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Sozialer Raum und Denkmalinventar - neue Denkanstöße in der Denkmalpflege

Arbeitskreis Theorie und Lehre der Denkmalpflege legt Bericht über die Jahrestagung vor

Sicherlich eine so umfassende wie komplexe Frage, die im vorliegenden Tagungsband von achtzehn Hochschullehrern, Wissenschaftlern und Praktikern interdisziplinär beleuchtet wird, um daraus Erkenntnisse für das weitere Handeln in Lehre und Praxis zu ziehen. Der von der HAWK-Professorin Dr. Birgit Franz gemeinsam mit Gabi Dolff-Bonekämper, Professorin und Lehrstuhlinhaberin an der TU-Berlin, herausgegebene Band stellt in komprimierter Form vor, was rund 70 Fachleute anlässlich der gleichnamigen Fachtagung drei Tage in Leipzig diskutiert und ausgewertet haben.
Auf der Basis eines intensiven Rückblickes auf die Entwicklung der Inventare, insbesondere in Deutschland, Österreich und Frankreich, konzentrierten sich die Blicke in der Sektion „Sozialer Raum, Stadtraum, Denkmalraum“ auf jene Baudenkmale, die trotz sorgfältiger Inventarisation dem schleichenden Schwund anheim gefallen sind, die aufgrund von tief greifenden Veränderungen des städtebaulichen Zusammenhangs ihre Bedeutung verloren haben oder aber erst gar nicht die Ebene der Inventarisation erreicht haben.
In der Sektion „Denkmalbegriff, Inventarisation und Inventare“ konzentrieren sich die Autorinnen und Autoren im Wesentlichen auf die Verbesserung des Erhaltungsauftrages mittels Datenbank gestützter Inventare und die Notwendigkeit der Überprüfung der aktuellen Denkmallisten mittels Verfahren der Nachqualifizierung und Revision.
Die Inhalte des dritten Abschnittes „Postnationaler Denkmalbegriff und Inventarisation“ zeigen, dass Internationalisierung, Globalisierung und das Wachsen der multikulturellen Gesellschaften neue Herausforderungen an die Denkmalphilosophien, eine Erweiterung des Denkmalbegriffs und damit auch einen veränderten Umgang mit den Instrumenten der Denkmalpflege bedeuten. So befassen sich beispielsweise die HAWK-Autoren Birgit Franz und Georg Maybaum mit Fragestellungen rund um verlorene Inventare und Befunde aus Erinnerung. Sie beleuchten die Fragestellung „Wenn Enkel mehr als Töchter und Söhne wissen wollen?“ am Beispiel der „Aufnahme in Mittelhessen in den späten 1940er Jahren“ sowie am Beispiel „der Vernichtung des Seilnetzkühlturmes in Uentrop-Schmehausen 1991“.

Die 116 Seiten umfassenden Publikation ist im Buchhandel unter der ISBN-Nr. 978-3-940319-42-5 oder zu gleichen Konditionen direkt bei Prof. Dr.-Ing. Birgit Franz beziehen (birgit.franz@hawk-hhg.de).

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