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Zwischen Traditionen, Wüsten, Baustellen und dem höchsten Gebäude der Welt

HAWK-Studierende der Fakultät Bauwesen besuchten Dubai: Exkursionsbericht am Mittwoch, 18. Mai 2011, 18 Uhr, Hohnsen 2, Aula
Fakultät Bauwesen

Es gibt viel zu erzählen von der ungewöhnlichen Exkursion, die 24 Studierende der HAWK-Fakultät Bauwesen mit ihren Dozenten nach Dubai und Abu Dhabi unternommen haben. Deshalb laden die Beteiligten alle Interessierten herzlich zu einem öffentlichen Exkursionsbericht am Mittwoch, 18. Mai 2011, 18 Uhr in die Aula am Hohnsen ein.

 

Einen Vorgeschmack bekommen Sie hier im Trailer

 

Die Studierenden der Studiengänge Architektur, Bau- und Holzingenieurwesen sowie das Organisationsteam Dipl.- Ing. Anja Markwart, Dipl.- Ing. Thomas Kauertz und Prof. Dr. Hermann Josef Hülsmann waren von Hannover via Istanbul nach einem Nachtflug in Dubai eingetroffen. Die Einreiseformalitäten am Morgen dauerten sehr lange, von Gruppenmitgliedern mit türkischem Pass wurden sogar die Augen gescannt. Dafür wurden alle gleich beim Austreten aus dem Flughafengebäude mit sommerlichen Temperaturen und einem ersten Blick auf das höchste Gebäude der Welt, den Burj Khalifa, der am Horizont die restliche Stadt winzig erscheinen lässt, belohnt.

 

Die Gruppe wurde schon erwartet, das Programm sah eine fünfstündige Orientierungsfahrt vor. Im Nakheel Sales Center zum Beispiel waren riesige Modelle von hunderten im Meer aufgeschütteten Inseln zu sehen. Diese Aufschüttungen bilden Palmen und auch eine 300 Inseln umfassende „Welt“ ab. Im Verlauf der Exkursion folgte die Gruppe einer Einladung der holländische Firma van Oord. Hier bekamen die angehenden Ingenieure die Erläuterung, wie solche Bauwerke technisch ausgeführt werden.

 

Ein Glücksfall für die Hildesheimer war das Treffen mit dem deutschen Architekten Dominic Wanders, der Touren organisiert und Bauinteressierte in Dubai und Abu Dhabi herumführt.
Durch seine Hilfe bekamen alle sehr gute Einblicke in das Bauwesen der arabischen Welt. Dominic Wanders habe die Finanzkrise wortwörtlich am „eigenem Leib“ miterlebt, berichtete er und konnte somit zu vielen stillgelegten Baustellen bzw. halbfertigen Gebäuden eine Menge Hintergrundwissen liefern.

 

Aus dem Häusermeer Dubais sticht natürlich das höchste Gebäude der Welt, der Burj Khalifa, mit seinen 828 Metern hervor. Lange im Voraus mussten für diesen Touristenmagneten die Tickets für die Aussichtsplattform gebucht werden. Es war deutlich zu spüren, dass vor dem Aufzug, natürlich ist er mit einer Geschwindigkeit von zehn Metern pro Sekunde der schnellste der Welt, die Stimmung etwas gedämpfter ist. Wahrscheinlich ist jedem Besucher ein wenig mulmig. Die Auffahrt dauert weniger als eine Minute, man gelangt aber leider nicht bis zur Spitze, aber immerhin auf ca. 440 Meter, hier erwartet den Besucher dann eine atemberaubende Aussicht.

 

Die Hildesheimer Gruppe bekam durch einen Absolventen der Fakultät Bauwesen die Möglichkeit, mehrere Baustellen zu besuchen. Der Architekt Simon Marshall hat für eine deutsche Firma in Dubai gearbeitet und vermittelte diese Besuche. Man war sehr beeindruck wie viele Arbeiter, Ingenieure auf den Baustellen tätig sind. Die Sicherheitsstandards sind sehr hoch, müssen sehr hoch sein, da fast alle Arbeiter nur angelernt sind und somit die Unfallgefahr höher ist. Die Bauleiter berichteten auch sehr ausführlich wie man Baustellen von Hochhäusern unter diesen Bedingungen und natürlich bei Temperaturen von 50 Grad im Sommer organisiert.

 


Überall auf den Baustellen sind Trinkkanister zu finden, die Arbeiter werden immer wieder aufgefordert, diese zu nutzen. Auch ist die Religion auf den Baustellen präsent. Es gibt Gebetsräume die von den Arbeiten mehrmals am Tag genutzt werden. Neben dem bauspezifischen Programm war dem Organisationsteam auch sehr wichtig,  den Studierenden die arabische Kultur näher zu bringen.

 

Alle Teilnehmer hatten zuvor mehrere Referate zu verschiedenen Themen ausgearbeitet. Dazu gehörte auch die Islamische Religion. Bei den Besuchen in zwei der bekanntesten Moscheen in der arabischen Region, der Jumeirah Moschee in Dubai und der Sheikh Zayed Grand Moschee in Abu Dhabi gab es dann noch zusätzliche Einblicke und Erläuterungen.

 

Besonders gespannt waren die Hildesheimer auf den Besuch der weltweit ersten Ökostadt in Abu Dhabi. Die Anfahrt erwies sich dabei auch schon als sehr interessant. An dem rund hundert Kilometer langen sechsspurigen Autobahnabschnitt zwischen der Landesgrenze Dubais und Abu Dhabi stehen alle fünf Meter Bäume, die unterirdisch zwei Mal am Tag gegossen werden müssen.


 

Die Ökostadt Masdar soll, wenn sie in ein paar Jahren fertig gestellt ist, 60. 000 Menschen ein neues Zuhause bieten und dieses völlig unabhängig von herkömmlich erzeugten Energien. Photovoltaik Anlagen erzeugen Strom und auch sonst soll alles recycelt werden. Momentan ist aber von diesem Vorzeigeobjekt, das u.a. auch schon von der deutschen Bundeskanzlerin im letzten Jahr besucht wurde, nur die Universität Masdar Institute gebaut. Bei einem Vortrag wurde den Studierenden erläutert, wie das Leben auf dem „Ökocampus“ ist bzw. wie hoch die Hürden zu einer Aufnahme sind.

 


Für drei Tage der Exkursion ging es dann tatsächlich in die Wüste. Dabei bekam man einen sehr interessanten Eindruck vom Leben in diesem, für Außenstehende, unwirklichen Lebensraum. Am Tag muss man sich gegen die Hitze und die Sonne extrem schützen und in der Nacht vor der so nicht erwarteten Kälte.

 

Den Abschluss bildete dann noch ein weiteres Extrem, welches man wohl so nur in Dubai erleben kann. Am Morgen betrieben einige den Sport Sand boarding. Die Sportler fahren mit einem Mono-Ski an Sanddünen herunter. Nur wenige Stunden später, in Dubai City, war quasi das Gegenteil zu sehen: Bei minus zwei Grad fuhren Menschen auf einer 600 Meter langen Indoor -Skipiste, im Dubai Skidome. Auch dieses Gebäude erfüllt wieder einige Superlative: Alleine die Stärke des Daches beträgt fünf Meter, um die Kälte im Gebäude zu halten.Nicht zuletzt durch das letzte Erlebnis wird diese Fachexkursion unvergesslich bleiben.

 

Wer mehr über dieser Exkursion der Fakultät Bauwesen nach Dubai / Abu Dhabi hören und sehen möchte, ist herzlich zu einem öffentlichen Filmvortrag mit Ausstellungseröffnung am Mittwoch, 18. Mai 2011,18.00 Uhr, Hohnsen 2, Aula, eingeladen.

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