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"Kunst vom Baum" aus Uganda

Ausstellung und Vortragsreihe an der HAWK-Fakultät Ressourcenmanagement / Start 6. November

Die Ausstellung bietet unterschiedliche Standpunkte der künstlerischen Arbeiten von Heidrun Siebeneicker mit Baumrindenstoff aus Uganda

"Kunst vom Baum 2008" heißt die Ausstellung, die am 6. November 2008 um 18 Uhr an der Göttinger HAWK-Fakultät Ressourcenmanagement in Raum 04 eröffnet wird. Die Kunstausstellung wird von einer Vortragsreihe begleitet. Zur Vernissage am 6. November beginnt die Künstlerin Heidrun Siebeneicker mit dem Thema „Alphabetisierung - erste Schritte aus der Armut“. Sie schildert Erfahrungen aus der Entwicklungszusammenarbeit in Uganda.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Projekt „Bildung trifft Entwicklung“ der Regionalen Bildungsstelle Nord. Sie  dauert bis zum  12. Dezember, die Vorträge finden am 6., 13. und 27. November statt. Veranstaltungsort ist die HAWK-Fakultät Ressourcenmanagement, Büsgenweg 1a, 37077 Göttingen.

 

Ansprechpartner sind Prof. Dr. Wolfgang Rohe (HAWK, Tel.: 0551/5032243) und Dipl.-Ing. Markus Hirschmann ("Bildung trifft Entwicklung" RBS Nord, Tel.: 0551/4882471).

 

Die Ausstellung bietet unterschiedliche Standpunkte der künstlerischen Arbeiten von Heidrun Siebeneicker mit Baumrindenstoff aus Uganda. Während ihres mehrjährigen Aufenthaltes in Uganda hat sie mit der Arbeit auf dem afrikanischen Rindestoff begonnen. Das Material hat dort eine Jahrhunderte lange Tradition. Aus der Rinde des lokalen Feigenbaums (ficus natalenisis) wird der Bast genommen und solange geklopft, bis er seine typische rotbraune Farbe bekommt. Die ursprüngliche Faser ist noch zu erkennen. Bis zur Einführung von Baumwolle, wurde der Rindenstoff als Kleiderstoff verwandt.

Heutzutage dient er noch kulturellen Zwecken oder wird bei Beerdigungen eingesetzt. 2005 hat die UNESO das Material und die traditionelle Herstellung als Weltkulturerbe anerkannt. Unter dem Thema „Kunst von Baum“ hat Heidrun Siebeneicker seit 2004 eine ganze Reihe von Ausstellungen in Kampala (Hauptstadt von Uganda), Bremen, Berlin, Hessen und NRW gestaltet. Die Arbeiten zeigen ihre Entwicklung und Auseinandersetzung mit dem Material und mit ihrem Bild von Afrika. Zunächst hat sie vorwiegend mit Ölkreide und Acryl, afrikanisch inspiriert figürlich darauf gemalt. Aber bald schon wurden die Bilder individueller und expressionistisch-abstrakt.

Mittlerweile setzt sie verstärkt auf Textilcollage, ergänzt durch eine Installation, bei der die Collage die dritte Dimension zu erobern beginnt. Die Ausstellung bietet ihre aktuellen Blickwinkel auf dieses Thema. Bei der Vernissage am 6. November 2008 um 18 Uhr in der HAWK-Fakultät Ressourcenmanagement berichtet Heidrun Siebeneicker von Ihrer Arbeit beim Deutschen Entwicklungsdienst. Von 2000 - 2003 hat sie am Ministerium für Gender, Arbeit und Soziale Entwicklung in Kampala das Alphabetisierungsprogramm für Erwachsene betreut. Diese Beratungstätigkeit, die sie bis in entlegene Winkel des Landes führte, bot Ihr einen Einblick in die Lebenswelt der Ugandischen Bevölkerung, die mit Hilfe von Grundbildung und einkommensschaffenden Maßnahmen den Weg aus der Armut gehen will.

Die Regierung Ugandas arbeitet seit einigen Jahren gezielt an der Anhebung des allgemeinen Lebensstandards, besonders für die Bevölkerung auf dem Land und für die sozialen Randgruppen. Dabei wurde erkannt, dass  kein Programm zur Armutsbekämpfung Erfolg erzielen kann, wenn die einfachsten Grundlagen nicht vorhanden sind: die Alphabetisierung. Das ugandische Konzept des “Functional Adult Literacy Programme” vermittelt auf praktische, lebensnahe Weise die notwendigen Kenntnisse, um eigene Quellen zur Einkommensschaffung zu erschließen und sich selbstbewusst für das Wohl der Familien und Dorfgemeinschaften einzusetzen.

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