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Per Video bewahren: Studierende aus vier Ländern drehen Film über historische Techniken

HAWK-Fakultät Erhaltung von Kulturgut leitet internationales Erasmus-Projekt
Fakultät Erhaltung

Wie lässt sich Bewegung einfangen, wie funktioniert eine Handlung im Film? Das sind nur die Grundfragen, denen sich Studierende aus vier Nationen derzeit an der HAWK-Fakultät Erhaltung von Kulturgut widmen. Zusammen geführt hat sie das Erasmus-Projekt „HiTAC – Documentation of Historical Techniques in Arts and Crafts“. Hier geht es darum, möglichst viel von dem noch vorhandenen Wissen von historischen Techniken in Kunst und Kunsthandwerk zu dokumentieren  –   unter anderem mit der Videokamera.

 

 

Inhaltlich geht es um die Verarbeitung von Hanf und Flachs. Diese Herstellungsprozesse stellen ein immaterielles Kulturerbe dar. Auch Interviews sollen geführt werden und zwar mit den wenigen Personen, die noch über die inzwischen historisch gewordenen handwerklichen Kenntnisse verfügen. Dafür fahren die Studierenden ins Freilichtmuseum nach Rahden, um direkt die alten Handwerkstechniken auszuprobieren und sie dann per Videokamera fest zu halten. Doch das will erst einmal gelernt sein.

 

Der freiberufliche Filmemacher Kay Otto zeigt den Studierenden heute, worauf dabei zu achten ist. Sein Vortrag ist auf Englisch – schließlich kommen die 31 internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Universität Amsterdam aus den Niederlanden, der Akademie Budapest aus Ungarn, der Metropolia Universität Helsinki aus Finnland und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst aus Hildesheim.

 

Für den Projektauftakt in Deutschland sind Prof. Dr. Gerdi Maierbacher-Legl und Prof. Dr. Michael von der Goltz verantwortlich. Insgesamt läuft das Vorhaben über drei Jahre, aufgeteilt in mehrere zweiwöchige Workshops, die jeweils an den teilnehmenden Hochschulen stattfinden. Für die internationale Leitung ist Wissenschaftler Heikki Häyhä zuständig: „Wir werden für die nächsten zwei Wochen intensiv an unserem Grundwissen arbeiten. Das Besondere an diesem Projekt ist neben den thematischen Erkenntnissen, dass die hier erworbenen Fähigkeiten eine Erweiterung zu den üblichen Lehrplänen der Hochschulen darstellen.“

 

Gelernt wird nach einer Einführung in die Kameraführung und -technik an einem Beispiel aus dem täglichen Leben: Mit einer Maschine wird Kaffee gekocht. Das ist eigentlich recht simpel – doch den Vorgang in einem Film plausibel darzustellen, ist gar nicht so selbstverständlich. „Das ist für mich etwas völlig Neues. Ich habe zwar schon mit Fotografie viel im Studium gemacht, aber noch nie etwas mit Video. Das ist zwar ähnlich – aber beim Film muss man sich erheblich mehr Gedanken darüber machen, was man wie zeigen will“, erklärt HAWK-Student Hanno Alsen. Sanne van Bergenhenegouven aus Amsterdam hofft, das hier Erlernte auch in Zukunft nutzen zu können: „Ich hoffe, dass ich nach dem Studium auch noch mal Gelegenheit bekomme, wissenschaftliche Erkenntnisse als Film fest halten zu können.“

 

Das innerhalb des Projekts hergestellte Material wird als Studien-und Lehrmaterial in allen Partner-Universitäten verwendet. Es kann für weitere Forschung sowie zur Information der Öffentlichkeit in Freilichtmuseen genutzt werden.

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