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Wissenschaftsministerin Wanka: "Frauen zur Bewerbung um Professuren auffordern"

Jahrestagung Niedersächsischer Hochschulfrauenbeauftragter an der HAWK / Thema: Qualitätssicherung in der Lehre

HAWK TV berichtet über die Tagung

Wanka

LNHF

Die Niedersächsische Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka hat die Jahrestagung der Niedersächsischen Hochschulfrauenbeauftragten im großen Hörsaal der HAWK am Goschentor eröffnet. Das Thema der Tagung war: „Qualitätssicherung in der Lehre: Gleichstellung und Genderforschung inbegriffen“.

 

Wanka hob die Bedeutung von Gleichstellung und Frauenförderung insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels hervor.  Sie empfahl, in den naturwissenschaftlichen Bereichen oder den Ingenieurwissenschaften mit traditionell niedrigem Frauenanteil, geeignete Frauen sogar zielgerichtet zur Bewerbung aufzufordern. Ihre Sorge sei, dass auch die südlichen Bundesländer das Thema Gleichstellung jetzt mehr forcierten und Niedersachsen die guten Wissenschaftlerinnen abwerben könnten.

 

HAWK-Präsidentin Prof. Dr. Christiane Dienel hatte in ihrer Begrüßungsrede zuvor schon eindringlich dafür plädiert, Unterschiede zwischen den Menschen nicht als Erschwernis, sondern als Reichtum wahrzunehmen. Nach den doppelten Abiturjahrgängen müssten sich die Hochschulen sehr viel stärker als bisher um Studierende bemühen und auch neue Gruppen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen erschließen.

 

Prof. Dr. Jürgen Hesselbach, Vorsitzender der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen, mahnte ebenfalls, in den Anstrengungen um hoch qualifizierte Frauen nicht nachzulassen. Auch er warnte davor, dass finanziell besser gestellte Bundesländer Wissenschaftlerinnen abwerben könnten.

 

Ingrid Haasper, Gleichstellungsbeauftragte der HAWK, forderte in ihrer Eingangsrede, dass die Genderthematik integriert in allen Studiengängen umgesetzt werden müsse, dass geschlechtergerechte Lehre zum Standard gehören müsse und keine Besonderheit sein dürfe. Und: „Wir wünschen uns, dass die Akkreditierungsagenturen konsequent darauf achten, dass die Vorgaben auch eingehalten werden.“

 

Dr. Edit Kirsch-Auwärter, Vorsitzende der Landeskonferenz Niedersächsischer Hochschulfrauenbeauftragter (LNHF) kündigte den so genannten Benchmark-Prozess der LNHF an, dessen Auftakt die Jahrestagung an der HAWK sei. Im Laufe der zwei Tage informierten sich die niedersächsischen Hochschulfrauenbeauftragten über die Erfahrungen mit Gleichstellungsprojekten anderer Institutionen und Bundesländer.

 

Zum Hintergrund: Der deutsche Wissenschaftsrat empfiehlt bereits seit 2007: „Mit dem derzeit laufenden Prozess einer zunehmenden Differenzierung und Profilbildung im deutschen Wissenschaftssystem, an dessen Ende eine deutliche Leistungs- und Qualitätssteigerung stehen soll, nimmt die Bedeutung von Flexibilität, Autonomie und Wettbewerb im System zu.


Angesichts dieser Entwicklung hält es der Wissenschaftsrat für notwendig, den Aspekt der Chancengleichheit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erneut aufzugreifen. Dabei muss insbesondere die Frage, welche Konsequenzen die neuen Rahmenbedingungen und Konditionen für die Gleichstellungspolitik mit sich bringen und wie darauf zu reagieren ist, im Mittelpunkt stehen. Sie soll vor allem mit Blick auf die Verbesserung der Partizipationschancen von Frauen in den Führungsebenen von Wissenschaft und Forschung aufgegriffen werden.“

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