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"Bauhütte - Schauhütte": Studierende erproben Baukunst des Mittelalters neben St. Michael

Öffentliche HAWK-Lehrveranstaltung des Master-Studiengangs Baudenkmalpflege soll Komplexität einer mittelalterlichen Großbaustelle vom 17. bis 29. Mai 2010 begreifbar machen

Mit historischen Werkzeugen werden Studierende und Dozenten des Master-Studiengangs Baudenkmalpflege auf der Freifläche neben dem Westchor von St. Michaelis mittelalterliche Baukunst selbst erproben.

„Bauhütte – Schauhütte“ ist der Titel einer öffentlichen HAWK-Lehrveranstaltung der ganz besonderen Art: Im Rahmen des Festjahres „1000 Jahre St. Michaelis Hildesheim“ werden 14 Studierende des HAWK-Master-Studienganges Baudenkmalpflege vom 17. bis 29. Mai bauen wie im Mittelalter.

Auf der Freifläche neben dem Westchor von St. Michaelis wird eine so genannte Bauhütte entstehen – die Organisationsform für mittelalterliche Großbaustellen. Ausgenommen an den Pfingstfeiertagen werden die Studierenden täglich in Aktionsblöcken von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr mittelalterliches Handwerk erlernen und selbst ausprobieren.

Natürlich geht es dabei um diejenigen Gewerke, die am Bau der Michaeliskirche beteiligt waren. So startet die Lehrveranstaltung mit der Einrichtung der Bauhütte. Darauf folgen der Messtag, ein Steintag und ein Metztag. Vorgesehen sind weiterhin Holz-, Schmiede-, Glas-,  Kalk-, Mauer-, und Farbentage.  An der Baustelle wird auf einem Plakat täglich das aktuelle Thema zu lesen sein.

Die Studierenden haben im Vorfeld der Aktion in der Fachliteratur recherchiert, historische Baubetriebsdarstellungen gesichtet und Details der jeweiligen Handwerkskünste aufgespürt. Damit auch alles angemessen umgesetzt werden kann, haben sie sich mit historischem Werkzeug ausgestattet und zum Teil Schnellkurse absolviert. Ziel ist es, möglichst nur mit den Techniken zu arbeiten, die die damalige Zeit kannte.

„Wir wollen den Blick auf die Komplexität der mittelalterlichen Baustelle von St. Michael lenken, indem wir praktisch und anschaulich wirklich die Steine behauen oder Kalk löschen“, beschreibt HAWK-Professor Dr. Christoph Gerlach das Projekt. Gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Martin Thumm und Verwaltungsprofessor Dr. Tillman Kohnert vom Institut für Baudenkmalpflege an der Fakultät Erhaltung von Kulturgut sowie Dipl.-Ing. Robert Lindner als Praxisbetreuer hat Gerlach die theoretische Vorarbeit und Recherche der Studierenden begleitet.

„Die gesamte Veranstaltung wird in Bild und Text dokumentiert, so dass deutlich wird, welche Werkstoffe und Techniken bei einem solchen Bau eine Rolle gespielt haben“, sagt Verw.-Prof. Kohnert.“

Das detaillierte Aktionsprogramm ist rechtzeitig vor Beginn der Veranstaltung unter www.hawk-hhg.de/kulturgut/157167.php  zu finden.

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