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HAWK stellt "Flexibel studieren" in Berlin vor - Familienministerin Schröder eröffnet Tagung

"best practice-Club" zeigt Projektergebnisse - 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland

Das HAWK-Video zum Projekt "Flexibel studieren"

Das Video zum Projekt "Flexibel studieren"

Die HAWK präsentierte ihr prämiertes Projekt "Flexibel studieren" auf einer Messe aller acht "Best practice-Hochschulen"

Acht Hochschulen in Deutschland – darunter die HAWK Hildesheim / Holzminden / Göttingen –  haben sich einem Kulturwandel verschrieben – sie arbeiten seit mehr als zwei Jahren gemeinsam im best practice-Club „Familie in der Hochschule“ daran, Familie und Studium bzw. Karriere miteinander vereinbar zu machen.

Rund 78 Prozent aller kinderlosen Studierenden und Mitarbeiter(innen) an Hochschulen wünschen sich ein Kind, aber nur sieben Prozent der Studierenden haben Kinder. Zwei Drittel aller Studierenden empfinden die Atmosphäre an der Hochschule als nicht kinderfreundlich. Als wichtigste Hinderungsgründe werden die Unsicherheit bezüglich der beruflichen Erfolgsaussichten, die entstehende Mehrfachbelastung durch Studium und Kindererziehung und Probleme der Finanzierbarkeit genannt (Quellen CHE Consult/HIS).

Die Hochschulen des best practice-Clubs haben jetzt im Rahmen der Tagung „Bitte mit Familie – Hochschulen im Wandel“ in Berlin deutlich gemacht, dass sie Lösungen für diese Probleme haben. Teilzeitstudienangebote, E-Learning-Angebote, Mentoringprogramme für Studierende und Hilfestellungen für ein Auslandsstudium mit Kind oder die Unterstützung von „dual career-couples“ machen Familie in der Hochschule lebbar und sichtbar.

Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder lobte die Projekte der acht Hochschulen. Sie brächten neuen Schwung für eine familienorientierte Gesellschaft. Mehr Familiensinn im Wissenschaftsbetrieb forderte Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann: „Eltern benötigen an den Hochschulen jemanden, der ihnen den Rücken stärkt“.

Auf der Tagung im Harnack-Haus der Freien Universität in Berlin-Dahlem wurden in konkreten Handreichungen und Praxisberichten die einzelnen Verfahrensschritte dokumentiert, damit andere Institutionen von den gewonnenen Erfahrungen profitieren können. Alle Informationen zur Tagung und den Projekten finden sich im Internet auf der Seite www.familie-in-der-hochschule.de .

Die Initiatoren des Programms und Ausrichter der Tagung, die Robert Bosch Stiftung, der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer im Bundesministerium des Innern und das CHE Centrum für Hochschulentwicklung hatten im Mai 2008 die acht Hochschulen ausgezeichnet, damit diese erproben konnten, wie Familie, Arbeit und Studium an der Hochschule miteinander vereinbart werden können. Jede Hochschule hat dabei den Blick auf unterschiedliche Problemlagen gelenkt und dazu in den letzten zwei Jahren „good practices“ entwickelt, die überall Schule machen sollten.

 

Das prämierte Projekt der HAWK heißt „Flexibel studieren“

Das Projekt der HAWK "Flexibel studieren" stellten HAWK-Vizepräsident Prof. Dr. Georg Klaus, Projektleitern Ingrid Haasper sowie Jessica Inhestern und Thomas Kittel in Berlin vor. Workloads, Zeitstruktur und inhaltlicher Aufbau der meisten Bachelor- und Master-Studiengänge sind in der Regel auf Vollzeitstudierende ausgerichtet. Das führt zu einer äußerst angespannten Ausbildungssituation für Studierende mit Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen. Denn gerade Studierende mit Familienpflichten brauchen sehr flexible Studien- und Prüfungsstrukturen. Ziel des Projektes der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen ist deshalb in erster Linie die Verbesserung der Qualität des Studiums für Schwangere, studierende Eltern und Studierende mit pflegebedürftigen Angehörigen und damit die Herstellung von Chancengleichheit im Studium für eben diesen Personenkreis. Vermieden werden sollen gleichzeitig überflüssige Studienzeitverlängerungen und -abbrüche aufgrund familiärer Verpflichtungen.


Bereits mit der Einrichtung flexibler Kinderbetreuung haben sich die Studienbedingungen an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen erheblich verbessert. Durch die systematische Einführung und Verankerung von Teilzeitstudium und ergänzender E-Learning- Komponenten wird nun darüber hinaus eine flexible Organisation des Studiums an allen Fakultäten ermöglicht. Seit dem Wintersemester 2009/10 können an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen rund die Hälfte aller angebotenen Studiengänge wahlweise in Voll- oder Teilzeit studiert werden. Zusätzlich sind an allen Fakultäten spezielle Ansprechpartner/innen für die Beratung von Teilzeitstudierenden benannt worden.


Außerdem wurde Anfang 2009 das Online-Portal „Blended Learning" eröffnet, das Techniken und Methoden des Blended Learning an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen vorstellt und sowohl den Lehrenden als auch den Studierenden verfügbar macht. Parallel dazu finden an allen Standorten regelmäßige Info-Workshops statt.


Für Lehrende, die Lehrveranstaltungen auf Blended Learning umstellen wollen, werden zudem zur Unterstützung individuelle Coachings angeboten. Die Entwicklung und Ausgestaltung neuer Blended Learning Veranstaltungen ist mit einem nicht unerheblichen, zusätzlichen Arbeitsaufwand verbunden und wird deshalb mit einer Freistellung im Umfang von zwei Semesterwochenstunden honoriert (Anreizsystem für Umstellung).


Für die Studierenden bedeutet das zunehmende Angebot an Blended Learning Lehrveranstaltungen eine größere Flexibilität in ihrer persönlichen Studienorganisation, da es ihnen einen zeitlich und räumlich unabhängigen Zugriff auf Lehrinhalte erlaubt.


Des Weiteren wird der Service für Studierende und das System der Studienberatung kontinuierlich weiter ausgebaut und verbessert.
Weiterführende Informationen zum Projekt finden Sie auf der Projekthomepage der HAWK.

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