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Natürliche Raumkonzepte für neue Lernwelten

HAWK-Fakultät Gestaltung entwickelt lernfördernde Raumkonzepte für die Didrik-Pining-Schule
Schlegel

Schlegel

Geschwungene Formen und natürliche Farben dominieren, wenn es darum geht, mit passender Gestaltung Räume zu entwickeln, die das Lernen fördern. Zumindest ist das in allen fünf Ergebnissen zu sehen, die Studierende der HAWK-Studiengebiete Interior-Design/Interior Architecture, Licht- und Farbdesign im interdisziplinären Seminar „Lernwelten“ entwickelt haben. Praktisch daran ist, dass sämtliche Entwürfe auch gleichzeitig Vorschläge sind, wie die Didrik-Pining-Schule der Zukunft aussehen könnte.

 

Wie und wo wird heute und in der Zukunft Wissen vermittelt? Wie kann die Raumgestaltung darauf Einfluss nehmen? Und welche Chancen ergeben sich dadurch für eine Kooperation zwischen Stadt, Hochschule, Handwerk und Schule? Für diese und viele weitere damit zusammenhängende Fragen sind jetzt Antworten in Form von Plänen, Modellen und Farb- sowie Materialcollagen zu sehen.

 

In Gruppenarbeit sind fünf Vorschläge entstanden. Von Studierenden unterschiedlicher Studienbereiche, um für ein möglichst überzeugendes Resultat verschiedene Kompetenzen zusammen zu bringen. HAWK-Dozentin und Architektin Almut Weinecke-Ludwig – sie hat neben Innenarchitektin Simone Hörr und Lichtdesigner Prof. Andreas Schulz den Kurs angeleitet – erklärt die Vorgehensweise: „Wir sind das Projekt stets aus verschiedenen Blickwinkeln angegangen, um ein Gefühl für das große Ganze zu bekommen. Denn schließlich geht es auch darum, funktionierende Abläufe zwischen allen Räumen zu entwickeln.“ Sie zeigt auf den derzeitigen Grundriss der Didrik-Pining-Schule. Da sind der Eingangsbereich, ein Innenhof, die Klassenzimmer sowie die Mensa im Untergeschoss.

 

Das Konzept „Lernscapes“, also Lernlandschaften, zeigt Farb- und Formkompositionen aus der Natur. Die verschiedenen Räume sind assoziativ in das Thema eingebunden. So verwandelt sich beispielsweise der Keller in eine riesige Höhle und das Obergeschoss wird zum Gebirge. Besonders pfiffig ist die Idee, den Innenhof zu überdachen. Jetzt nehmen Lighting Design-Student Matthias Mannel und Innenarchitektur-Studentin Corinna Kozok das dazugehörige Modell und klappen es auf. Unter dem Glasdach hat das fünfköpfige Team stilisierte Wolkenformen angebracht – die Decke wird so zum Himmel. Darauf abgestimmt sind Formen, Farben und Material.

 

Eine fantasievolle Lernumgebung liefert auch das Team „Lebensraum“. Auch hier wurden sämtliche Räume einer natürlichen Umgebung zugeordnet. Die beiden Innenarchitektur-Studentinnen Tetiana Khmilevska-Mund und Andrea Berenfeld sowie Lighting Design-Student Michael Roosen erläutern ihre Ideen anhand von Plänen und einem riesigen, mit vielen Details versehenen Modell. „Aus dem drückenden und dunklen Eingangsbereich würden wir mit entsprechenden Formen eine Art imaginären Wald gestalten. Eine Lichtdecke lässt den Raum höher wirken“, erklären die drei stellvertretend für ihre gesamte Gruppe, der ebenfalls Farbdesigner angehören. Blickfang hier ist definitiv der Innenhof. Der soll überdacht werden, weil die Gruppe bei ihren Studien vor Ort erfahren hatte, dass die Schülerinnen und Schüler bei schlechtem Wetter oftmals im Klassenraum bleiben. Eine Folie wird von einem Metallgerüst in Form gebracht, das auf einem künstlichen Kletterbaum lagert, an dem Kletterspielzeug angebracht ist. Eine Treppe führt hinunter zur Mensa mit Amphitheater für kleinere Veranstaltungen. Die Möbel in den Klassenräumen sind allesamt auf Rollen und damit sind die Stellmöglichkeiten flexibel. 


 
Einige Vertreter der Stadt sind bei der Präsentation anwesend. Christiane Heuer vom Stadtbereich Schule Hildesheim meint: „Die Vorschläge sind allesamt sehr gelungen. Es wäre wünschenswert, wenn man sie so umsetzen könnte.“ Heiko Wollersheim, Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement der Stadt Hildesheim, erklärt: „Es ist schön, dass wir jetzt gesehen haben, welches Potenzial in diesen Gebäuden aus den 60er und 70er Jahren steckt. Bei der Präsentation ist auch Sozialdezernent Dirk Schröder. Der ist sichtlich angetan von sämtlichen Entwürfen: „Gerade mit Blick darauf, dass wir in nächster Zeit mehr und mehr die Schulform IGS in Hildesheim etablieren werden, sind das inspirierende Konzepte.“

 

Nur beim Thema Brandschutz müsse noch gearbeitet werden. Dazu erklärt HAWK-Studiendekan Prof. Markus Schlegel von der Fakultät Gestaltung, der das Projekt initiiert hatte und für so manche Vernetzung sorgte: „In den 16 Wochen Bearbeitungszeit wurde der Brandschutz nur in Grundzügen in die Konzeptentwicklung einbezogen. Eine detailliertere Betrachtung wäre der nächste Bearbeitungsschritt."
Dem fügt er hinzu: „Selbstverständlich möchten wir gerne das, was wir entwickeln, in die Tat umsetzen.“ Und denkt gleich eine Stufe weiter: „Wir können uns bei diesem Projekt gut vorstellen, auch direkt mit der Handwerkskammer zu kooperieren.“

 

Weitere Informationen über die Fakultät Gestaltung

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