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HAWK entwickelt einzigartiges Lichtkonzept für den Park der Sinne

Rund 3000 Besucher feiern die Eröffnung des ersten Bauabschnitts bei der Nacht der Sinne

Intelligentes Licht im Laatzener Park der Sinne

Intelligentes Licht im Park der Sinne in Laatzen - konzipiert von der HAWK

(v.l.n.r.) Dr. Marc Hudy, Hauke Jagau, Gabriele Neumann-Köhler, Arne Schneider, Sven Achtermann und Norbert Wasserfurth

Der Park der Sinne in Laatzen ist jetzt auch nachts ein faszinierender Ort. Intelligentes Licht fängt sich leise in den  Blättern – gesteuert von den Spaziergängern selbst. Mit der Nacht der Sinne und rund 3000 Besuchern hat die Stadt Laatzen jetzt den ersten Bauabschnitt der Parkbeleuchtung eröffnet. Das einzigartige Lichtkonzept haben angehende Lighting Designer der HAWK-Fakultät Gestaltung unter der Leitung von Dipl.-Ing. Norbert Wasserfurth entwickelt.

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„Die Beleuchtung des Parks der Sinne in Laatzen ist für die HAWK ein ganz besonders gelungenes Projekt. Mit der Stadt Laatzen und der Region Hannover haben wir auf der einen Seite mit kompetenten kommunalen Institutionen zusammengearbeitet. Und auf der anderen Seite hatten wir Partner aus der Wirtschaft, die für das technische Know-how sorgen konnten. Die HAWK hat den wissenschaftlich/konzeptionellen Teil beigesteuert“, betonte HAWK-Kanzler Dr. Marc Hudy jetzt bei der offiziellen Eröffnung. Dieses Lichtkonzept sei eines der "Leuchtturmprojekte" der Hochschule und eine erstklassige Referenz für die HAWK als attraktive und innovative Hochschule der angewandten Wissenschaft. Hauke Jagau, Präsident der Region Hannover, Laatzens Erster Stadtrat Arne Schneider und die Stellvertretende Bürgermeisterin Gabriele Neumann-Köhler würdigten das Projekt ebenfalls als wegweisend.

Die Beleuchtung des Parks der Sinne ist dabei keine spektakuläre Lightshow, sondern eine weiche Betonung der Bäume und Strukturen.  Das eigentlich Spektakuläre ist das Unsichtbare, nämlich das gestalterische und technische Konzept im Hintergrund. Es ist komplex, innovativ und in dieser Form der intelligenten Beleuchtung weltweit einzigartig. Hier reagiert die Beleuchtung auf Mensch und Natur. Üblicherweise ist es umgekehrt.

HAWK-Kanzler Hudy dankte der Stadt Laatzen und der Region Hannover für die gute Zusammenarbeit. Besonders hervorzuheben seien die enormen Anstrengungen von Dipl.-Ing. Norbert Wasserfurth von der Fakultät Gestaltung und Sven Achtermann, Projektkoordinator der Stadt Laatzen.

Innovatives Park-Licht-Konzept
Die Beleuchtungsstrategie für den Park der Sinne unterscheidet sich dadurch von bisherigen Konzepten für Parks und Promenaden, dass ausschließlich über die Anstrahlung von im Park vorhandenen Elementen Orientierung geschaffen wird. Durch so genanntes Uplighting werden Bäume, Pflanzen und Objekte aus der Dunkelheit hervorgehoben und zeigen die nächtliche Schönheit des Parks. Auf eine direkte Beleuchtung der Wege wird bewusst verzichtet. Richtlinien, wie die DIN Norm für Beleuchtung werden also nicht berücksichtigt.


Jahreszeitenabhängige Dynamik
Drei grundlegende dynamische Prozesse prägen das Konzept: die dynamische Anpassung der Lichtsituation an die Bewegung der Menschen durch den Park; die neuen Lichterlebnisstationen; und die jahreszeitlich bedingte Ausrichtung der Leuchten selbst.
Anstatt Park oder Wege auf herkömmliche Art flächig und möglichst hell auszuleuchten, bilden einzelne dauerhaft (nicht dynamisch) beleuchtete Elemente einen Teil der Grundbeleuchtung. Andere Elemente werden je nach Bewegung von Personen im Park dynamisch beleuchtet.

Intelligente Lichttechnik
Umgesetzt wird das Gesamtkonzept durch altbewährte, sowie moderne Technik. Die Entwicklung einer neuartigen, höchst variablen Leuchte ist Teil der Entwicklung der HAWK. Die Produktion wurde von dem italienischen Leuchtenhersteller iGuzzini übernommen. Die Leuchten sind mit je drei in Lichtfarben und Optik verschiedenen 1W-LEDs bestückt. Jede LED ist einzeln ansteuerbar. Dadurch können die Lichtwirkungen von Kalt- bis Warmweiß und von eng- bis breitstrahlend auf einzelne Objekte sowie deren jahreszeitlich bedingte optische Veränderungen angepasst werden. Die Beleuchtung wird zu einer Art organischem Design, das sich die Prinzipien der Natur zunutze macht.

Aus Gründen der Beeinflussung des Pflanzenwachstums und der Tierwelt, sowie der Belastungen der Umwelt durch Energieverbrauch und Lichtverschmutzung, schaltet sich das Licht im Park nur an, wenn sich tatsächlich Besucher darin aufhalten. Die übrige Zeit bleibt der Park so oft und so lange wie möglich in der nächtlichen Dunkelheit.

Der Park
Der Park der Sinne ist Kernstück und gestalterischer Schwerpunkt des Expo-Projektes Regionaler Landschaftsraum am Kronsberg. Er gehört zu den schönsten Hinterlassenschaften der Weltausstellung EXPO 2000 und verbindet die Leineaue mit dem Kronsberg. Geplant hat den Park der hannoversche Garten- und Landschaftsarchitekt Hans-Joachim Adam. In der Gestaltung finden sich Gedanken von Hugo Kükelhaus, der durch das von ihm entwickelte Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne bekannt wurde. Der Park lädt nicht nur zur Erholung im Grünen ein, sondern will auch an verschiedenen Plätzen die fünf Sinne SEHEN-HÖREN-FÜHLEN-SCHMECKEN-RIECHEN bewusst machen.

Erholung und Lebensqualität
Der Park der Sinne wird mehr und mehr zu einer wertvollen und attraktiven Parkanlage mit hoher Erholungs- und Lebensqualität. Für die Bürger der Stadt Laatzen hat er eine große Bedeutung, doch es kommen auch viele Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet. Wer einmal dort war, versteht, warum der Park der Sinne 2004 zum zweitschönsten Park Deutschlands ernannt wurde. 

Wie alles begann
Das Lichtkonzept für den Park der Sinne wurde unter der Leitung von Sven Achtermann, Leiter Team Grünflächen der Stadt Laatzen, und Dipl.-Ing. Norbert Wasserfurth, Dozent an der  HAWK Hildesheim, und einem Team aus Lighting Design-Studierenden der HAWK entwickelt. Über zwei Semester entstand bis zum Sommer 2008 ein neues, qualitativ hochwertiges Konzept zur Beleuchtung von Außenräumen. Innovative Landschaftsgestaltung verband sich mit moderner Technologie und der umweltbewussten Nutzung von Energie. Die Lighting Design-Studentin Johanna Hermann arbeitete im Rahmen ihrer Diplomarbeit die Vorentwürfe und Planungen sowie den Entwurf für die Sonderleuchte so weit aus, dass diese ab Januar 2009 in die Umsetzung gehen konnten. Im Laatzener Pilotprojekt kann sich die fertige Lichtanlage der Sinne nicht nur praxistauglich als sinnliche Beleuchtung im Park beweisen, sondern sie dient darüber hinaus auch wissenschaftlichen Zwecken wie der Erforschung von Licht und Wahrnehmung.


Sensorgesteurtes System
In Verbindung mit dem sehr flexiblen sensorengesteuerten System der Firma Issendorf KG, LCN (Local Control Network) Gebäudetechnik, das Bewegung im Park erfasst, ergeben sich unterschiedlichste dynamische Lichtwirkungen. Zum Teil reagieren die Leuchten direkt auf die Bewegung der Besucher, zum Teil können per Knopfdruck verschiedene Lichtwirkungen passend zur jeweiligen Nutzung oder Veranstaltung eingestellt werden.


Passiv-Solarenergie-Anlage
Die umweltfreundliche passive Anlage wird über Solarenergie mit Strom versorgt. Ein großes, wellenförmiges Solardach wird dafür im Park auf dem Vordach des Cafés installiert. Seit Juli 2009 ist der erste von vier Bauabschnitten der Lichtanlage realisiert. Der erste Bauabschnitt beschreibt den nördlichen Teil des Parks zwischen dem Nord- und dem Osteingang.

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