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Plasmaforschung in Göttingen - Zentrum für interdisziplinäre Plasmaforschung soll entstehen

Drittmittelprojekte mit einer Fördersumme von mehr als zwei Millionen Euro wurden bereits von verschiedenen Projektträgern bewilligt

Prof. Viöl mit einer Plasmabeschichtungsanlage für Holz und Holzwerkstoffe, entwickelt von seiner Forschungsgruppe an der HAWK

Der Aufbau eines Zentrums für interdisziplinäre Plasmaforschung (ZIP) ist von der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst an der Göttinger Fakultät Naturwissenschaften und Technik geplant. Zugehörige Drittmittelprojekte mit einer Fördersumme von mehr als zwei Millionen Euro wurden bereits von verschiedenen Projektträgern bewilligt.

Das ionisierte Gas Plasma, das in der industriellen Fertigung bereits genutzt wird, berührt unser Alltagsleben bisher eher unbemerkt: Die Einkaufstüte, die wir nach Hause tragen, ist zur Verbesserung der Haltbarkeit mit Plasma behandelt worden und auch der neue Großbildfernseher enthält Plasma als Leuchtmittel.
Göttinger Forscher um den Hochschulprofessor Wolfang Viöl wollen die Rolle des physikalischen Plasmas durch zahlreiche alltagstaugliche Projekte weiter ausbauen. Physikalisches Plasma ist ein natürliches Phänomen, das zum Beispiel in Gewitterblitzen vorkommt. Dank moderner Forschung kann es auch ohne die starke Entladung eines Blitzes als „gezähmte“ Variante in vielen Bereichen verwendet werden, verursacht keine belastenden Schadstoffe und ist gesundheitlich unbedenklich.

Um neue Nutzungsmöglichkeiten für die Plasmatechnik zu erschließen und die Göttinger Forschung zu stärken, bündeln die erfahrenen Professoren der HAWK-Fakultät Naturwissenschaften und Technik in gemeinsamen Projekten ihre Kompetenzen. Die kürzlich bewilligten Drittmittelprojekte beschäftigen sich mit Verbesserungen und Innovationen für Industrie und Alltag.
Die Verbesserung von faserverstärkten Kunststoffen für Windkraftwerke zum Beispiel wird von den Professoren Michael Leck, Gisela Ohms, Manfred Bußmann , Jens Peter Kärst und Wolfgang Viöl erforscht. Gemeinsam mit Prof. Frank Gräfe und mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) untersucht Prof. Viöl neue Möglichkeiten der Herstellung von Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffen (WPC). In anderen Projekten sollen mit Hilfe der Plasmatechnik TFT-Bildschirme optimiert, neue und umweltschonende Holzprodukte geschaffen, die Raumluft verbessert, Zellen verändert und Hautkrankheiten besiegt werden können. Auch die Leistung der in Mobiltelefonen, Digitalkameras, Notebooks oder Elektroautos genutzten Lithium-Ionen-Akkus soll nachhaltig verbessert werden.

Unterstützung erfahren die Forscher unter anderem vom Land Niedersachsen, der AGIP, der VW-Stiftung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Diese Projekte und die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Professoren stellen die Grundlage für das geplante Zentrum dar. Es soll unter der Leitung von Prof. Viöl (links) entstehen, der sich seit mehr als 16 Jahren intensiv mit der Plasmaforschung beschäftigt und mit seinem Team schon oft erfolgreich wissenschaftliches Neuland betreten hat. Das Interesse an dieser Forschung ist groß, die jährlich eingeworbenen Drittmittel liegen bei einer Summe von mehr als zwei Millionen Euro. Bisherige Erfolge, die sich in Patenten, praxistauglichen Erfindungen und zahlreichen Veröffentlichungen zeigen, bestärken die Bemühungen.
Das „Plasma-Zentrum“ soll als Forschungszentrale der Fakultät Naturwissenschaften und Technik dienen und die Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten verbessern. Großzügige Räume im Alva-Myrdal-Weg auf den Zietenterrassen werden angemietet und für Forschungsarbeiten umgestaltet. Weitere Kompetenzen bringen die Zentrale des Institutes für Innovationstransfer der n-transfer GmbH und der kürzlich gegründete Niedersächsischen Innovationsverbund Plasma-Technik, der kleinen und mittelständischen Firmen die neue Technologie näher bringt, in das ZIP ein.


Neben dem Aufbau des Zentrums und der Projektarbeit wird Viöl, der seit vielen Jahren Laser- und Plasmatechnologie an der HAWK lehrt, hauptsächlich die Ausbildung von Nachwuchskräften in der Wissenschaft unterstützen. „Ich freue mich sehr auf mein neues Arbeitsgebiet im ZIP“, so Viöl. „Mit Plasmatechnologie kann man viel in der Welt verändern: Das gilt sowohl für die Wirtschaft als auch für die Medizin oder Bereiche, an die wir heute noch nicht einmal denken.“ Mindestens genauso wichtig sei ihm jedoch die Arbeit mit den jungen Menschen, die das HAWK-Studium absolvieren und mit ihren Ideen und ihrem Engagement noch viele positive Veränderungen möglich machen können.


Kontakt:

Prof. Dr. rer. nat. habil. Wolfgang Viöl
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst
Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen
Fakultät Naturwissenschaften und Technik
Von-Ossietzky-Str. 99
37085 Göttingen

 Tel.: 0551 37 05 218
Email: vioel@hawk-hhg.de

 

Sabine zu Klampen (Pressesprecherin)
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst
Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen

Tel.: 05121 88 11 24
Fax: 05121 88 11 28

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