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Holzingenieurin Loose: "Mein Patent war der ideale Türöffner"

Ehemalige der HAWK-Fakultät Bauwesen geben Studierenden Tipps aus der Berufspraxis

Ihr Patent hat ihr Türen geöffnet: Simona Loose in der HAWK-Aula am Hohnsen

Tobias Götz ging nach seinem Studium in die Schweiz und arbeitet jetzt als Projektmanager in der Tragwerksplanung

„Zu Beginn haben wir eine Dame, die mir als ein echter Rohdiamant in Erinnerung geblieben ist“, kündigt HAWK-Professor Dipl.-Ing. Nikolaus Nebgen die erste Referentin der Veranstaltung „Berichte aus der Berufspraxis an. Absolventinnen und Absolventen des norddeutschlandweit einzigen Studiengangs Holzingenieurwesen der Fakultät Bauwesen sind nach Hildesheim gekommen, um ihre Erfahrungen weiterzugeben. Der „Rohdiamant“ heißt Simona Loose.

Im Winter 2006 hat Loose ihren Abschluss an der HAWK am Hohnsen gemacht. Die Besonderheit dabei war, dass die heute 30-Jährige Ingenieurin dabei ein Patent für eine Holzverbindung mit Papier entwickelt hatte. Nach ihrem Studium kümmerte sie sich zuerst um die Formalitäten beim Patentamt. Anschließend forschte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Göttinger HAWK-Fakultät Naturwissenschaften und Technik. Heute arbeitet sie als Projektingenieurin bei der Firma Xella, eine Tochterfirma der Fermacell GmbH.

Ihren heutigen Chef hat sie bei der ersten Firmenkontaktmesse „Con-Neo“, organisiert von Studierenden der HAWK hier am Hohnsen in Hildesheim, kennengelernt. „Was hat Ihnen Ihr Patent bei der Jobsuche gebracht“, fragt eine Interessierte aus dem Publikum. „Alles und auch nichts“, lächelt Loose. „Aus wirtschaftlicher Sicht hat sich die Arbeit noch nicht gelohnt. Aber das Patent war auf jeden Fall ein ganz besonderer Eyecatcher in meiner Bewerbung. Jetzt bin ich in der Entwicklungsabteilung bei Xella in einer verantwortungsvollen Position. Von daher ist das Patent ein idealer Türöffner gewesen.“

Keinen Tag arbeitslos war auch Tobias Götz. Im Juli 2005 beendete er erfolgreich sein Studium. Mit einem kurzen Umweg über einen Lehrauftrag knüpfte er einen Kontakt zur Firma Pirmin Jung in der Schweiz. „Ich habe einfach eine Stellenanzeige in einem Fachmagazin aufgegeben“, erklärt er selbstbewusst. Dazu rät er den Studierenden: „Man muss aktiv auf die Arbeitgeber zugehen. Ich habe Bewerbungen geschrieben und sie nicht per Post geschickt, sondern persönlich abgegeben. Damit mich der Arbeitgeber gleich kennen lernen kann. Kaum hatte ich meinen Vertrag bei Pirmin Jung unterschrieben, hätte ich auch gleich zwei andere Stellen annehmen können“, grinst der 33-Jährige, der jüngst zum Projektmanager aufgestiegen ist.

Gerne erinnert sich Götz an sein Studium zurück. „Mir hat der Umgang mit meinen Kommilitonen und den Professoren immer gut gefallen. Die meisten hatten wie ich vorher eine Lehre im Handwerk oder als Bauzeichner abgeschlossen. Da ist man immer schnell auf einer Wellenlänge gewesen. Außerdem hat mir die Projektarbeit in kleinen Gruppen viel gebracht.“

Gleich nach seinem Vortrag ist Götz umringt von Studierenden, die sich nach Tipps zur Praxis erkundigen. Darunter ist Holzbau-Student Alexander Maxein: „Der Informationstag ist eine hervorragende Idee. Man kriegt hier direkten Input von Leuten aus der Praxis und sieht genau, wie sie vorgehen.“ Das finden auch seine Kommilitonen Simon Scharf und Rudolf Bendig. Beide sind im siebten Semester und stehen damit kurz vor ihrem Abschluss: „Mich beruhigt es, wenn ich sehe, was man alles mit dem Studium anfangen kann“, erklärt Scharf. „Mir hat der Tag alle Sorgen vor dem Berufseinstieg genommen. Jetzt will ich nur noch fertig werden und arbeiten“, grinst Bendig.

Rede und Antwort standen den Studierenden auch Philipp Stubendorff, Katrin Brake, Katrin Tartsch und Tobias Tebbel, die alle als Holzingenieure einen Job haben.  Organisiert wird der Infotag von der Fakultät Bauwesen und dem Förderverein Holzingenieurwesen. „Wie haben unsere Abgänger ihren Arbeitsplatz gefunden? Der Erfahrungsaustausch steht heute ganz klar im Mittelpunkt“, hatte Dekan Prof. Dr. -Ing. Alfred Breukelman in seiner Begrüßung betont. Weiter ginge es darum, die möglichen Berufsfelder aufzuzeigen sowie Kontakte zu knüpfen oder zu vertiefen.

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