English Version | Intranet | Schnellzugriff

Bauen für das Gemeinwohl

Jahresversammlung des AIV Hildesheim verleiht Studienpreise an Studierende der HAWK
Fakultät Bauwesen

„Praxis trifft Ausbildung“ lautet das Motto, unter dem die Jahresversammlung des Architekten- und Ingenieurvereins Hildesheim (AIV) stattfindet. Zum insgesamt sechsten Mal ist jetzt der Studienpreis verliehen worden. Hauptthema hier ist nachhaltiges Bauen mit Einsatz von regenerativen Energien und Materialien. „Es hat einen guten Grund, warum wir uns zur jährlichen Versammlung in der HAWK treffen“, erklärt Architektin Dagmar Schierholz, Vorsitzende des AIV, in ihrem Grußwort. „Viele unserer Mitglieder haben hier studiert – und kommen zurück als erfahrene Praktiker, um sich mit den zukünftigen Einsteigern in die Baubranche auszutauschen. Nutzen Sie das AIV-Netzwerk.“

 

Schierholz beschreibt, wie der AIV seine selbst gestellte Aufgabe umsetzt. Nämlich durch die jährliche Ausschreibung eines Wettbewerbs für Studierende. Besonders attraktiv: Die Aufgabe ist in das Studium integrierbar – sie richtet sich als Projekt an Bachelor-Studierende im fünften Semester.

 

Die diesjährige Aufgabe lautete: „Weitgespannte Tragwerke. Bauen im Bestand.“ Als Objekt wurde das Schauburg-Kino ausgewählt. Entstehen sollte eine kulturelle Veranstaltungsstätte mit Platz für 300 bis 500 Personen. „Der AIV möchte Brennpunkte aufzeigen – die Menschen dort wünschen sich mehr Leben“, erläutert Schierholz. Dann erklärt sie die Kriterien der Jury. Bewertet wird der Umgang mit der Umgebung, die städtebauliche Einbindung, die Gestaltung an sich, die Nachhaltigkeit der Materialien sowie die Auseinandersetzung mit der vorgefundenen Bausubstanz.

 

Diese Kriterien haben Ruslan Ibragimow und Migùel Pozo nahezu komplett erfüllen können – damit haben sich die beiden 400 Euro Preisgeld sichern können. Dazu Pozo: „Wir freuen uns natürlich sehr über den Geldpreis. Wenn man bedenkt, dass eine solche Aufgabe Teil unseres Studiums ist, noch viel mehr.“ Ibragimow fügt hinzu: „Es ist eine echte Ehre für uns, sich gegen eine solch starke Konkurrenz durchgesetzt zu haben. Außerdem macht sich ein Preis, den man bereits im Studium erhalten hat, sehr gut im Lebenslauf.“

 

Die folgenden Plätze hatte die Jury neu sortiert, denn statt eines zweiten und dritten Platzes wurden drei zweite Plätze vergeben: Je 200 Euro gehen an Timo Neumann und Jens Pinkawa, an Vanessa Brandt und Kristen Schneider sowie an Josephine Reich. Ein Sonderpreis – ebenfalls 200 Euro – wird an Saskia Terhorst und Thomas Weber überreicht. Insgesamt hatten sich zwanzig Teams angemeldet. Doch leer ging niemand aus. Als Trostpreise verteilt Schierholz Freikarten – für einen Kinobesuch. „Für unsere Studierenden ist ein solcher Wettbewerb natürlich eine riesige Motivation, mehr im Studium zu leisten, als es vielleicht freiwillig der Fall wäre. Das kann den Studienerfolg natürlich positiv beeinflussen“, freut sich Prof. Dr.-Ing. Günther Bahre, Dekan der HAWK-Fakultät Bauwesen.

 

Zuvor hatte Brigitte Pothmer, Bundestagsabgeordnete und arbeitspolitische Sprecherin von Bündnis 90/ Die Grünen, die Parallelen zwischen den heutigen Anforderungen an die Bauwirtschaft und den Zielen ihrer Partei betont. „Ich habe in der Vorbereitung auf meine Rede viel über das Bauen gelernt und fest gestellt, dass sich die Ziele der Nachhaltigkeitsdebatte in der Architektur mit denen unserer politischen Ziele in vielen Punkten decken.“ Das gelte sowohl für den Einsatz von regenerativen Energien mit Blick auf den Klimawandel wie auch für die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger in politische wie auch bauplanerischer Prozesse und Beschlüsse. Vom AIV-Studienpreis ist sie begeistert: „Das ist eine gute Form, sich mit praktischen Projekten auseinander zu setzen. Dabei lernt man, Herausforderungen anzunehmen und sich ihnen zu stellen. Gerade, weil hier nicht nur die baulichen Aspekte, sondern auch die Einbindung in das soziale Umfeld bewertet wurden. Denn ich finde: Architektur ist stets dem Gemeinwohl verpflichtet.“ 

Zurück zur vorigen Seite