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BMBF fördert Forschungskolleg von HAWK und Universität Göttingen

Rund 1,4 Millionen Euro für "PlaNaWood - Funktionalisierung von Holz und Holzwerkstoffen"
Wolfgang Viöl

Naturwissenschaften

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird deutschlandweit sieben Forschungskooperationen zwischen Universitäten und Fachhochschulen fördern, in deren Rahmen auch Absolventinnen und Absolventen der Fachhochschule promovieren können. „Beide Seiten gewinnen, wenn Hochschulen unterschiedlichen Typs sich zusammentun. Für die Profilbildung vieler Hochschulen wird das in Zukunft sogar unverzichtbar sein“, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan. Eines der sieben Projekte, das aus insgesamt mehr 90 eingereichten Skizzen ausgewählt wurde, ist eine Kooperation der Universität Göttingen mit der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst. Unter dem Titel  „PlaNaWood - Funktionalisierung von Holz und Holzwerkstoffen“ geht es um Werkstoffforschung sowie Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft. Das Vorhaben wird mit rund 1,4 Millionen Euro gefördert.  

 

Das geplante Forschungskolleg soll einen Beitrag zum Fachprogramm „WING-Werkstoff-innovationen für Industrie und Gesellschaft“ leisten. Ziel ist die Funktionalisierung des Werkstoffes Holz durch den Einsatz von effizienten Atmosphärendruckplasmen sowie nanotechnologischen Applikationen. Dabei sollen innovative Produktionsprozesse sowie Holzwerkstoffe mit neuartigen Eigenschaften entwickelt werden. Der wegweisende Charakter dieses Forschungskollegs liegt in der Kombination der Fachbereiche Holztechnologie der Universität Göttingen und Physikalische Technologie an der HAWK.

 

Es sind im Rahmen des Kollegs sechs gemeinsame Promotionen geplant. Durch die hier geforderte gegenseitige Öffnung können bestehende Ressourcen optimal genutzt werden. Die Forschungsinfrastruktur beider Institute bietet eine fundierte Grundlage für eine exzellente Ausbildung, die hierdurch noch verstärkt werden kann, heißt es in dem gemeinsamen Antrag.

 

Durch den interdisziplinären Ansatz dieses Vorhabens, die Kombination unterschiedlicher Materialbearbeitungsverfahren und die Verknüpfung von fachspezifischen analytischen Methoden werden wissenschaftliche Synergieeffekte geschaffen und signifikante Fortschritte bei der Entwicklung fortschrittlicher Materialien und Produktionsprozesse erwartet.

 

Die beiden Forschungseinrichtungen haben mit gemeinsamen Forschungsprojekten und Publikationen bereits eine gute Basis der Zusammenarbeit geschaffen, auf der eine nachhaltige Kooperation gegründet werden soll. Langfristig soll aus dieser Kooperation ein gemeinsames Ausbildungsprogramm für Promovierende entstehen, das den stetig wachsenden Bedarf an Fachkräften mit einer interdisziplinären Grundlage für Industrie und Forschung deckt. 

 


Projektleiter und Koordinator ist Prof. Dr. Holger Militz von der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie, Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte, der Georg-August Universität Göttingen. „Bei der Entwicklung neuartiger Oberflächen von Holz und Holzprodukten kooperieren wir schon seit einigen Jahren sehr eng mit der HAWK. Unser gemeinsames Forschungskolleg ermöglicht es uns, diese multidisziplinäre Forschung zu intensivieren, zu verstetigen und auf andere Bereiche auszuweiten. Von dieser Entwicklung werden beide Hochschulen profitieren. Besonders vereinfacht wird dies selbstverständlich auch dadurch, dass unsere Forschungslabore hier in Göttingen dicht beieinander liegen.“

 


Projektpartner ist die HAWK, Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen, Fakultät Naturwissenschaften und Technik, Göttingen unter der Leitung von Vizepräsident Prof. Dr. rer. nat. habil. Wolfgang Viöl. „Wir sind sehr stolz, die Jury in dem Auswahlverfahren zum Forschungskolleg so eindeutig überzeugt zu haben. Es ist ein wunderbares, interdisziplinäres Projekt zwischen zwei Holzexperten, Prof. Militz und Prof. Wimmer, der Uni Göttingen, der Chemikerin Prof. Ohms aus der HAWK und meiner Person als Physiker. Wir sind der Ansicht, dass die guten Erfahrungen aus der bisherigen Kooperation zur Bewilligung des Forschungskollegs beigetragen haben“, betont Viöl.

 

Eine unabhängige Experten-Jury unter Vorsitz des Generalsekretärs der VolkswagenStiftung, Wilhelm Krull, hatte die Vorhaben ausgewählt, die nun gefördert werden sollen. „Wir sind beeindruckt von der hohen Zahl der eingegangenen Bewerbungen und der Beteiligung vieler herausragender Wissenschaftler. Dies belegt das Potential für die Zusammenarbeit von Fachhochschulen und Universitäten in Forschungskollegs.“

 

Mit der Initiative des BMBF sollen die speziellen Forschungsstärken der beteiligten Partner auch für die gemeinsame Ausbildung wissenschaftlichen Nachwuchses genutzt werden. Das Ministerium ergänzt mit dieser Maßnahme seine Aktivitäten zugunsten der Fachhochschulen, insbesondere das fachlich breite Spektrum des Bundesprogramms „Forschung an Fachhochschulen“, und erweitert die Entwicklungsmöglichkeiten von Fachhochschulen.

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