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Wissenschaftsministerin Wanka führt neue HAWK-Präsidentin Dienel offiziell ins Amt ein

Viel Anerkennung und Respekt für Vorgänger Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Thren

HAWK TV berichtet vom Festakt

Amtseinführung

Amtseinführung

Die deutschen Hochschulen stehen derzeit vor riesigen Herausforderungen: in diesem Jahr der doppelte Abiturjahrgang, durch die Aussetzung der Wehrpflicht noch verstärkt und anschließend die Gegenbewegung mit sinkenden Studierendenzahlen im Zuge des demografischen Wandels. Das Projekt „Offene Hochschule Niedersachsen“, das dieser Entwicklung entgegenwirken soll, will Menschen ohne Abitur an ein Studium heranführen. Doch auch damit sind massive Anpassungsprozesse programmiert.

 

All diese Aufgaben zu meistern, dafür wünsche sie der neuen HAWK-Präsidentin Prof. Dr. Christiane Dienel eine glückliche Hand, sagte Niedersachsen Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka beim Festakt zur offiziellen Amtseinführung Dienels in der Aula der HAWK in Hildesheim. „Wir brauchen künftig passgenaue Angebote für unterschiedlichste Klientels. Hier hat die HAWK schon einen Vorsprung. Halten Sie diesen, nutzen sie ihn und bauen Sie ihn aus“, gab Wanka der neuen Präsidentin mit auf den Weg.

 

Vor den rund 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Verbänden, Kirche und Wissenschaft hob Wanka die Verdienste von Dienels Amtsvorgänger Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Thren hervor.  Thren war vom Senat der Hochschule nicht wieder gewählt worden. In seiner Amtszeit seien nicht unerhebliche Umstrukturierungsprozesse notwendig gewesen, sagte Wanka. Sie hob besonders Threns erfolgreiche Anstrengungen zur Haushaltskonsolidierung und seine Aktivitäten zur Neuausrichtung des HAWK-Standortes Holzminden hervor. „Ihnen gebührt Respekt, Anerkennung und Dank“, betonte die Wissenschaftsministerin unter großem Applaus des Gäste.

 

Auch die Hochschulratsvorsitzende, Barbara Wiedemann, würdigte Threns Leistungen mit den Worten: „Heute befindet sich die Hochschule dank Ihres konsequenten und zukunftsorientierten Führungsstils und der hervorragenden Arbeit von Kanzler Dr. Marc Hudy in einer stabilen finanziellen Lage“, unterstrich Wiedemann. Sie hob Threns Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit hervor: „Sie haben viel Gegenwind zu spüren bekommen. Und nicht, weil Sie Dinge falsch oder nicht angepackt haben, sondern gerade weil sie sie trotzdem angegangen sind.“

 

Thren selbst bedankte sich bei allen  Wegbegleitern seiner sechsjährigen Amtszeit und wünschte seiner Nachfolgerin: „Eine Hochschule besitzt im Rahmen der ihr gegebenen Autonomie die Chancen und die Verpflichtung, für sich selbst Moral, Ethik, Werte und Normen zu definieren, zu gestalten und umzusetzen. Möge die HAWK diese Chancen zu ihrem Besten nutzen.“

 

Mit launigen Worten moderierte HAWK-Kanzler Dr. Marc Hudy die Veranstaltung. Für die musikalische Begleitung sorgten die „The HAWKIngs“ mit Professor Martin Thumm an Piano und Gitarre, Professor Dietmar Lügger am Saxophon, Professor Hans Lamb am Schlagzeug und Dipl.-Ing. Tom Kauertz an der Gitarre. Als Gäste waren Tiana Kruskic (Gesang) und Paul Luttmann (Piano) dabei.

 

 Alle HAWK-Standorte waren unter den Gästen vertreten. Besonders begrüßte Dienel den Hildesheimer Oberbürgermeister Kurt Machens, den Göttinger Oberbürgermeister Wolfgang Meyer und den Holzmindener Bürgermeister Jürgen Daul ebenso wie Superintendent Helmut Assmann sowie den Geschäftsstellenleiter der IHK Hildesheim, Gerald Frank. Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie Präsidenten anderer Hochschulen waren gekommen, darunter Prof. Dr. Ulrike Beisiegel.

 

„Dass ich nun als Frau an der Spitze dieser Hochschule stehe, finde ich weniger überraschend – das ist zum Glück in Niedersachsen jetzt Normalität, und viele anwesende Frauen, an erster Stelle natürlich Frau Ministerin Wanka und Frau Prof. Beisiegel, Präsidentin der Universität Göttingen, sind die besten Beweise dafür, dass Frauen in Niedersachsen beste Rahmenbedingungen vorfinden, um in Führungspositionen zu gelangen“, betonte die neue HAWK-Präsidentin in Ihrer Antrittsrede.

 

Ihren Vorgänger Thren hob Dienel ganz besonders hervor: „Es ist mein Ziel, soweit ich das kann, Konflikte zu befrieden, Differenzen zu überbrücken, vor allem aber anzuknüpfen an die vielfältigen Erfolge und produktiven Auseinandersetzungen, die Sie, verehrter Kollege Thren, gemeinsam mit Ihren Vizepräsidenten gestaltet haben.“ An ihre Vorrednerinnen gerichtet, sagte sie: „Sie haben auf die vielen Ergebnisse meines Amtsvorgängers hingewiesen. ‚Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen’ – sagt Goethe. Das gilt vor allem für ein in die Zukunft gerichtetes ‚Erbstück’ aus Ihrer Amtszeit, Herr Kollege Thren, den Neubau des Campus am Weinberg in Hildesheim. Noch sind die Vertragsverhandlungen nicht abgeschlossen, aber ich hoffe mit der ganzen Hochschule auf ein Gelingen dieses großen Projekts. Mit diesem Campus könnten wir noch mehr als bisher das Gesicht der Stadt Hildesheim prägen und ein attraktives Umfeld schaffen, das viele Studierende anzieht und bindet.“

 

Zu ihren Zielen sagte die 46-jährige Dienel: „Einige konkrete Aufgaben zeichnen sich schon klar ab: das Stabilhalten der Studierendenzahlen auch nach dem großen Andrang der Abitur-Doppeljahrgänge; die Öffnung der Hochschule für neue Gruppen von jungen Menschen, die auf anderem Wege als dem klassischen Abitur studierfähig geworden sind. Gesichert werden müsste die langfristig tragfähige Finanzierung der Hochschule und Schaffung von zukünftigen Bewegungsspielräumen, unter anderem durch verantwortungsvolle, gemeinsam und solidarisch zwischen den Fakultäten verhandelte Berufungspolitik.

 

Ein zentrales Thema sei auch die Verbesserung der Lehrsituation durch kluge Nutzung der Ressourcen und konsequente Fortsetzung der begonnenen Prozesse zur Verbesserung der Qualität der Lehre. In diesem Zusammenhang hat die HAWK derzeit einen großen Förderantrag gestellt. Im Wettbewerb der Bildungsanbieter sei auch entscheidend,  das Profil der Hochschule unverwechselbar zu machen, lebendig, vielfältig, menschlich. Außerdem müsse die Forschung deutlich profiliert und die Kooperation mit den Partnern ausgeweitet werden. Das Ziel: die Hochschule als Motor in der Region, an den Standorten.

 

  • Die Antrittsrede von HAWK-Präsidentin Prof. Dr. Christiane Dienel finden Sie hier.
  • Die Rede von Alt-Präsident Prof. Dr. Dr . h.c. Martin Thren finden Sie hier.
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