English Version | Intranet | Schnellzugriff

Erfolgreich im virtuellen Unternehmen durch weitsichtiges Handeln

HAWK-Master-Student Felix Göken erreicht die dritte Runde beim Exist-Prime-Cup des Bundeswirtschaftsministeriums / Finale im Oktober in Berlin

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Campus-Cups, der an der HAWK unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Kolbeck (vorne rechts) und Gründercoach Tim Bauer (3. v.l. vor der blauen Wand) vom Instit

Felix Göken hofft auf einen Sieg im Professional-Cup, um dann im Oktober in  Berlin am Finale des Exist-Prime-Cup-Planspielwettbewerbs des Bundeswirtschaftsministeriums teilnehmen zu können.

Davon träumen sicher viele: Ein Unternehmen gründen und sein eigener Chef sein. Aber worauf kommt es dabei eigentlich an? Was muss man können, was muss man beachten? Bei der Beantwortung dieser und vieler weiteren Fragen möchte der Exist-Prime-Cup Hilfestellung leisten. Der Wettbewerb ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi).

 

Das Ziel vom Exist-Prime-Cup ist die Verbesserung des Gründungsklimas und die Verbreitung von Unternehmergeist an Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie die Steigerung der Anzahl technologieorientierter und wissensbasierter Unternehmensgründungen. Es handelt sich um einen vierstufigen Planspielwettbewerb, den gründungsorientierte Hochschulen untereinander austragen. Felix Göken von der HAWK-Fakultät Gestaltung nimmt an dem Planspiel teil – bisher erfolgreich.

Wenig verkaufen, viel Gewinn

Die Campus-Cups stellen die erste Stufe dar. Hier spielt jede teilnehmende Hochschule ihre Vertreter aus. Felix Gökens Geschichte beginnt. „Zunächst haben Studierende aller HAWK-Fakultäten teil genommen“, erklärt der Master-Student. Sämtliche Teams müssen nun das Geschäft eines Surfboard-Herstellers simulieren. Von nun an sind die Gruppen untereinander Konkurrenten. Die Frage steht im Raum, ob man lieber ein günstiger Anbieter mit viel Umsatz sein möchte oder im Umkehrschluss ein teurer mit besserer Produktentwicklung. Das interdisziplinäre Vierer-Team um Göken entscheidet sich für hohe Qualität und damit für einen kleinen Marktanteil. „Unsere Strategie lautete: wenig verkaufen, dafür mit viel Gewinn“, erklärt Göken. In der Mitte des Spiels kommt es zu einer überraschenden Wendung. „Wir haben keinen Cent mehr in Forschung und Entwicklung investiert und ausschließlich neue Produktionsanlagen gebaut. Plötzlich waren wir ein günstiger Anbieter und haben viel verkauft. So haben wir hoch gewonnen“, berichtet der Master-Student.

Als weitere glückliche Entscheidung bezeichnet Göken die praktizierte Personalpolitik: „Wir haben immer nur Leute eingestellt, wenn wir uns sicher waren, dass wir sie auch langfristig beschäftigen wollen. Dadurch konnten wir uns Vorteile verschaffen, weil wir über viel Erfahrung und wissenschaftliches Know-how verfügten.“

Auch Unternehmer brauchen Glück

Wie der Planspielwettbewerb genau funktioniert, erklärt HAWK-Gründercoach Tim Bauer: „Grundsätzlich müssen sich die Teams zum Anfang entscheiden, ob sie lieber ein Premium-, ein Massenhersteller oder etwas dazwischen sein möchten. Die entsprechenden Daten geben sie dann in eine Excel-Tabelle ein. Nach jeder Runde sammeln die Spielleiter diese Daten ein und werten sie aus.“ Jede Runde steht für ein Geschäftsjahr. Hinzu kommen fiktive politische Ereignisse, die sich auf die Unternehmensführung auswirken können, aber nicht immer voraussehbar sind. „Einmal wurde auf einem Inselstaat die Regierung gestürzt“, berichtet Bauer: „Plötzlich lagen ganz neue Rahmenbedingungen vor.“ Das war dann aber dieses gewisse Quäntchen Glück für Göken und sein Team. Denn die neue Regierung tätigte Investitionen in den Tourismus. Das führte dazu, dass alle, die in genau diesem Moment ihre Produktionsstätten vergrößerten, plötzlich auch erheblich mehr Absatz hatten.

Weitsicht ist gefragt

Das komplette Gewinnerteam hatte sich nun für die nächste Runde, den Master-Cup, im Rechtsrheinischen Technologie- und Gründerzentrum Köln qualifiziert. Göken musste allerdings alleine fahren, sein restliches Team war verhindert. In Köln geht es um den Verkauf von Fernsehgeräten. Göken übernimmt als Jungunternehmer den Vorstand eines mit Aktien notierten Unternehmens. „Man musste bei allen Entscheidungen immer den Blick auf die Börse haben“, erinnert er sich. „Ich habe die Strategie aus dem Campus-Cup verfolgt und bin wieder vom Premium-Anbieter zum Massenproduzenten geworden.“ Jetzt geht es weiter zur dritten Runde, einen von insgesamt sechs Professional-Cups in Deutschland. Wenn das klappt, ist Göken im Oktober in Berlin im Finale dabei. „Ich hoffe, dass mein Team bis dahin wieder vollzählig ist.“ Doch nur um den Sieg geht es ihm nicht. „In erster Linie fand ich es interessant, andere Gründungsinteressierte aus ganz Deutschland zu treffen. Das Wichtigste ist, dass ich gemerkt habe, wie weitsichtig man als Unternehmer handeln muss, um erfolgreich zu sein.“ Mehr Informationen zum Exist-Prime-Cup-Planspielwettbewerb unter www.exist.de

Zurück zur letzten Seite