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Im Geschmack fruchtig-trocken, statt grauer Theorie

Modul Projektmanagement am IIW / Studenten bringen HAWK-Wein auf den Markt

Stoßen mit HAWK-Wein an: (v.l.n.r.) HAWK-Gründercoach Tim Bauer, Ingo Poppe, Christian König, Sören Fehse, Stefan Busch, HAWK-Kanzler Dr. Marc Hudy und Fritz Ahrberg, Marketing

Ein guter Wein braucht ein schlichtes, aber edles Etikett. Ingo Poppe zeigt den Entwurf von Master-Student Stanislaw Zachert

Das hätte wohl keiner der sechs Studenten erwartet. Nämlich, dass das Seminar zum Thema Projektmanagement mit einer Weinprobe endet. Ein pfälzischer Spätburgunder ist es, der bei der Produktpräsentation frisch entkorkt wird. Voraus gegangen waren viele Zusatzstunden Arbeit und insgesamt ein halbes Jahr Planungsphase. Jetzt bringen die jungen Unternehmer ihren HAWK-Wein auf den Markt.

Wie der Wein schmeckt, können Sie hier in unserem Radiobeitrag hören.

Wer meint, das alles wäre ein feucht-fröhliches Studentenvergnügen, irrt. Die Studenten wissen jetzt genau, was alles dazu gehört, wenn ein Produkt konzipiert und vertrieben werden soll. Voraus gegangen war die Anmeldung für das so genannte Out-Of-College-Modul „Projektmanagement“ bei Prof. Dr. Christoph Kolbeck und Gründercoach Diplom-Kaufmann Tim Bauer von der HAWK-Gründerinitiative „Startklar!“ unter dem Dach des Instituts für Interdisziplinäre Wissenschaften (IIW). Kolbeck und Bauer waren es, die das Thema „Wein“ vorgegeben hatten. „Dass daraus ein eigener HAWK-Wein werden sollte, war überhaupt nicht geplant. Diese Idee hatten die Studenten“, erklärt Bauer, „uns ging es grundsätzlich darum, dass man sich mit einem Thema abseits des üblichen Fachgebiets beschäftigt. Denn letztendlich muss jedes Produkt vertrieben und verkauft werden.“

Das ungewöhnliche Thema sorgte anfangs für Verwirrung. „Was soll ich denn als Architektur-Student mit Wein“, hatte sich Ingo Poppe in der ersten Seminar-Stunde gedacht. Den anderen ging es ähnlich. Trotzdem fand sich eine Arbeitsgruppe aus Ingo Poppe, Christian König, Sören Fehse, Stefan Busch,  André Hanisch und Stanislaw Zachert zusammen und je mehr sie sich mit dem Rebensaft beschäftigte, umso spannender wurde die Arbeit.

 

Erst Umfragen

„Zuerst haben wir Umfragen im Internet sowie auf dem HAWK-Stadtcampus gemacht. Wir wollten einfach wissen, welche Weine besonders beliebt sind, um die geeignete Sorte zu wählen“, resümiert Poppe. Spätburgunder und Dornfelder machten das Rennen. Außerdem ging es in Discounter, Supermärkte und Weinhandlungen, um zu schauen, wie Wein allgemein angeboten wird.

 

Dann Weinrecherche

Dann folgte der wahrscheinlich angenehmste Teil. Bauer vermittelte Kontakte zu einem kleinen Weingut in der Pfalz, einem ganz traditionell arbeitenden Betrieb, der normalerweise ausschließlich an Stammkunden verkauft. Der schickte verschiedene Sorten zum Probieren.

 

Schließlich Weinprobe

„Wir haben uns richtig schön eingerichtet mit Baguette und Käse zu einem WM-Spiel“, erklären die Studenten grinsend. Nachdem der passende Wein basisdemokratisch heraus geschmeckt ist, folgte aber die nächste Herausforderung – ein passendes Etikett zu entwerfen, das die Hochschule ansprechend repräsentiert.

 

Etiketten-Design

An dieser Stelle zeigte sich der Vorteil der interdisziplinären Gruppe: Master-Student Stanislaw Zachert von der Fakultät Gestaltung übernahm das Design. „Wir hatten uns etwas Schnörkeliges mit Blumen oder so vorgestellt“, lacht Poppe im Nachhinein. Von daher musste Zachert zunächst viel Überzeugungsarbeit für sein schlichtes, aber dafür umso edleres Etikett leisten.

 

Kanzler begeistert

HAWK-Kanzler Dr. Marc Hudy ist begeistert: „So läuft es auch später im Job. Eine super Vorbereitung für den Start ins Berufsleben.“ Sicher eine wichtige Erfahrung, die alle Teilnehmer aus dem Projekt mitnehmen: „Es lief oft alles andere als glatt – wie das Leben nun mal so ist“, resümiert Bauer. Die Studenten pflichten ihm bei: „Die Etiketten kamen erst kurz bevor wir den Wein erstmals vorstellen wollten bei uns an. Wir mussten sie dann einen kompletten Tag lang von Hand auf die Flaschen kleben“, erinnert sich Poppe.

Jetzt probieren alle das fertige Produkt. Hudy nippt am Spätburgunder. Sein Urteil: „Für einen trockenen Rotwein ist er sehr fruchtig. Mir gefällt, dass er nicht so schwer ist. So einen kann man sogar schon am späten Nachmittag trinken“, lacht der HAWK-Kanzler. Noch viel besser gefällt ihm und HAWK-Marketing-Leiter Fritz Ahrberg, wie gut es doch passe, dass die HAWK jetzt ihren eigenen Wein hat. „Das ist fantastisch, weil wir schließlich 2013 unseren neuen Weinberg-Campus eröffnen. Und für den passenden Wein haben schon die Studierenden unserer Hochschule gesorgt"

 


Preis: Acht Euro

Die haben zunächst klein angefangen. 200 Flaschen wurden produziert. Eine kostet acht Euro. „Wenn das alles klappt, wird beim nächsten Mal eine größere Menge hergestellt, was den Einzelpreis günstiger macht. Wir planen schon jetzt aufgrund des guten Starts, aus dem Projekt eine richtige Institution zu machen“, erklärt Bauer, der begeistert ist vom Engagement der Teilnehmer. Alle haben weitaus mehr Leistung erbracht, als für dieses Lehrmodul erforderlich war. Dazu kommt die unglaubliche Eigeninitiative jedes Einzelnen, die bis jetzt nicht nachgelassen hat.“

Demnächst soll der Wein über die Website im HAWK-Shop vertrieben werden. Ahrberg sieht auch die Möglichkeit, den Rebensaft im Hochschul-Shop in der Tourist-Information im Tempelhaus zu verkaufen. Bis dahin ist der Wein direkt über die Studenten zu bestellen. „Einfach eine E-Mail mit dem Betreff  HAWK-Wein an ingopoppe@gmx.de schicken, dann kann man sich treffen zur Übergabe“, verspricht Poppe.

 


Bildunterschrift:

Stoßen an auf eine gelungene Projektpräsentation: (v.l.n.r.)HAWK-Gründercoach Tim Bauer, Ingo Poppe, Christian König, Sören Fehse, Stefan Busch, HAWK-Kanzler Dr. Marc Hudy und Marketing-Leiter Fritz Ahrberg

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