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Kultusministerin: "Soziale Arbeit an Schulen muss mehr Bedeutung bekommen"

Heister-Neumann bei Vortragsreihe "Hildesheimer Gespräche" der HAWK-Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit

Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann trägt sich ins Gästebuch der Fakultät ein. Dekanin Prof. Dr. Maria Busche-Baumann und HAWK-Präsident Prof. Dr. Martin Thren freuen sich über ihren Besuch an

Es geht um die Entwicklungsmöglichkeiten von Schulsozialarbeit - ein brennendes und höchst aktuelles Thema. Beweis dafür: Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann hat es sich nicht nehmen lassen, selbst den Auftaktvortrag der Diskussionsreihe “Hildesheimer Gespräche – Schulsozialarbeit im Aufbruch” zu halten.  Sie sei sich sehr bewusst, sagte die Ministerin, “wie wichtig soziale Arbeit an Schulen ist und dass sie als essentieller Bestandteil im Werdegang von Heranwachsenden eine immer größere Bedeutung bekommen muss. Idealerweise sollte die Schule Chancengerechtigkeit schaffen in dem Bemühen, soziale, ethnische und kulturelle Disparitäten auszugleichen. Damit ist sie allein mit Sicherheit überfordert.“ 

Das sieht Prof. Dr. Maria Busche-Baumann, Dekanin der HAWK-Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit, ebenso. Als Organisatorin der Veranstaltung und Expertin im Thema ist sie der Meinung: “ Politik, Wissenschaft und Praxis sollen hier für einen Austausch zusammen kommen. Wir erhoffen uns einen Aufbruch für die Schulsozialarbeit in Niedersachsen. Wenn wir diese drei Bereiche in einen Einklang bringen, indem wir den Dialog initiieren.“ Nur wenn die Politik die Rahmenbedingungen und die Transparenz für die Entwicklung der Schulsozialarbeit schaffe, könne die Praxis funktionieren. Es sei die Aufgabe der Ausbildungsstätten, Schulsozialarbeiter zu professionalisieren, sagte Busche-Baumann bei der Diskussionsveranstaltung im Senatssitzungssaal der HAWK am Goschentor. Der Einladung der Fakultät waren auch Vertreter/innen der Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit in Niedersachsen, des GEW-Bezirksverbandes Hannover und des Kooperationsverbandes Schulsozialarbeit gefolgt.

Im Bachelor- und Master-Studiengang Soziale Arbeit bildet die HAWK Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter aus. “Wir verstehen uns deshalb auch als Mittler zwischen den verschiedenen Interessengruppen”, betonte HAWK-Präsident Prof. Dr. Martin Thren in seiner Begrüßungsansprache. Er hob hervor: „Die HAWK als Hochschule ist in der Bildungskette die Schnittstelle in einem fortwährenden Übergangs- und Transitionsprozess ins Berufsleben. Wir verstehen uns aber auch als Kooperationspartner der anderen Glieder dieser Kette.“

Ministerin Heister-Neumann zeigte sich von der Initiative der HAWK begeistert: „Ich bin von Haus aus gelernte Stadtdirektorin und habe den direkten Kontakt mit den Menschen immer sehr geschätzt. Gerade den mit der Praxis. Nur so kann man meiner Meinung nach erfolgreiche Politik machen.“ Als besonders überzeugend und zukunftsweisend empfand die Kultusministerin in diesem Zusammenhang den Studiengang „Bildung und Erziehung im Kindesalter“ der HAWK: „Ich finde das wegweisend, weil wir frühkindliche Bildung als besonderes Schwerpunktthema in Niedersachsen benannt haben. In diesem Elementarbereich, außerhalb der Schule, in Kindertagesstätten und auch in den Krippen findet nicht nur Betreuung, sondern auch Bildung statt. Wir wollen in diesem Bereich aktiv voran schreiten.“ 

Sie habe eine sehr differenzierte Betrachtungsweise von Schulsozialarbeit mitgenommen, sagte Heister-Neumann, besonders aufgefallen sei ihr der Wunsch nach einem einheitlichen Abgleich und der Vernetzung. Sehr erfreut über die „Hildesheimer Gespräche“ war auch Dieter Eckart vom Kooperationsverband Schulsozialarbeit: „Ich finde es unverzichtbar, dass Wissenschaft, Politik und Praxis zusammen arbeiten. Ich denke, es handelt sich hier um eine Art Reformprozess. Ich sehe eine Öffnung, die unbedingt Schule machen muss. Warum es so etwas nicht vorher gab, kann ich mir nur schwer erklären.“
Jörn Hannemann, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit, betonte: „Die Ebene der Politik zu erreichen, ist recht schwierig. Das kann ich auf dem kleinen kommunalen Bereich immer wieder mal hinbekommen. Die Chance, über die Landespolitik mit den dafür zuständigen Personen zu diskutieren, gibt es aber nur sehr selten. Wir haben sie hier genutzt und konnten neue, wertvolle Kontakte knüpfen.“

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