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Staatspreis und zwei Förderpreise für das gestaltende Handwerk gehen an die HAWK

Metallgestalter/innen Kathrin Sättele, Hiawatha Seiffert und Young-I Kim vom Niedersächsischen Wirtschaftsminister ausgezeichnet

Wirtschaftsminister Bode übergibt den Förderpreis an Metallgestalter Hiawatha Seiffert

Schale aus Motorradketten von Hiawatha Seiffert

Gleich drei HAWKler sind jetzt vom Niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Jörg Bode, preisgekrönt worden. Bode hat die Goldschmiedin und Diplom-Designerin Kathrin Sättele aus Hildesheim mit dem mit 5.000 Euro dotierten Niedersächsischen Staatspreis für das gestaltende Handwerk 2010 ausgezeichnet.  Sättele hat bis 1998 an der HAWK Metallgestaltung studiert. Darüber hinaus verlieh er die beiden mit je 2.500 Euro ausgestatteten Niedersächsischen Förderpreise für das gestaltende Handwerk 2010 an die Hildesheimer HAWK-Studenten Hiawatha Seiffert, Metallbaumeister und Gestalter im Handwerk, sowie an die Metallgestalterin und Diplom-Designerin Young-I Kim.

Bode zeigte sich beeindruckt durch das durchgängig hohe Niveau der Arbeiten. "Die Exponate schärfen den Blick für die Einzigartigkeit und die Kostbarkeit von Materialien und für die besondere Qualität handwerklichen Fertigungs-Know-hows", sagte der Minister bei der Preisverleihung in Hannover.

Kathrin Sätteles handgeschmiedeter Gold- und Silberschmuck überzeugte die Jury durch seine Leichtigkeit, seine kompromisslose und unaufgeregte Modernität, seine zeitlose Eleganz und seine hohe handwerkliche Perfektion. Darüber hinaus zeigt ihr Schmuck großes innovatives Potential. So verzichtet Sättele auf alles Überflüssige, das die federnde Transparenz stören könnte. Bei ihren Colliers werden die einzelnen Kettenglieder ineinander gehängt, auf einen Verschluss wird verzichtet. Auf diese Weise lassen sich ihre Ketten an jeder beliebigen Stelle öffnen, und nichts unterbricht die Konsequenz der gestalterischen Linie. Ornament wird zu Verschluss und umgekehrt.

Kathrin Sättele wurde 1967 in Hildesheim geboren. Sie hat ihr Handwerk in der Hildesheimer Goldschmiedewerkstatt von Reinhard Rischke gelernt. Nach der Gesellenprüfung arbeitete sie dann eine Zeitlang in Hannover und Bremen. 1993 begann sie an der HAWK ihr Studium bei den Professoren Arnd Heuer und Werner Bünck. Sie beendete ihr Designstudium 1998 mit dem Diplom. Seither ist sie als Schmuckdesignerin in ihrem Atelier in der Hildesheimer Nordstadt tätig.

Hiawatha Seiffert ist jemand, der sich leidenschaftlich seinem Werkstoff Metall verschrieben hat. Als Metallbaumeister und Gestalter im Handwerk hat er lange mit Damaszenerstahl experimentiert, bevor er sich an die Gestaltung von Schalen wagte, deren Grundstoff Fahrradketten, Motorradketten oder Maschinenketten bilden. Durch Schmieden und Schweißen verformt er diese Ketten zu großen und kleinen Gefäßobjekten und verleiht ihnen somit ein neues, zweites Leben. Der Begriff des Recyclings erhält damit eine tiefere künstlerische Definition und Dimension.

Hiawatha Seiffert begann 1990 seine Ausbildung zum Industriemechaniker in der Fachrichtung Maschinen- und Systemtechnik. Nach seiner Abschlussprüfung und verschiedenen Tätigkeiten im Metallbereich qualifizierte er sich zum Metallbaumeister weiter und legte vor der Handwerkskammer in Lüneburg-Stade die Meisterprüfung ab. An die Gestaltung hat er langsam herangetastet. Während der Meisterschule wurde er auf die Werkakademie für Gestaltung und Design im Handwerk aufmerksam und bildete sich dort zum Gestalter im Handwerk fort. Seit 2006 studiert er an der HAWK in Hildesheim und absolvierte gerade seine letzte Prüfung zum Bachelor.

Die 1979 in Korea geborene Metallgestalterin Young-I Kim wird für ihre Arbeit mit dem Titel »Charakterisierte Gefäße« ausgezeichnet. Die von ihr entwickelten, leicht asymmetrischen Kupfergefäße sind von Hand aufgezogen. Die Oberflächen werden mit farbigem, opakem Emailpulver überzogen und anschließend im Brennofen gebrannt. Das Gefäßinnere ist blattvergoldet, blattversilbert oder verzinnt. Die Gefäße zeichnen sich durch ihre bezaubernde Schlichtheit und Leichtigkeit aus. Trotz ihrer puristischen Form vermitteln sie vor allem durch ihre Farbigkeit einen spielerischen Umgang mit dem Material. Die Jury überzeugte der gelungene ganzheitliche Ansatz, von der Entwicklung der grundlegenden, symbolischen Idee bis hin zur formvollendeten Ausführung.

2002 kam Young-I Kim nach Deutschland. Zwei Jahre lang lernte sie in Bonn die deutsche Sprache. Dann begann sie ihr Studium an der HAWK Hildesheim. Auch sie wurde von Prof. Bünck unterrichtet, dessen Wirken für viele Metallgestalter prägend war. 2009 beendete sie ihr Studium mit der Diplomprüfung. Sie hat sich entschieden, erst einmal in Deutschland zu bleiben, und ist in jüngster Zeit auf vielen Ausstellungen präsent, wo sie ihre schönen Gefäße einer breiteren Öffentlichkeit vorstellt.

Erstmals vergab der Minister darüber hinaus den mit 3.000 Euro dotierten Unternehmenspreis „Erfolgsfaktor Design". Die Auszeichnung ging an den Handwerksbetrieb Möbelbau Kaether & Weise aus Lamspringe.

 

Vom 30. Januar 2010 bis zum 27.02.2010 sind die Sieger- und Wettbewerbsarbeiten in der Handwerksform Hannover, Berliner Allee 17, 30175 Hannover, zu sehen. Öffnungszeiten: Di - Fr 11-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr, So, Mo und an gesetzlichen Feiertagen geschlossen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

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