen der HAWK-Fakultät Gestaltung zur Luminale 2008 in Frankfurt

Als „leuchtendes Schaufenster“ der HAWK erstrahlten die Außenfassade und die ersten beiden Ebenen des Poseidon Hochhauses in Frankfurt, das direkt am Eingang der Messe „Light and Building“ seinen Platz hat. In dem Projekt „LIFARA – Licht Farbe Raum“, offizieller Beitrag zur Luminale 2008, konnten 40 Studierende der Fakultät Gestaltung das 23-stöckige Gebäude temporär umgestalten. Die Luminale ist die Biennale der Lichtkultur und fand parallel zur weltgrößten Messe zum Thema Licht und Bauen statt.

 

Hier die Videos zum Projekt:

Aufbau - Außenbereich - Fassade - Kuben - Lounge

 

Mit der Installation bot sich ein Versuchslabor zum Thema Wahrnehmung von Licht und Farbe im Raum sowie ein kultiger und szenischer Treffpunkt vor allem für jüngere Messebesucher. Neben den praktischen Erfahrungen, die sie während des Projekts sammelten, sind auch wichtige Kontakte zur Industrie und zum internationalen Messepublikum entstanden, die für die Fans des „Baustoffs“ Licht wertvolle Anknüpfungspunkte für das weitere Studium und die berufliche Ausrichtung darstellen können.


Das Innere der Installation gliedert sich in zwei unterschiedlich gestaltete Bereiche. Durch eine helle Eingangszone mit einer Infotheke und einer Garderobe gelangt man in das sehr dunkel gehaltene Erdgeschoß mit seinem höhlenartigen Charakter. Die Decke, die Wände und der Boden sind komplett in schwarz gehalten. Alle Flächen dieser Black Box werden radial von weißen Linien durchzogen.

In den Raum sind schwarze Kuben frei eingestellt. Die dunkle Atmosphäre des Raumes steht in Kontrast zu dem leuchtenden Inneren der Kuben, die nach einer Seite geöffnet sind. Mit der unterschiedlichen Ausrichtung der Kuben und deren Öffnungen erhält der Raum eine starke Plastizität. Gleichzeitig bildet die ruhige Stimmung den Hintergrund für die wissenschaftlichen Befragungen zu der Wechselwirkung von Farbe und Licht im Raum.


Im Gegensatz zur dunklen Raumstimmung im Erdgeschoß erwartete den Besucher im 1.Obergeschoß ein hell gestalteter Lounge-Bereich. Im Zentrum steht eine leuchtend-schimmernde Bar wie aus einem Eisblock geschnitten. Die Front wurde aus unzähligen, kleinen Plexiglasstücken zusammengesetzt. Durch die Schnittkanten der Einzelstücke entstehen Reflektionspunkte auf der Oberfläche, die der Bar zusammen mit der geschwungenen Grundrissform eine zusätzliche Plastizität und Leichtigkeit verleihen. Die Bar scheint, über dem weiß eingefärbten Fußboden zu schweben. Den oberen und seitlichen Abschluss der Bar bildet eine dunkel eingefärbte Betonplatte.


Die Raumbegrenzung der Lounge erscheint als wogende, weiche Hülle, die sich in wechselnden Farben präsentiert. Dieser Effekt, dieses Überspielen der Raumbegrenzung, wird mit rotierenden Ventilatoren und verdeckt angebrachten LED-Leuchten erzielt, die hinter einer Schicht aus weißen, vorgehängten Gewebelaken angebracht wird. Zusammen mit dem Lichtspiel der hinterleuchtenden Bar und den reflektierenden Oberflächen der Wände, des Bodens und der Deckenelemente ergibt sich ein farbiger Lichtraum, der den Besucher komplett umhüllt.


Diese Lichtstimmung wurde aufwändig programmiert und durchgetestet. Die gesamte Lichtinszenierung einschließlich der kompletten Fassadenbeleuchtung wird zentral über einen Lichtpult gesteuert. Damit können auch interessante Verschneidungen der Lichtwirkung zwischen Innen- und Außenraum erzielt werden. So tritt die Innenbeleuchtung durch eine schlitzförmige Öffnung in Kommunikation zu der Außenbeleuchtung, gewissermaßen als eine streifenförmige Intarsie innerhalb des Spiels der Linien an der Fassade.


Das gesamte Projekt wurde von den Studierenden unter extremem Zeitdruck und mit außergewöhnlich hohem Arbeitseinsatz umgesetzt. Von den ersten Entwurfsschritten bis zur Umsetzung waren aufgrund der Semestertermine lediglich vier Wochen Zeit. Vor dem Einbau der Installation waren die Räume als Büroräume genutzt. Deshalb stand für die Studierenden am Anfang der Arbeiten das Ausräumen aller Einbauten und Beläge. Bei der Umsetzung erhielten die Studierenden professionelle Unterstützung von verschiedenen Sponsoren, die nicht nur ihr neuestes High-Tech-Equipment zur Verfügung stellten, sondern auch die Studierenden fachkundig mit Spezialisten begleiteten und sie bei der Installation und Programmierung vor allem der technischen Installationen unterstützten.


Betreut wurde das Projekt von Prof. Markus Schlegel (Kompetenzfeld Farbdesign), Dipl.-Ing. Norbert Wasserfurth (Lighting Design) und Prof. Günter Weber (Interior Architecture / Interior Design).

Wir danken den Sponsoren: Lightpower GmbH in Paderborn, Philips Leuchten, Caparol und BASF

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