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Präsidentinnen der Universität und der HAWK wollen Zusammenarbeit bei der Forschung intensivieren

Prof. Dr. Ulrike Beisiegel und Prof. Dr. Christiane Dienel loten an der HAWK in Göttingen Kooperationsfelder aus
HAWK Dienel

Über eine Intensivierung der Forschungskooperationen zu beraten – das war das Ziel des ersten Treffens der beiden Hochschul-Präsidentinnen, Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Georg-August-Universität und Prof. Dr. Christiane Dienel, Präsidentin der HAWK. Auf Initiative von Prof. Dr. Gerd Litfin, Vorsitzender des Fördervereins Fachhochschule Göttingen e.V., hat Ulrike Beisiegel jetzt die HAWK-Fakultät Naturwissenschaften und Technik auf den Terrassen besucht.

 

Sehr anschaulich konnte die spezifische Vernetzung der HAWK mit praxisbezogenen Forschungsbereichen und regionalen sowie überregionalen Unternehmen bei einem Rundgang durch verschiedene HAWK-Labore verdeutlicht werden. Die Labore für Regelungstechnik, für Plasmatechnik, das schon mit mehreren Fakultäten der Universität und der Universitätsmedizin zusammenarbeitet, für Laserapplikation, für Optik und das Labor  für Maschinendynamik/Adaptronik bieten innovative Felder der Forschungszusammenarbeit. Das erläuterten der designierte HAWK-Vizepräsident für Forschungs und Transfer, Prof. Dr. rer. nat. habil. Wolfgang Viöl,  Prof. Dr.-Ing. Karl-Josef Schalz, Dekan der Fakultät Naturwissenschaften und Technik, sowie Prof. Dr.-Ing. Klaus Bobey. Von der Universität nahm neben Präsidentin Beisiegel auch Prof. Dr. Hans Christian Hofsäss, Dekan der dortigen Fakultät für Physik, an diesem ersten Treffen teil.

 

„Eine Kooperation im Bereich Forschung ist gut vorstellbar“, betonte Uni-Präsidentin Beisiegel. „Eine engere Zusammenarbeit mit der HAWK bereichert den Göttingen Research Campus. , der für die enge Verzahnung  von in der Region ansässigen universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen steht. Es ist uns wichtig,  Unternehmen und Stadt stärker in die gemeinsamen Aktivitäten einzubeziehen. Ich sehe dieses erste Treffen als Auftakt einer fruchtbaren Zusammenarbeit, die ganz im Sinne der Empfehlungen des Wissenschaftsrats zur Differenzierung der Hochschulen ist“, so Beisiegel.

 

HAWK-Präsidentin Dienel hob den offenen, konstruktiven Austausch hervor. „Unser Anliegen ist, eine Rahmenkooperation zu entwerfen und darin erste Felder der Zusammenarbeit zu definieren.“ Welche das sein könnten, umriss Wolfgang Viöl. Neben dem Ausbau existierender  Kooperationen im Bereich Physik, Chemie, Holztechnologie, Forstwissenschaften, Agrarwissenschaften, Pflanzenpathologie und Medizin sehe er Potenziale zudem  in der Biologie oder den Lebenswissenschaften. Auch die zweite Göttinger HAWK-Fakultät Ressourcenmanagement arbeitet schon mit der Universität zusammen. Hier wäre ein Ausbau im Bereich Forst- und Agrarwissenschaften fruchtbar. „Die HAWK kann das verbindende Glied zwischen Uni-Forschung und Industrie-Forschung sein“, betonte Viöl, „das wäre die Ideallösung, die den unterschiedlichen Hochschultypen Rechnung trägt.“

 

Prof. Dr.-Ing. Karl-Josef Schalz, der Dekan der HAWK-Fakultät Naturwissenschaften und Technik, lenkte den Blick auf ein weiteres Feld der Kooperation, nämlich die Studierenden, die gleichermaßen Bachelor- und Master-Abschlüsse durchliefen. Uni- und HAWK-Studierende könnten von einer Erleichterung der Übergänge von einer Hochschule zur anderen profitieren. Das käme den speziellen Fähigkeiten und Neigungen der jungen Leute zugute. Physikern, denen die Theorie an der Uni nicht so liege, könne eine Brücke zur angewandten Wissenschaft der HAWK zum Beispiel im Studiengang Physikalische Technologien gebaut werden. Umgekehrt könne HAWK-Studierenden, die mehr theoretisch orientiert seien, der  Weg zur Uni-Physik erleichtert werden.

 

„Schon jetzt ermöglicht die Promotionsordnung der Universität Göttingen besonders qualifizierten Fachhochschulabsolventen die Zulassung zu einer naturwissenschaftlichen Promotion“, sagte Prof. Hofsäss. Ein Ausbau der Zahl gemeinsamer Promotionsverfahren sei wünschenswert, ergänzte Prof. Schalz. Dieses Anliegen unterstützte auch Prof. Dr. Gerd Litfin, Vorsitzender des Fördervereins. Mehr Promotionsverfahren zwischen Unis und Fachhochschulen seien zudem im Sinne des Wissenschaftsrates und des Wissenschaftsministeriums. Derzeit haben nur Universitäten in Deutschland das Promotionsrecht. Gemeinsame Verfahren werden von Universitätsprofessoren geleitet und von Fachhochschulprofessoren begleitet. Litfin sprach sich zudem für eine gemeinsame Intensivierung der Kontakte zur regionalen Industrie aus, wovon beide Bildungseinrichtungen profitieren könnten. Der Förderverein will diesen Prozess aktiv unterstützen, unterstrich Litfin. Weitere Treffen zwischen Uni und HAWK sollen folgen.

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