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Anfassen und ausprobieren ist hier ausdrücklich erlaubt

Dekan und Produktdesigner Prof. Werner Sauer eröffnet Ausstellung "Universal Design" in der Rathaushalle Hildesheim

Universal Design Ausstellung in der Hildesheimer Rathaushalle

Was ein gutes Produkt ausmacht, ist jetzt in der Halle im historischen Rathaus Hildesheim zu sehen. Das Internationale Design Zentrum (IDZ) Berlin zeigt mit der Ausstellung "Universal Design: Unsere Zukunft gestalten" Konzepte und Produkte zur generationengerechten Gestaltung. Mehr als 50 Exponate des alltäglichen Lebens, die durch ihre Benutzerfreundlichkeit die Lebensqualität von Alt und Jung verbessern, werden hier in interaktiver Form präsentiert. Denn anfassen und ausprobieren ist ausdrücklich erwünscht.

Bei der Eröffnung spricht Design-Experte Prof. Werner Sauer, Dekan der HAWK-Fakultät Gestaltung, über den Bezug zwischen Produkt und Mensch. „Durch eine effektvolle Gestaltung will man sich vom Wettbewerb absetzen und eine erhöhte Aufmerksamkeit erreichen. Die Funktionalität und Nutzbarkeit der Produkte und der Gebäude leidet allerdings oft darunter. Daher plädiere ich – auch und gerade als Gestalter – für eine Ausgewogenheit von Form und Funktion.“ (Die vollständige Rede von Prof. Werner Sauer)

In ihrem modularen Aufbau bietet die Ausstellung eine Wanderung durch Küche, Bad und Wohnzimmer und präsentiert die Bereiche Hobby und Garten. Zusätzlich werden Ideen und Konzepte aus den Bereichen Öffentlicher Raum und Transport ausgestellt. Die Ausstellung verdeutlicht, dass Design sich nicht nur neuen technologischen Entwicklungen, sondern auch sozialen Veränderungen stellen muss. Gutes Design reagiert auf die Anforderungen der Märkte und hat Verbraucherinnen und Verbraucher und ihre Bedürfnisse im Blick.

Hinter dem Begriff „Universal Design“ steckt in erster Linie ein sozialer Gedanke. Nämlich ein am Menschen orientierter Gestaltungsansatz, der zum Ziel hat, die gesamte von Menschen für Menschen gestaltete Umwelt für möglichst viele zugänglich und nutzbar zu machen. So ist es wenig verwunderlich, dass es unter anderem Kerstin Blochberger, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HAWK-Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit, war, die Sauer auf die Wanderausstellung aufmerksam machte. Denn die Stigmatisierung durch eine Gestaltung – Sauer nennt als Beispiel Telefone mit übergroßen Tasten –  die sofort die Menschen durch die Inanspruchnahme und Nutzung bestimmter Dienstleistungen, Räume und Produkte kennzeichnet, soll von vornherein vermieden werden.

Mit Unterstützung von Hildesheims Oberbürgermeister Kurz Machens, der vorschlug, die Rathaushalle zu nutzen, konnte Sauer dazu beitragen, die Ausstellung nach Hildesheim zu holen.
Der freut sich besonders über die WMF-Kaffeemaschine, die mit dem Qualitätssiegel von Universal Design ausgezeichnet ist. Entworfen ist sie von seinem ehemaligen Produktdesign-Studenten Nico Michler. Sauer schwärmt: „Diese für eine einzelne Tasse Kaffee konzipierte Maschine zeichnet sich durch eine sehr einfache Bedienung aus –  in Verbindung mit einer attraktiven Gestaltung durch die geschickte Integration der Tasse in einem kompakten Gehäuse.“ Heute ist Michler übrigens Geschäftsführer des renommierten Münchener Designbüros „designaffairs“.

Weil Universal Design einen immer größeren Stellenwert bei der Arbeit von Designern einnimmt, zieht es auch viele HAWK-Studierende hierher. Unter ihnen ist Jezz Rentzsch: „Ich bin – gerade als Studentin im ersten Semester – fasziniert von den facettenreichen Möglichkeiten, die es im Bereich Produktdesign gibt.“ Felix Ebert sieht es ähnlich: „Ich halte es für einen sehr wichtigen Beitrag, auch mal Produkte zu zeigen, die vielleicht nicht auf dem Kunstmarkt zu finden sind. Die beschreiben einen Markt, der für mich als Designer sehr interessant ist.“

 

Die Ausstellung "Universal Design: Unsere Zukunft gestalten" ist bis Mittwoch, 27. Oktober, in der Rathaushalle Hildesheim zu sehen. Der Eintritt ist frei.

 

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