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Perfekte Testfahrt und Taufe für das HAWK-Betonkanu

Auf dem Hohnsensee besteht das 200-Kilo-Boot die Feuerprobe / 12. Betonkanu-Regatta in Essen

Nach der Taufe: Im HAWK-Betonkanu sitzen (von vorne nach hinten) Ozan Dogan, Tim Diekhoff und Henrik Südmeyer. Vom Steg aus begleitet Prof. Dr. Gabriele Masuch die Testfahrt.

Das Betonkanu bei Radio Tonkuhle

 

Es heißt schon Ancalagon wie der schwarze Feuerdrachen aus Tolkiens „Silmarillion“, aber noch ist es grau und sieht nicht wirklich  furchterregend aus – das HAWK-Kanu, das am 19. und 20. Juni in Essen auf dem Baldeneysee bei der 12. Betonkanu-Regatta startet. Aber vor dem endgültigen Anstrich standen Taufe und Testfahrt auf dem Hohnsensee auf dem Programm.

Nachdem beinahe jeder Teilnehmer der Studentengruppe mehr als 120 Stunden Arbeitszeit in die Planung und den Bau des Kanus investiert hat, klappt der  Stapellauf reibungslos und die Taufe natürlich auch - ganz förmlich. Das Aluminium wird von der Sektflasche entfernt. Jennifer Weise spricht: „Ich taufe dich auf den Namen Ancalagon und wünsche dir und deiner Besatzung immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“, und lässt den Korken knallen.

Projektbetreuerin Prof. Dr. Gabriele Masuch von der HAWK-Fakultät Bauwesen ist ebenfalls vor Ort. Für sie wird es die insgesamt siebte Betonkanu-Regatta. Was sie daran so fasziniert? „Dass Beton schwimmen kann“, lacht sie. Ob das Team die Regatta gewinnen kann? Die Studierenden sind sich einig. „Der Spaß steht an erster Stelle“, lachen sie. Außerdem gibt es für die Konstruktion und die Teilnahme am Rennen sechs Credit-Points. „Da kann man überhaupt nicht verlieren“, grinst Henrik Südmeyer.

Im Team von Prof. Masuch sind Studierende der Architektur genau wie angehende Bau- und Holzingenieure. Henrik Südmeyer, Tim Diekhoff und Ozan Dogan sind zur Bootstaufe an den Hohnsensee gekommen. Shaolin Ding, Dimitros Contos und Pavel Kogotkov mussten leider in einer Lehrveranstaltung büffeln und konnten deshalb nicht dabei sein.

Es ist unglaublich, wie leichtgängig das ungefähr 200 Kilogramm schwere Betonkanu durch das Wasser gleitet. Warum es nicht untergeht, erklärt Holzingenieur-Student Ozan Dogan wie aus der Pistole geschossen: „Reine Physik. Das ist das archimedische Prinzip.“
„Schiffe aus Stahl schwimmen doch auch“, wirft Bauingenieur-Student Tim Diekhoff ein und erklärt genauer: „Ein Schiff verdrängt Wasser. Dadurch erhält es Auftrieb. Da die mittlere Dichte geringer ist als die Dichte von Wasser, schwimmt es an der Oberfläche. Voraussetzung ist natürlich, dass kein Wasser in das Schiff eindringt.“

Die Betonkanu-Regatta findet alle zwei Jahre an verschiedenen Austragungsorten statt. Mehr als 900 Teilnehmer kommen aus berufsbildenden Schulen, Fachhochschulen, Hochschulen und anderen Institutionen, an denen Betontechnik gelehrt wird. Im Wettbewerb ist eine komplexe Aufgabe zu lösen. Nämlich die Festigkeit und Wasserdichtheit der Baustoffe so in der Kanukonstruktion zu nutzen, dass leichte und gleichzeitig robuste Kanus entstehen. Vor allem aber gilt es, mit diesem Kanu das Rennen zu gewinnen.


Prämiert werden dabei nicht nur die sportlichen Höchstleistungen, sondern auch Kreativität bei der Gestaltung der Boote und besonders originelle Mannschaftsauftritte. So gibt es neben dem sportlichen Wettkampf der Damen und Herren auch die Kategorien Konstruktion, Gestaltung und die offene Klasse, in der die HAWK gleich bei ihrer ersten Teilnahme 2007 den ersten Preis erreicht hatte. Außerdem werden Preise für das leichteste und das schwerste Kanu verliehen sowie ein Pechpreis und eine Auszeichnung für das schönste T-Shirt.

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