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Finkeldey und Thiesen geben Sammelband zum Thema Case Management heraus

Beiträge zum Schlüsselkonzept der Jugendberufshilfe in der Reihe Hildesheimer Schriften erschienen

Prof. Dr. Lutz Finkeldey

M.A. Andreas Thiesen

Der Sammelband "Case Management in der Jugendberufshilfe - Materialien für Theorie, Praxis und Studium der Sozialen Arbeit" ist jetzt in der Reihe „Hildesheimer Schriften zur Sozialpädagogik und Sozialarbeit“ im Olms-Verlag erschienen. Herausgeber des 18. Bandes sind Prof. Dr. Lutz Finkeldey und M.A. Andreas Thiesen von der HAWK-Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit.

Case Management ist in den letzten Jahren zu einem Schlüsselkonzept der Jugendberufshilfe geworden. Den Problemlagen mehrfach benachteiligter Zielgruppen soll in zirkular angelegten Prozessschritten auf „effektive“ und „effiziente“ Weise begegnet werden.
Während die Literatur zahlreiche konzeptionelle Handlungsanleitungen hervorgebracht hat, wurden diese bislang kaum in Verbindung mit den realen Lebensbedingungen der Jugendlichen gesetzt. Überdies scheint vor dem Zielkorridor Sozialer Arbeit eine grundsätzliche Skepsis gegenüber ökonomisch determinierten Management-Ansätzen angemessen.       

Der vorliegende Band vereint kritische Beiträge zu Case Management und berücksichtigt neben soziologischen, juristischen und psychologischen Perspektiven auch die kulturelle Dimension der Jugendarbeitslosigkeit. Auf diese Weise leistet das Buch einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung von Case Management.  

Mit den Beiträgen dieses Buches werden Facetten des Konzeptes Case Management exemplarisch beleuchtet. Einführend sind „Grundüberlegungen zur gesellschaftlichen Implikation von Case Management vorangestellt: Alois Wacker entwirft eine Topografie der heutigen Arbeitsanforderungen an junge Menschen („Employability“). Lutz Finkeldey skizziert daran anknüpfend den aktuellen Stand der Jugendforschung unter besonderer Hervorhebung sozialisationstheoretischer Erkenntnisse und ihrer Bedeutung für das Feld der Jugendberufshilfe.

Es folgen das „theoretische Konzept und die rechtlichen Rahmenbedingungen von Case Management“. Claus Reis fasst in seinem Beitrag Theorie, Konzept und Prozessschritte des Case Managements zusammen. Heinz-Dieter Gottlieb formuliert eine kritische Würdigung der Eingliederungsvereinbarung nach § 15 Abs. 1 SGB II.


Der Frage nach den Voraussetzungen und Perspektiven der „Planung und Gestaltung in der Praxis von Case Management“ gehen wir am Beispiel der Netzwerktheorie nach, indem wir System- und Fallebene jeweils in einzelnen Beiträgen herausstellen. Corinna Ehlers thematisiert die systemische Kooperationsebene, während sich Ingolf Sinn auf das personale soziale Netzwerk bezieht.  
Im Wissen um die Größenordnung des Methodenrepertoires erschließen Petra Lippegaus-Grünau und Martin Baumgartner-Heppner exemplarisch zwei „Handlungskonzepte im Case Management“: einerseits unterschiedliche Dimensionen der Kompetenzfeststellung und ihrer Verfahren, andererseits den Bereich des Konfliktmanagements.

Da ein Großteil der benachteiligten Jugendlichen am Arbeitsmarkt auf eine individuelle Migrationsgeschichte verweisen kann, heben Gazi Caglar und Andreas Thiesen den Aspekt der „Vielfalt als soziale Herausforderung im Case Management“ hervor: Während Caglar ein kritisches Bild der Bildungs- und Arbeitsmarktsituation für MigrantIn-nen in Deutschland zeichnet, befasst sich Thiesen mit den Perspektiven des Diversity-Konzeptes in der Jugendberufshilfe.

In einem weiteren Schritt arbeiten Christof Gebhardt und Gesche Henties am Beispiel einer Qualifizierungsveranstaltung eine „reflexive Praxis als Bestandteil von Case Management“ heraus. Abschließend bezieht Jürgen Ebert die aktuellen Diskurse zur Professionalisierung in der Sozialen Arbeit auf das Case Management-Konzept.

ISBN: 978-3-487-14295-1
Preis: 22,80 Euro


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